Seit seiner Gründung im 19. Jahrhundert spielt das "International Football Association Board" IFAB eine wichtige Rolle im internationalen Fussball. Es wacht über die Spielregeln und ist verantwortlich für Änderungen an diesen Regeln.

Gegen Ende des Jahres 1848 kamen Vertreter angesehener englischer Privatschulen bei einem Treffen in Cambridge darin überein, eine Reihe sinnvoller Fussball-Regeln festzuschreiben. Dieses historische Treffen war der erste Schritt zu allgemeingültigen Regeln für das Spiel. Fünfzehn Jahre danach wurde der englische Fussballverband (FA) gegründet, der genau 14 offizielle Regeln verbindlich festlegte.

Das erste IFAB-Treffen fand schließlich 1886 statt, als der englische Verband im Wissen um die Notwendigkeit einer Standardisierung die Verbände aus Irland, Schottland und Wales dazu einlud, zusammen an einem uniformen Regelwerk zu arbeiten. Bis zu jenem Zeitpunkt galten in verschiedenen Ländern auch verschiedene Regeln.

Seit seiner Gründung 1904 hat der Fussball-Weltverband FIFA immer die Zusammenarbeit mit der IFAB gesucht. Erste Schritte in diese Richtung wurden unternommen als der Engländer Daniel Burley Woolfall zwei Jahre nach der FIFA-Gründung die FIFA-Präsidentschaft übernahm. Zwar fanden die Olympischen Fussballturniere 1908 und 1912 noch unter Aufsicht der FA statt. Doch ab 1913 nahm die FIFA an den Konferenzen des Gremiums teil.

Vier Vertreter der FIFA und jeweils ein Vertreter Englands, Nordirlands, Schottlands und Wales´ treffen sich jedes Jahr zu einer Konferenz, auf der eventuelle Regeländerungen besprochen und angenommen oder abgelehnt werden.

Vier Wochen vor dieser Konferenz, die nach einer Entscheidung beim 117. Treffen im Jahr 2003 künftig immer im Februar oder März stattfindet, müssen die Verbände ihre Vorschläge für Regeländerungen schriftlich beim Sekretär des Dachverbandes einreichen. Die FIFA fasst die Vorschläge dann zusammen und reicht sie zur Prüfung an die anderen Verbände weiter. Für die Annahme einer Regeländerung muss eine Dreiviertelmehrheit zu Stande kommen.

Bei einem weiteren jährlichen Treffen im September oder Oktober wird dann über Fragen beraten, die nicht direkt die Regeln betreffen.

Warum gab es im Laufe der Jahre so wenige Änderungen an den Regeln? Warum gilt das IFAB als konservativ? Die Antwort darauf ist ebenso simpel wie direkt: Die Attraktivität des Fussballs liegt in seiner Einfachheit. Und als Hüter der Regeln versucht das IFAB so gut wie möglich die Wurzeln zu bewahren, aus denen der Sport so spektakulär aufgeblüht ist.

Das Regelwerk, dessen Originalversion naturgemäß in englischer Sprache verfasst ist, wurde zuletzt 1997 geändert. Es wurden stilistische Änderungen vorgenommen, die den Text um ein Drittel kürzer werden ließen.