Die Spiele
Nach 17 Jahren gewann der AC Mailand wieder einen internationalen Titel auf japanischem Boden. Dieser Triumph gelang 2007 insbesondere dank der überragenden Offensive. Die Mailänder setzten sich in einem umkämpften Halbfinale gegen die Urawa Red Diamonds durch, die als Vertreter Japans die ganze Gastgeber-Nation hinter sich hatten.

Carlo Ancelotti, der Paolo Maldini und Filippo Inzaghi an diesem kühlen Abend in Yokohama schonte, sah bis zur 68. Spielminute eine offene Begegnung. Nur ein Geniestreich konnte die Partie zugunsten Mailands entscheiden. Kaká und Clarence Seedorf nahmen sich schließlich dieser Herausforderung an. Nachdem sich der Brasilianer auf links durchgesetzt hatte, sorgte der Holländer mit einem präzisen Schuss für den Siegtreffer. Die von Holger Osieck trainierten Japaner leisteten lange Widerstand, zogen am Ende aber doch den Kürzeren.

Das Endspiel fand drei Tage später im gleichen Stadion statt. Es sollte die große Revanche für die Finalniederlage gegen die Boca Juniors beim Toyota-Cup 2003 werden. In der ersten Hälfte konnten die Argentinier das Spiel noch offen gestalten, so dass dem Treffer von Inzaghi in der 21. Spielminute der sofortige Ausgleich durch Rodrigo Palacio (22.) folgte. Nach dem Seitenwechsel sollte aber das individuelle Talent den Ausschlag zugunsten der Italiener geben.

Kaká erwies sich als ständiger Unruheherd und sorgte im Zusammenspiel mit Seedorf und Inzaghi fast im Alleingang für den Sieg über das Team von Miguel Ángel Russo. Alessandro Nesta mit einer Direktabnahme (50.), Kaká (61.) und Inzaghi (71.) sorgten für die beruhigende Führung der Italiener. Der Anschlusstreffer von Pablo Ledesma in der 85. Minute war nur noch Ergebniskosmetik. Der Sieg hätte sogar noch höher ausfallen können, doch am Ende interessierte das niemanden mehr: Der AC Mailand hatte als erster europäischer Verein die FIFA Klub-Weltmeisterschaft gewonnen.

Top-Spieler
Der Sieg der Rossoneri in Japan hatte einen Namen: Ricardo Izecson dos Santos Leite, besser bekannt als Kaká. Der überragende Akteur auf Seiten der Mailänder glänzte mit Spielwitz, Talent, Technik und Übersicht.

Der 25-jährige Mittelfeldakteur offenbarte seine ganze Spielstärke und wurde verdientermaßen mit dem Goldenen Ball von adidas als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Dies ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass er mit drei Vorlagen und einem Treffer an vier der fünf Tore seiner Mannschaft beteiligt war. Aber nicht nur die Italiener, sondern auch die Anhänger São Paulos freuten sich mit dem Brasilianer, schließlich vergisst der Champion aus dem Jahre 2005 nicht, was der ehemalige Publikumsliebling vor seinem Wechsel nach Mailand für den Verein getan hat.

"Dieses Endspiel hat uns einen unvergesslichen Abend beschert. Sowohl auf persönlicher als auch auf sportlicher Ebene wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Aber über den Gewinn des Goldenen Balls hinaus war es vor allem der Sieg einer ganzen Mannschaft. Wir hatten diesen Titel verdient", so Kaká am Abend der Auszeichnung. Wenige Stunden später sollte er auch noch zum FIFA Weltfussballer 2007 gekürt werden.

Trainer
Mit gerade mal 49 Jahren hat Carlo Ancelotti schon jetzt sein eigenes Kapitel in der Klubgeschichte des AC Mailand sicher. Als Spieler stand er am Anfang der Berlusconi-Ära von 1986 bis 1991 beim AC unter Vertrag. In dieser Zeit gewann er unter anderem die Serie A, den Europapokal der Landesmeister und den Toyota-Cup.

Seine Trainerlaufbahn begann in der Serie B, bevor er den AC Parma übernahm und 1999 den UEFA-Pokal gewann. Danach folgte er Marcello Lippi auf der Trainerbank von Juventus. 2001 ging es schließlich zum AC Mailand, dem Verein, den er zwei Mal nach Japan führte.

2003 hatte er noch wenig Grund zur Freude: Gegen Boca Juniors gab es im Finale von Yokohama eine Niederlage im Elfmeterschießen. Vier Jahre später sollte die Revanche im Rahmen der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2007 gelingen.

"Wir werden diesen Sieg nicht so schnell vergessen. Dieser wundervolle Titel bedeutet uns sehr viel und lässt uns die Enttäuschung der Niederlage 2003 vergessen", so Ancelotti nach der Siegerehrung.

FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2007
13. Dezember 2007 (Yokohama International Stadium)
Halbfinale: Urawa Red Diamonds - AC Mailand 0:1

67.005 Zuschauer
Schiedsrichter: Jorge Larrionda (URU)
Tore: Clarence Seedorf (68.)
Urawa: Tsuzuki; Tsuboi, Tanaka, Nene, Soma; Hosogai, Abe, Hasebe, Suzuki; Washington, Nagai
Trainer: Holger Osieck
AC Mailand: Dida; Oddo, Nesta, Kaladze, Jankulovski; Gattuso, Pirlo, Ambrosini, Seedorf; Kaká, Gilardino
Trainer: Carlo Ancelotti

16. Dezember 2007 (Yokohama International Stadium)
Boca Juniors - AC Mailand 2:4

68.263 Zuschauer
Schiedsrichter: Marco Rodríguez (MEX)
Tore: Filippo Inzaghi (21. und 71.), Alessandro Nesta (50.) und Kaká (61.) für den AC Mailand
Rodrigo Palacio (22.) und Pablo Ledesma (85.) für Boca Juniors
Boca Juniors: Caranta, Ibarra, Maidana, Paletta, Morel Rodríguez, González, Battaglia, Banega, Cardozo; Palacio, Palermo
Trainer: Miguel Ángel Russo
AC Mailand: Dida; Bonera, Nesta, Kaladze, Maldini; Pirlo, Gattuso, Ambrosini, Seedorf; Kaká, Inzaghi
Trainer: Carlo Ancelotti

Spieler des Turniers: Kaká