Eine Spur in der Geschichte des Fussballs
© Getty Images

Wie in jedem Jahr sind zahlreiche Persönlichkeiten aus der Welt des Fussballs von uns gegangen, unter ihnen Spieler, Trainer, Funktionäre oder Journalisten.

FIFA.com hat all den Verstorbenen zu seiner Zeit die Ehre erwiesen, doch das Jahresende ist die Gelegenheit, noch einmal den Bekanntesten zu gedenken.

Die Trainer mussten in diesem Jahr einen schweren Tribut zollen. Der Serbe Miljan Miljanic war Trainer der jugoslawischen Nationalmannschaft und von Real Madrid, Präsident des Fussballverbands Jugoslawiens und später Serbiens und Montenegros von 1993 bis 2001. Er verstarb vergangenen Januar im Alter von 81 Jahren. Im Februar verstarb im Alter von 70 Jahren Sylvestre Mbongo, der von 1979 bis 1987 Präsident des kongolesischen Fussballverbands und von 1992 bis 2006 Mitglied des Exekutivkomitees der CAF war. Er galt auf dem Mutterkontinent als "ein Baobab des kongolesischen Fussballs."

Der ehemalige Nationaltrainer der USA (1983-85) und Griechenlands, Alketas Panagoulias, starb mit 78 Jahren. Im gleichen Alter verschied der Franzose Antoine Redin, ehemaliger Trainer von AS Nancy-Lorraine zwischen 1970 und 1980, bei dem die Karriere eines gewissen Michel Platini, aktueller Präsident der UEFA, begann.

Eine der großen Figuren des ägyptischen Fussballs, Mahmoud El Gohary, der 74 Jahre alt wurde, führte die Pharaonen zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Italien 1990 und beendete damit eine 56-jährige Abwesenheit seines Landes von diesem Wettbewerb. Auch dem ehemaligen Trainer Senegals, Pape Diop, gelang mit den Löwen von Teranga nach 18 Jahren Durststrecke die Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 1986. John Bond, einst Verteidiger von West Ham United über 16 Spielzeiten und 400 Spiele sowie Trainer von Manchester City, verschied im Alter von 79 Jahren.

Aber auch unter den Spielern gab es Todesfälle zu beklagen, sogar unter den Aktiven. Der 25-jährige Mittelfeldspieler von AS Livorno, Piermario Morosini, brach mitten in der Partie gegen Pescara nach einer halben Stunde zusammen und konnte nicht mehr wiederbelebt werden. Der Schwede Victor Brannstrom, 29 Jahre, hatte für Pitea gegen Umedalen in der zweiten Liga gerade erst ein Tor erzielt, als er ebenfalls zusammenbrach. Beide Spieler erlagen einem Herzstillstand. Der 50-fache kolumbianische Nationaltorhüter Miguel Calero starb im Alter von 41 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Er bleibt als eine der großen Figuren des mexikanischen Klubs CF Pachuca in Erinnerung, mit dem er zwischen 2000 und 2011 zehn Titel gewann.

Erinnert sei an dieser Stelle auch an ehemalige Spieler. Der legendäre polnische Nationalspieler Wlodimierz Smolarek, 54 Jahre, bestritt zwei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften. Der Spanier Marcos Alonso Imaz "Marquitos", 78 Jahre, gehörte zu den Legenden von Real Madrid in den 1950er und 60er Jahren und war Teil der unvergesslichen Elf, die fünf Mal in Folge den Europapokal der Landesmeister gewann. Wenige Monate später verstarb auch sein ehemaliger Mitspieler, der Verteidiger Rafael Lesmes, 85 Jahre, sowie sein zweimaliger Finalgegner von Stade Reims, der Stürmer Armand Penverne. Der deutsche Nationalspieler Helmut Haller nahm an drei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften teil und erzielte bei der WM1966 das erste Tor gegen England. Den Spielball gab er später Geoff Hurst für seinen Hattrick zurück. Félix Miéli Venerando, genannt Félix, Torhüter des brasilianischen Weltmeisterteams von Mexiko1970, starb im Alter von 74 Jahren an den Folgen eines Lungenemphysems.

Ein anderer großer Champion war der italienische Stürmer Giorgio Chinaglia, der 1976 mit Lazio Rom Meister wurde und 242 Tore in 254 Spielen erzielte. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere wechselte er zu den New York Cosmos und spielte an der Seite von Pelé. Er starb im Alter von 65 Jahren.

Von uns gegangen sind auch zwei legendäre Angreifer des afrikanischen Fussballs. Der Nigerianer Rasheed Yekini, erfolgreichster Torschütze in der Geschichte der Super Eagles (37 Tore in 58 Länderspielen), führte Nigeria bei der Afrikameisterschaft1994 zum Titel und in der Folge zur erstmaligen Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in den USA. Nur drei Tage nach ihm verstarb Jules Bocandé an den Folgen eines Herz-Kreislauf-Versagens. Der ehemalige Stürmer hatte zwischen 1979 und 1993 in 73 Länderspielen für die Löwen vonTeranga 20 Tore erzielt. 1994 und 1995 übernahm er das Traineramt und führte Senegal unter anderem ins Viertelfinale des Afrikanischen Nationen-Pokals 1994.

Unter den Funktionären hatte Gérard Enault, ehemaliger Generaldirektor des französischen Fussballverbands, Mitglied der FIFA-Kommission für Marketing und Fernsehen zwischen 1998 und 2005 sowie Mitglied der Medienkommission von 2008 bis 2009, eine wesentliche Rolle bei der Förderung und Entwicklung des Fussballs und seiner Werte gespielt. Der Engländer Jack Taylor verstarb im Alter von 82 Jahren, nachdem er über 1.000 Spiele geleitet hatte und für alle Zeiten als Schiedsrichter des Finales der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1974 in Erinnerung bleiben wird.

Frankreich schließlich verlor seinen treuesten Anhänger in Person des Journalisten Thierry Roland. Er verstarb im Alter von 74 Jahren und damit 14 Jahre nach seinem berühmten Ausspruch am Abend des Finalsiegs Frankreichs gegen Brasilien bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1998: "Nachdem ich das gesehen habe, kann ich sterben."