"Tiger" wollen Asien erobern
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Geht man nach den bislang sehr überzeugenden Auftritten der Tiger von Ulsan Hyundai in der diesjährigen AFC Champions League, so hat der Klub gute Chancen, erstmals das Finale des Wettbewerbs zu erreichen. Allerdings hat auch der usbekische Spitzenklub Bunyodkor den Finaleinzug fest ins Visier genommen.

Die Schützlinge von Trainer Kim Hogon sind die einzige noch ungeschlagene Mannschaft im Wettbewerb. Sie haben das zweite Halbfinale ihrer Vereinsgeschichte mit einer Bilanz von sieben Siegen und zwei Unentschieden erreicht. Noch beeindruckender ist die Torquote des Teams, das in der K-League derzeit auf Platz vier zu finden ist. Auf dem Weg ins Halbfinale erzielten die Tiger 22 Treffer und sind damit hinter Al Ittihad die zweit-torgefährlichste Mannschaft im Wettbewerb.

Ulsan Hyundai hat die heimische Meisterschaft bislang zwei Mal gewonnen, nämlich 1996 und 2005. Hinz kommen sechs Vizemeistertitel. Doch im kontinentalen Wettbewerb hat es noch nie zum Titelgewinn gereicht. Am knappsten war es 2006, als man erst im Halbfinale mit 4:6 im Gesamtergebnis gegen die Landsleute des späteren Titelgewinners Jeonbuk Motors unterlag.

Sollte Ulsan in dieser Saison der Titelgewinn gelingen, so wäre es das vierte Mal seit Einführung des aktuellen Wettbewerbsformats, dass die kontinentale Vereinskrone an ein Team aus der Republik Korea geht.

Starke Auftritte auf kontinentaler Bühne
Ulsan ist in dieser Saison zum dritten Mal auf asiatischer Ebene vertreten und sorgte von Beginn an für Furore. In der ersten Runde gab es einen 2:1-Heimsieg gegen Guoan Peking, gefolgt von zwei Unentschieden gegen den FC Tokio und Brisbane Roar. Die verbleibenden drei Partien der Gruppenphase konnten die Schützlinge Kims ausnahmslos gewinnen, womit sie die Gruppe klar für sich entschieden.

Auch in der K.o.-Runde war Ulsan nicht zu stoppen. Im Achtelfinale, das in nur einem Spiel entschieden wurde, setzten sich die Südkoreaner in einem packenden Spiel mit 3:2 gegen den japanischen Meister Kashiwa Reysol durch. Im Viertelfinale warfen sie den saudiarabischen Klub Al Hilal mit 5:0 im Gesamtergebnis aus dem Rennen.

Die Erfolge der aktuellen Saison sind maßgeblich den Nationalspielern des Teams zu verdanken, wobei Ulsan insgesamt über einen sehr starken Kader verfügt. Zwischen den Pfosten steht Nationaltorhüter Kim Youngkwang. Die Abwehr wird von Kwak Taehwi dirigiert, dem Spielführer des Nationalteams. Vor dem gegnerischen Tor bilden die zwei Nationalspieler Lee Keunho und Kim Shinwook eine der stärksten Angriffsformationen des Wettbewerbs. Beide waren auch bei der kürzlichen knappen 0:1-Niederlage gegen Iran in der WM-Qualifikation für Brasilien 2014 im Einsatz.

Vor der Viertelfinalrunde hat sich das Team in der Offensive zudem mit dem brasilianischen Stürmer Rafinha verstärkt, der von Gamba Osaka ausgeliehen wurde. Der Brasilianer sorgte sofort für Furore und trug in Hin- und Rückspiel gegen Al Hilal insgesamt drei Treffer bei.

Verletzungssorgen
Ulsan hat mittlerweile südkoreanische Spitzenteams wie die Suwon Bluewings und Jeonbuk Motors hinter sich gelassen und stellt mehr Nationalspieler als diese beiden Konkurrenten. Allerdings sind die Stars des Teams aufgrund der Doppelbelastung in Klub und Nationalmannschaft an der Grenze ihrer körperlichen Belastbarkeit angelangt.

Ulsan landete in der regulären Saison der K-League lediglich auf Platz sechs und hat in der Playoff-Runde zwei Niederlagen hinter Jeonbuk und die Pohang Steelers hinter sich.

"Ich muss zugeben, dass einige unserer Spieler aufgrund des dicht gedrängten Terminplans im eigenen Land und auf kontinentaler Ebene allmählich körperliche Probleme bekommen", so Kim, ehemaliger Nationaltrainer der Republik Korea.

Doch es geht immerhin um den ersten Finaleinzug der Vereinsgeschichte. Entsprechend groß ist die Entschlossenheit bei Kim, diesen historischen Erfolg zu schaffen. "Unsere Strategie sieht jetzt die volle Konzentration auf die asiatische Champions League vor. Die Vorbereitung ist zwar aufgrund der internationalen Verpflichtungen der Spieler recht kompliziert, aber wir werden uns trotzdem so gut vorbereiten, dass wir ein gutes Ergebnis holen können."