Das Spiel
Die erste Begegnung des neuen Vereinswettbewerbs wurde in
Montevideo ausgetragen, auf einem nassen Spielfeld, dessen tiefer
Boden nicht gerade zur Ansehnlichkeit des Spiels beitrug. So gelang
dann auch keiner der beiden Mannschaften ein Treffer, und es blieb
beim 0:0-Unentschieden. Zwei Monate später kam es zum Rückspiel,
das im bis auf den letzten Platz gefüllten Bernabéu-Stadion
ausgetragen wurde. Die Partie wurde von 120.000 Zuschauern im
Stadion verfolgt und in 13 Ländern live im Fernsehen übertragen,
wobei rund 150 Millionen Menschen an den Bildschirmen dabei waren.
Real Madrid ging mit ungeheurem Schwung in die Partie und führte
nach zehn Spielminuten dank zweier wunderschöner Tore von Puskas
und einem von di Stefano bereits mit 3:0. Herrera und Gento trugen
an diesem denkwürdigen Abend auch noch jeweils einen Treffer zum
Schützenfest bei, und Spencer gelang der Ehrentreffer für die
Uruguayer. Das Spiel der Mannschaft in den weißen Trikots war
ungemein schnell und sie behielt über die gesamte Spielzeit hinweg
die Kontrolle, so dass das Team aus Uruguay nicht die geringste
Chance hatte und schließlich die absolute Überlegenheit des Gegners
anerkennen musste.
Der Star der Mannschaft
Ferenc Puskas erhielt von den madrilenischen Fans aufgrund
seines hervorragenden Torriechers den liebevollen Spitznamen
'Cañoncito Pum'. Puskas war der geborene Stürmer und
verfügte über einen ausgesprochen starken linken Fuß, mit dem er
großartige Ballkunststückchen vorführen konnte. "Er kann den
Ball mit dem linken Fuß besser kontrollieren als ich mit der
Hand", sagte sein Mannschaftskamerad und Freund di Stefano
einst. Seine Schussstärke und Präzision sowie sein ausgeprägter
Torriecher machten ihn zu einer absoluten Gefahr im Strafraum. Mit
seinem Spiel gelang es ihm sofort, die gesamte Fangemeinde in
seinen Bann zu ziehen. Die beiden in den ersten zehn Spielminuten
des Rückspiels im Interkontinental-Pokal erzielten Treffer
leisteten einen Beitrag dazu, dass er später laut der International
Federation of Football History and Statistics (IFFHS) zum
Torschützenkönig des 20. Jahrhunderts wurde. Der Ungar erzielte
damit auch das erste Tor in der Geschichte des
Interkontinental-Pokals.
Der Trainer
Miguel Muñoz ist bei Real Madrid zu einem wahren Idol
geworden. Als Mannschaftskapitän sicherte er sich die ersten drei
Europapokale der Geschichte, und als Trainer räumte er alles ab.
Bis zum heutigen Tage hält er noch immer zwei Rekorde in der
madrilenischen Mannschaft: Er hatte als Trainer mit 13 Jahren und
sechs Monaten die längste Amtszeit von allen und heimste außerdem
die meisten Titel für die Königlichen ein (neun Meistertitel, zwei
Europapokale, zwei spanische Vereinspokale und einen
Interkontinental-Pokal). Muñoz holte aus einer Generation von
Fussballern, die bereits alles gewonnen hatten, das Optimum heraus
und verstand es außerdem noch hervorragend, das Team zu verjüngen
und eine Nachwuchstruppe zu formen, die das Prestige des Klubs noch
steigern konnte.
Hinspiel (3. Juli 1960) Estadio Centenario
Peñarol de Montevideo - Real Madrid: 0:0
Schiedsrichter: José Luis Praddaude (ARG)
Peñarol de Montevideo: Luis M. Maidana, William
Martínez, Milton Alves Da Silva (Salvador), Santiago Pino, Néstor
Gonçalvez, Walter Aguerre, Luis A. Cubilla, Carlos A. Linazza, Juan
E. Hohberg, Alberto P. Spencer, Carlos Borges.
Real Madrid: Rogelio Domínguez,
"Marquitos" Alonso, José E. Santamaría,
"Pachín" Pérez, J. Vidal, Zárraga, Canario, Del Sol,
Alfredo di Stefano, Ferenc Puskas, Bueno.
Rückspiel (4. September 1960) Estadio Santiago Bernabéu
Real Madrid - Peñarol de Montevideo: 5:1
Tore: Puskas (2.), di Stefano (3.), Puskas (8.),
Herrera (40.), Gento (54.); Spencer (80.)
Zuschauer: 120000
Schiedsrichter: Aston (ENG)
Real Madrid: Rogelio Domínguez, José E.
Santamaría, Zárraga, "Marquitos" Alonso, J. Vidal,
"Pachín" Pérez, Herrera, Del Sol, Alfredo di Stefano,
Ferenc Puskas, Gento.
Peñarol de Montevideo: Luis M. Maidana, F.
Majewski, William Martínez, Santiago Pino, Milton Alves Da Silva
(Salvador), Walter Aguerre, Luis A. Cubilla, Carlos A. Linazza, J.
E. Hohberg, Alberto P. Spencer, C. Borges.