Auch wenn die frühen Formen des Fussballs großen Enthusiasmus in Großbritannien hervorgerufen haben, gab es dennoch kritische - wenn auch letztlich fruchtlose - Einwände der Obrigkeit, der das Spiel wegen seiner Brutalität ein Dorn im Auge war.
Im Jahre 1314 erließ der Bürgermeister der Stadt London schließlich ein Gesetz, wonach das Fussballspiel, das die Straßen regelmäßig ins Chaos stürzte, zu unterlassen sei. Bei Verstoß gegen dieses Gesetz drohte sogar Haft.
Während des 100-jährigen Kriegs zwischen England und Frankreich (1337 bis 1453) versuchten die Königshöfe das Ballspiel mit allen Mitteln zu unterbinden. Eduard III., Richard II., Heinrich IV. und Heinrich V. ließen alle das Spiel per Gesetz verbieten, da es die Untertanen davon abhielt, militärisch sinnvollere Disziplinen wie insbesondere das Bogenschießen zu betreiben.
Sämtliche schottischen Könige des 15. Jahrhunderts hielten es für nötig, das Spiel mit einer Zensur zu belegen oder es sogar zu verbieten. Zu besonderer Berühmtheit gelangte der Parlamentsbeschluss unter Jakob I. im Jahre 1424, der lautete: "dass kein Mann den Fuss-Ball spielen darf." Allerdings war keine dieser Bemühungen von dauerhaftem Erfolg gekrönt. Die Popularität, die der Sport unter den Menschen genoss, und die Freude, die der Kampf um den Ball vermittelte, hatten bereits tiefe Wurzeln geschlagen.
Besonders unter der Herrschaft der Königin Elisabeth erlebte der Fussball einen enormen Aufschwung. Einen Einfluss auf die zunehmende Popularität des Fussballs könnte auch die italienische Renaissance gehabt haben. Insbesondere aus Florenz, aber auch anderen Städten, wie Venedig, schwappte die Welle des Calcio nach England. Die italienische Variante war organisierter als das englische Pendant. Die Mannschaften trugen traditionelle Trachten und liefen bei Galaveranstaltungen an bestimmten Feiertagen in Florenz auf.
In England war es indes noch immer ein umkämpfter und grober Sport, der aber in dieser Zeit einen prominenten Befürworter fand, der den Sport aber aus ganz anderen Gründen liebte. Dieser Befürworter war Richard Mulcaster, der große Pädagoge und Leiter der berühmten Londoner Handelsschulen Taylors und St. Paul's. Zwar war er der Meinung, dass das Spiel an einigen Stellen verbessert werden müsste, doch er erkannte auch die positiven Werte, wie die Stärkung von Gesundheit und Ausdauer. Er war davon überzeugt, dass eine begrenzte Anzahl an Spielern pro Mannschaft und eine strengere Spielleitung dem Sport förderlich sein würden.
Die Ressentiments gegen den Fussball gründeten zu dieser Zeit primär auf der öffentlichen Unruhe, die dieser verursachte. 1608 wurde das Spiel zum Beispiel in Manchester verboten, da zu viele Fenster zu Bruch gegangen waren. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde eine neue Front gegen den Fussballsport eröffnet. Durch den aufkommenden Puritanismus wurde der Sport im Allgemeinen und der Fussball im Besonderen als "frivoles" Vergnügen abgestempelt.
Haupteinwand war, dass das Fussballspiel gegen den Frieden am heiligen Sonntag verstieß. Ähnliche Angriffe richteten sich gegen das Theater, das die sittenstrengen Puritaner als Quelle des Müßiggangs und Frevels tadelten. Dies schuf die Grundlage für das Vergnügungsverbot an Sonntagen - von da an war der Fussball am heiligen Sonntag tabu.
Dies sollte die nächsten 300 Jahre unverändert bleiben, bis das Verbot zunächst inoffiziell und schließlich mit der formalen Erlaubnis des Fussballverbandes erneut aufgehoben wurde - auch wenn die Spiele zunächst nur in kleinem Rahmen stattfanden.
Alle waren sich einig, dass sich der Fussball in den vergangenen Jahrhunderten kaum weiterentwickelt hatte. Doch obwohl das Spiel 500 Jahre lang tabuisiert wurde, verschwand es nie vollständig von der Bildfläche.