Die Spiele
1992 standen sich im Spiel um den Toyota Cup mit Sao Paulo und Barcelona zwei Mannschaften gegenüber, die ihren Kontinent zum ersten Mal vertraten. Die von Johan Cruyff trainierten Katalanen gingen nach einer herrlichen Vorlage von Josep Guardiola, die Hristo Stoitchkov schön verwandelte, früh in Führung (12.). Aber die Brasilianer kamen noch vor der Pause zum Ausgleich. Eine feine Einzelleistung des Kraftpakets Müller vollendete Raï gekonnt (27.).

Nach der Pause musste der erst drei Tage zuvor nach Tokio angereiste spanische Vertreter allmählich den Reisestrapazen Tribut zollen. Abermals war es Raï, der vollstreckte und Sao Paulo damit seinen ersten Toyota Cup bescherte.

Auch im Jahr darauf gab sich Sao Paulo wieder ein Stelldichein in Tokio. Europa wurde diesmal vom AC Mailand vertreten, obwohl die Italiener eigentlich nur Finalgegner von Olympique Marseille im Spiel um den Europapokal der Landesmeister gewesen waren. Aber die Südfranzosen waren vom eigenen Verband wegen einer Korruptionsaffäre in der Meisterschaft gesperrt worden.

Das Spiel um den Toyota Cup 1993 ist als eines der spektakulärsten in die Geschichte eingegangen. Dank Palhinha (nach herrlicher Vorarbeit von Cafu) ging Sao Paulo mit einer Führung in die Pause. Im zweiten Durchgang aber brannten beide Mannschaften noch ein wahres Feuerwerk ab. Daniele Massaro markierte kurz nach Wiederbeginn den Ausgleich für Mailand (48.), aber schon elf Minuten später legte Leonardo für Toninho Cerezo auf, der seine Elf erneut in Führung brachte. Aber der unermüdlich laufstarke Massaro leistete schließlich doch noch die Vorarbeit zu Jean-Pierre Papins Ausgleich in der 81. Minute. Als schon alles auf eine Verlängerung hindeutete, fand Müller schließlich noch einmal eine Lücke in der Mailänder Abwehr und markierte den umjubelten Siegtreffer für Sao Paulo.

Der Star der Mannschaft von 1992
Raï Souza Vieira de Oliveira, kleiner Bruder des großen Socrates, war der uneingeschränkte Chef der Mannschaft von Sao Paulo in den neunziger Jahren. Der Modellathlet (1,89 m bei 88 kg) zeichnete sich auf dem Platz durch erstaunliche Eleganz und große Spielintelligenz aus - Eigenschaften, die ihn bereits mit 22 Jahren zum Kapitän der brasilianischen Mannschaft machten. In fünfeinhalb Jahren bei Sao Paulo machte er 103 Tore (zwei davon beim Toyota Cup 1992) und verhalf seinem Klub so zu einer brasilianischen Meisterschaft, drei Meisterschaften im Bundesstaat Sao Paulo, zwei Copa Libertadores und eben dem Toyota Cup 1992. Im September 1993 wechselte er nach Frankreich zu Paris Saint Germain, ehe er 1998 nach Brasilien zurückkehrte und sich wieder das Trikot seines Vereins überstreifte.

Der Star der Mannschaft von 1993
Antonio Carlos Cerezo, besser bekannt unter dem Namen Toninho Cerezo, war ein unermüdlicher Mittelfeldspieler. Die Krönung seiner Karriere erfuhr er erst mit 38 Jahren, als er nach dem Toyota Cup 1993 und dem 3:2 Sao Paulos gegen den AC Mailand zum besten Spieler gewählt wurde.

Der am 21. April 1956 in Belo Horizonte geborene Cerezo begann seine Karriere bei Atletico Mineiro und Sao Paulo, ehe er für die beiden FIFA Weltpokal ™-Turniere in Argentinien 1978 und Spanien 1982 berufen wurde, wo er mit Socrates, Falcao und Zico das vielleicht perfekteste Mittelfeld der Fussballgeschichte bildete. Aber er machte ausgerechnet im Spitzenspiel gegen den späteren Titelträger Italien (2:3) einen großen Fehler, der Brasilien das Weiterkommen kostete.

Cerezo machte danach in Italien bei AS Rom und später bei Sampdoria Genua Station. Dort gewann er mehrere Titel, ehe er 1992 nach Brasilien zu Sao Paulo zurückkehrte und seine Karriere mit einem Paukenschlag ausklingen ließ. Toninho Cerezo beendete seine Karriere 1994 und ist seitdem vor allem in Japan als Trainer tätig.

Der Trainer
Tele Santana war Auslöser der "Kulturrevolution" in seinem Klub. Santana galt stets als einer der besten Trainer der Welt. Er war vehementer Verfechter des Offensivfussballs, an dem die Zuschauer genau so viel Freude haben sollten wie die Spieler. Santana war selbst aktiv bei Fluminense, Madureira, Guarani und Vasco de Gama und trainierte danach Atletico Mineras Gerais, Gremio und die brasilianische Nationalmannschaft bei den FIFA Weltpokal ™-Turnieren 1982 und 1986.

Nach Sao Paulo kehrte er nach einem Gastspiel bei der saudischen Nationalmannschaft zurück. Zwischen 1989 und 1993 gewann er mit Sao Paulo sowohl national als auch international sämtliche Titel, auch wenn man seine Philosophie im Ausland nicht unbedingt immer verstand.


Toyota Cup 1992
13. Spiel am 13. Dezember 1992 in Tokio
FC Sao Paulo - FC Barcelona 2:1
Zuschauer:
ca. 60.000
Schiedsrichter: Juan Carlos Loustau (ARG)
Tore: Sao Paulo: Rai (27. und 78.) Barcelona: Stoitchkov (12.)
FC Sao Paulo: Zetti, Vitor, Ronaldo, Ronaldo Luiz, Adilson, Cafu, Pintado, Rai, Toninho Cerezo, Muller, Palhinha Trainer: Tele Santana.
FC Barcelona: Zubizarreta, Ferrer, Koeman, Eusebio, Bakero, Guardiola, Amor, Laudrup, Witschge, Stoitchkov, Begiristain.
Trainer: Johann Cruyff
Spieler des Spiels: Raï (FC Sao Paulo)
Toyota Cup 1993
14. Spiel am 12. Dezember 1993 in Tokio
Sao Paulo - AC Milan 3:2
Zuschauer:
52.275
Schiedsrichter: Joel Quiniou (FRA)
Tore: Sao Paulo: Palhinha (19.), Toninho Cerezo (59.), Muller (88.) AC Mailand: Massaro (48.), Papin (81.),
FC Sao Paulo: Zetti, Cafu, Ronaldo, Valber, Andre, Toninho Cerezo, Dinho, Doriva, Leonardo, Palhinha, Muller.
Trainer: Tele Santana
AC Mailand: Rossi, Panucci, Baresi, Costacurta, Maldini, Desailly, Albertini, Donadoni, Massaro, Papin, Raducioiu.
Trainer: Fabio Capello
Spieler des Spiels: Toninho Cerezo (FC Sao Paulo)