Turnierzusammenfassung
Nachdem Sao Paulo 2005 zum dritten Mal die Copa Libertadores gewonnen hatte, trat das Team vom 11. bis 18. Dezember in Japan zur FIFA Klub-Weltmeisterschaft an, die in einem neuen Format ausgespielt wurde. Die Brasilianer griffen erst im Halbfinale des Turniers mit sechs Teams ein und besiegten dort den saudiarabischen Vertreter Al Ittihad mit 3:2. Im Finale gegen den FC Liverpool, der zuvor in elf Spielen keinen einzigen Gegentreffer kassiert hatte, galt Sao Paulo zwar als Außenseiter, doch dank eines Tores von Mineiro in der 27. Minute, einer hervorragenden Leistung von Torhüter und Kapitän Rogerio Ceni sowie dem Glück des Tüchtigen konnten die Schützlinge von Paulo Autuori den Titel gewinnen.

Starspieler
Torhüter Rogerio Ceni ist das unumstrittene Idol der Fans von Sao Paulo. Grund dafür ist nicht nur seine demonstrative Verbundenheit zu dem Verein, dem er nunmehr schon seit 13 Jahren angehört, und für den er bislang über 600 Mal gespielt hat (damit ist er der Spieler mit den meisten Einsätzen für Sao Paulo). Ceni ist auch deswegen so beliebt, weil er bei Freistößen äußerst torgefährlich und außerdem ein sehr sicherer Elfmeterschütze ist. Auch in Japan stellte er dies wieder unter Beweis, als er beim 3:2-Halbfinalsieg gegen Al Ittihad einen Strafstoß verwandelte. Im Endspiel boten sich dem charismatischen Torhüter allerdings kaum Möglichkeiten, sich auf dem Feld zu profilieren. Doch dafür hielt er an diesem Tag auf der Linie alles, was zu halten war. Er zeigte eine Glanzparade nach der anderen und wurde am Ende, nachdem er seinen Kasten im Finale sauber gehalten hatte, mit dem Goldenen Ball von adidas und dem Toyota Award ausgezeichnet.

Trainer
Wenn es einen entscheidenden Faktor für den dritten Titelerfolg des FC Sao Paulo in der Copa Libertadores gab, dann war es Paulo Autuori. Der Coach aus Rio de Janeiro hatte seinen Vorgänger Emerson Leao nach der Gruppenphase abgelöst. Für Autuori, der bereits 1997 mit Cruzeiro die Copa Libertadores gewonnen hatte, begann damit ein neues Kapitel in seiner beeindruckenden Trainerlaufbahn. Bis wenige Wochen zuvor hatte Autuori noch die peruanische Nationalmannschaft betreut. Insbesondere für die Verteidigung machte sich seine immense Erfahrung bezahlt. Es war wahrlich beeindruckend, wie er mit seinem taktischen Geschick die Hintermannschaft so eingestellt hatte, dass sie im Finale Welle um Welle der Liverpooler Angriffe unbeschadet überstand. In Japan war man gar so begeistert, dass man Autuori unmittelbar nach dem Turnier einen lukrativen Vertrag für die Übernahme der J-League-Mannschaft Kashima Antlers anbot.


18.Dezember 2005 in Yokohama
Sao Paulo - Liverpool 1:0
Zuschauer:
66.821
Tore: Mineiro (27')
Sao Paulo: Rogerio Ceni, Cicinho, Fabao, Edcarlos, Diego Lugano, Junior, Mineiro, Josue, Danilo, Amoroso, Aloisio
Trainer: Paulo Autuori
FC Liverpool: Jose Manuel Reina, Stephen Warnock, Steve Finnan, Jamie Carragher, Sami Hyypia, Momo Sissoko, Steven Gerrard, Luis Garcia, Xabi Alonso, Harry Kewell, Fernando Morientes
Trainer: Rafael Benitez
Spieler des Turniers: Rogerio Ceni (Sao Paulo)