Das Spiel
Das von allen spektakulärste Finale für Nacional Montevideo war indes das Finale im Toyota-Cup 1988 gegen PSV Eindhoven, das damals solch namhafte Spieler wie Ronald Koeman und Romario in der Mannschaft hatte.

Trotzdem gingen die Südamerikaner bereits in der 7. Spielminute durch ein Kopfballtor von Santiago Ostolaza in Führung, der bei einer missglückten Abwehr von Hans van Breukelen abstauben konnte. Die Uruguayer kontrollierten danach die gesamte erste Spielhälfte.

Nach der Halbzeitpause kam der PSV dann durch einen Treffer von Romario (75. Min.) wieder ins Spiel und erzwang die Verlängerung. Die Niederländer erhöhten in der 110. Spielminute durch einen Elfmeter von Koeman auf 2:1. Nacional Montevideo steckte jedoch nicht auf und erzielte buchstäblich in letzter Sekunde noch den Ausgleich. Ostolaza, genannt der "Baske", hatte einen von Yubert Lemos platziert getretenen Eckball aufgenommen und per Kopf verwandelt.

Zum Helden des zweiten Titelgewinns im Toyota-Cup wurde dann der uruguayische Keeper Jorge Sere im abschließenden Elfmeterschießen. Er hielt insgesamt vier Elfmeter der Niederländer und hatte somit einen entscheidenden Anteil am dritten Sieg seiner Mannschaft im dritten Finale eines internationalen Wettbewerbs.

Der Star der Mannschaft
Santiago Ostolaza, ein offensiver und zugleich außerordentlich fleißiger Mittelfeldspieler, war damals mit seinen beiden Treffern im Spiel gegen PSV Eindhoven, wovon er einen in der letzten Minute der Verlängerung mit einem sehenswerten Kopfball erzielte, der Topspieler in den Reihen von Nacional Montevideo.

Danach versenkte er während des unendlich langen Elfmeterkrimis das Leder eiskalt im gegnerischen Netz und verhalf seiner Mannschaft damit zum 7:6-Sieg sowie dem dritten Titelgewinn. Der aus Dolores stammende Ostolaza wurde 1962 in einer Familie geboren, die sich voll und ganz dem Fussball verschrieben hatte (sein Vater spielte früher als Torhüter). Der "Baske", wie ihn seine Freunde genannt hatten, war ein typischer Wandervogel. Als Spieler machte er vor allem bei Bella Vista (1980-1985), Nacional Montevideo (1986-1988), Cruz Azul (1989-1992), Queretaro (1992), Kioto Purple (1994), und Olimpia (1995/99) von sich reden. Seine Karriere beendete er dann im Jahr 2000 in seiner uruguayischen Heimat bei den Montevideo Wanderers.

Danach arbeitete er als Trainer bei River Plate, Deportivo Maldonado, den Montevideo Wanderers und in Zacatecas (Mexiko), bevor er die Mannschaft von Nacional Montevideo übernahm, dort aber nach einer Niederlage gegen Peñarol Montevideo entlassen wurde. Seine Weltreise in Sachen Fussball scheint indes noch lange nicht zu Ende zu sein...

Der Trainer
Roberto Fleitas dagegen wurde nach dem Sieg von Nacional Montevideo im Toyota-Cup 1988 zum Trainer des Jahres in Südamerika gewählt. Fleitas, der mit der uruguayischen Nationalmannschaft im Vorjahr (1987) die Copa América gewonnen hatte, betreute später noch mehrere argentinische Klubmannschaften.


11. Dezember 1988 im Olympia-Stadion von Tokio
Nacional Montevideo - PSV Eindhoven (Niederlande) 7:6 (n.E.) (2:2 n.V.)
Zuschauer:
62.000
Schiedsrichter: Jesús Díaz Palacio (Kolumbien)
Tore: 1:0 und 2:2 Ostolaza (7. und 119. Min.), 1:1 Romario (75. Min.), 1:2 Koeman (110. Min.)
Verwandelte Elfmeter:
Für Nacional Montevideo: Lemos, Castro, De Leon, De Lima, Revelez, Ostolazza, Tony Gomez Für PSV Eindhoven: Koeman, Valckx, Romario, Ellerman, Koot, Gihaus
Nacional Montevideo: Seré, Gomez, De Leon, Revelez, Pintos Saldanha, Ostolaza, Vargas, Lemos, Cardaccio, De Lima, Castro.
Trainer: Roberto Fleitas
PSV Eindhoven: Van Breukelen, Gerets, Koot, Koeman, Heintze, Lerby, Van Aerle, Vanenburg, Ellerman, Kieft, Romário