Der ehemalige Trainer der USA, Tony DiCicco, bezeichnete sie als "die beste Frau, die je diesen Sport gespielt hat." Es steht außer Frage, dass Michelle Akers einen festen Platz in der Ruhmeshalle des Frauenfussballs innehat. Der erste große Star des US-amerikanischen Frauenteams wurde im Jahr 2000 zur FIFA-Fussballerin des Jahrhunderts gewählt und galt im Laufe ihrer 15-jährigen internationalen Karriere allgemein als beste Spielerin der Welt.

Akers dominierte den Frauenfussball aufgrund ihres Könnens, ihrer Athletik und Kraft sowie ihrer Intelligenz. "Sie war eine Kriegerin", sagte die Fussball-Ikone und ehemalige Mannschaftskameradin Mia Hamm. "Sie war unser Ein und Alles." Die einsatzfreudige Stürmerin war seit den frühesten Anfängen Herz und Seele des Frauenfussballs in Amerika. Sie gehörte seit Gründung des Nationalteams 1985 zum Kader und erzielte das erste offizielle Tor der USA.

"Für den Moment spielen"
Sechs Jahre später wurde sie mit zehn Toren in sechs Partien, darunter der Siegtreffer im Finale gegen Norwegen, beste Torjägerin der ersten FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in China. Ihre fünf Tore beim 7:0-Sieg gegen Taiwan waren WM-Rekord, und am Ende wurde Akers, die das U.S.-Team zum ersten Weltmeistertitel führte, mit dem silbernen Ball und dem goldenen Schuh ausgezeichnet.

Bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 1995 in Schweden zog sich Akers im Auftaktspiel eine Knie- und eine Kopfverletzung zu. Diesen Ausfall konnte die Mannschaft nicht kompensieren, und die USA schieden im Halbfinale gegen Norwegen aus. "Mein Stil war es, für den Moment zu spielen", sagte Akers. "Ich stürzte mich mitten hinein und nahm viele körperliche Risiken auf mich, da ich nicht über den Moment hinaussehen konnte. Das war gleichzeitig meine Stärke und meine Schwäche. Ich würde entweder kaputt gehen oder einen großen Erfolg feiern."

Viele Erfolge, viele Verletzungen
Die gebürtige Kalifornierin wurde für ihren herausragenden Beitrag für den Fussball als erste Frau mit der wichtigsten Auszeichnung der FIFA geehrt, dem FIFA Order of Merit. Doch ihren Erfolg bezahlte sie mit vielen Verletzungen und Krankheiten, und manches Mal schien es, als würde sie mehr Zeit in der Intensivstation als in der Umkleidekabine verbringen. Sie musste sich ebenso oft einer Knieoperation unterziehen wie sie WM-Tore erzielt hatte (je zwölf).

1991 wurde bei Akers das Chronische Erschöpfungssyndrom diagnostiziert. Sie spielte häufig trotz großer körperlicher Müdigkeit und lähmender Migräne, und ihr Spiel war daher von einer wilden Entschlossenheit geprägt. Die Feierlichkeiten in der Kabine musste sie oft an einem Sauerstoffgerät oder EKG angeschlossen miterleben, nicht selten musste sie intravenös behandelt werden. Kurz vor den Olympischen Spielen 2000 in Sydney hängte Michelle Akers im Alter von 34 Jahren ihre Fussballschuhe an den Nagel. Mit 105 Toren in 153 Spielen für die USA ist sie in ihrem Land die zweitbeste Torjägerin aller Zeiten.