Am 6. März findet am FIFA-Sitz in Zürich die 124. Generalversammlung des International Football Association Board (IFAB) statt, wie in jedem Weltmeisterschaftsjahr unter dem Vorsitz des Weltdachverbandes.

Auf der Tagesordnung stehen Änderungsvorschläge für die Spielregeln 1 (Spielfeld) und 5 (Schiedsrichter) sowie Diskussionen über einige dringende Themen. Doch was ist das IFAB eigentlich genau? Wann ist es entstanden? Was war seine Rolle in der Geschichte? FIFA.com frischt Ihr Gedächtnis auf.

Gründung des IFAB
Das erste IFAB-Treffen fand am 2. Juni 1886 auf Anregung des englischen Fussballverbands (FA) statt, und es nahmen je zwei Vertreter der vier Verbände im Vereinigten Königreich teil (England, Schottland, Wales und Irland). In einer Zeit, in der sich je nach Spielort die Regeln voneinander unterschieden, avancierte das IFAB im Wissen um die Notwendigkeit einer Standardisierung zum Hüter der grundlegenden Spielregeln des Fussballs. Sein Ziel: die Spielregeln bewahren, überprüfen, sie studieren und gegebenenfalls modifizieren.

Der Fussball gewann weltweit rasant an Beliebtheit, und im Mai 1904 schlossen sich in Paris sieben Länder zur Fédération Internationale de Football Associations (FIFA) zusammen. 1906 übernahm Daniel Burley Woolfall, ehemaliger Vorsitzender des englischen Fussballverbands, die Präsidentschaft der FIFA von dem Franzosen Français Robert Guérin. Im selben Jahr trat der englische Verband der FIFA bei und im Jahr 1913 wurde die FIFA Mitglied des IFAB.

Im Herzen eines erneuerten IFAB hatte die FIFA von nun an dasselbe Gewicht wie die vier vereinten britischen Verbände. Nach wie vor besteht das Gremium aus acht stimmberechtigten Vertretern, von denen die FIFA vier und England, Schottland, Wales und Irland jeweils einen stellen. Für die Annahme einer neuen Maßnahme ist eine Dreiviertel-Mehrheit der Stimmen notwendig.

Die Spielregeln
Die Abseitsregel, zweifellos die konfliktreichste Regel, wurde bereits bei der Verfassung des ersten Regelwerks 1863 eingeführt. Damals lautete die Regel indes so, dass jeder Spieler, der sich vor dem Ball befand, im Abseits stand. Ende der 1860er-Jahre formulierte die FA die so genannte "Drei-Spieler-Regel " (um nicht im Abseits zu stehen, muss ein Stürmer mindestens drei Verteidiger vor sich haben), durch die sich nach und nach das Passspiel entwickeln konnte. Erst im Jahr 1925 wurde die Regel erneut geändert und die Anzahl der Spieler auf zwei reduziert.

1869 wurde der Abstoß eingeführt, der Eckstoß schließlich 1872. Der erste Elfmeter wurde 1891 gepfiffen, bis 1902 jedoch konnte der Strafstoß von jedem beliebigen Punkt in elf Metern Entfernung ausgeführt werden.

Die Anzahl der Tore pro Spiel erhöhte sich ab 1912, als den Torhütern verboten wurde, außerhalb des Strafraums die Hände zu Hilfe zu nehmen. 1920 wurde die Abseitsregel bei Einwürfen abgeschafft. Schritt für Schritt verfolgte das IFAB die Entwicklung des Spiels und auch der Mentalitäten. Das Verbot seit der Weltmeisterschaft 1990 für die Torhüter, einen bewusst gespielten Rückpass mit der Hand aufzunehmen, oder die Entscheidung von 1998, die Grätsche von hinten in die Beine des Gegners mit Rot zu ahnden, sind dafür gute Beispiele. Die über 100 Jahre alte Institution IFAB fährt Jahr für Jahr damit fort, den Fussball, dessen Essenz die Einfachheit ist, zu schützen und zu bewahren.