Das Spiel
1969 machte der AC Mailand bereits im Hinspiel mit einem
deutlichen 3:0 gegen die Argentinier von Estudiantes de la Plata
praktisch alles klar. Sormani trat dabei als Doppeltorschütze in
Erscheinung. Im Rückspiel überstanden die
Rossoneri dann die Hölle des
Bombonera (eigentlich Heimstadion der Boca Juniors).
Supertalent Gianni Rivera markierte nach einer halben Stunde das
Auswärtstor, das seinem AC den ersten Erfolg im
Interkontinental-Pokal endgültig sicherte, nachdem man zuvor 1963
noch unterlegen war.
Der Star der Mannschaft
"Ragazzo d'oro", den "goldenen
Jungen", nannte man Gianni Rivera in Italien ob seiner
Eleganz, seiner Technik und seiner außerordentlichen
Spielübersicht. Er gilt bis heute als einer der ganz Großen des
italienischen Fussballs.
Ganze neunzehn Jahre lang war der Name des Mannes mit der Nummer 10 mit dem des AC Mailand verknüpft. 128 Tore in 501 Pflichtspielen machte Rivera in dieser Zeit für seinen Klub. Eine Leistung, wie sie nach ihm nur Franco Baresi wiederholen konnte.
Selbiges gilt auch für die italienische Nationalmannschaft, in der Rivera mit Sandro Mazzola zwar einen hartnäckigen Konkurrenten hatte, mit der er aber nichtsdestoweniger zwischen 1962 und 1974 an vier FIFA Weltpokal TM-Endrunden teilnahm (60 Länderspiele, 14 Tore). Nach seiner Spielerkarriere war er bis 1986 Vizepräsident von Mailand, ehe er in die Politik ging und auch dort erfolgreich war.
Der Trainer
Nereo Rocco ist als Erfinder des berühmten italienischen
Abwehrriegels
Catenaccio in die Geschichte des Fussballs eingegangen.
Dieses ultradefensive System ließ er Ende der fünfziger Jahre in
Padua praktizieren und inspirierte damit zahlreiche andere
Mannschaften, vor allem aber den Ortsrivalen Inter mit seinem
Trainer Helenio Herrera.
"Einzig wir in Padua spielen den echten Catenaccio. Die anderen spielen einfach nur ängstlichen Fussball", lautete Roccos trockener Kommentar dazu. Als 15-Jähriger von Piero Pasinati, dem Weltmeister von 1938, als Spieler entdeckt, machte Rocco als Aktiver eine eher bescheidene Karriere, ehe er 1947 zunächst bei seiner geliebten Triestina ins Trainergeschäft einstieg und später mit dem AC Mailand die höchsten Weihen als sportlicher Leiter empfing.
Als Rocco 1961 das Traineramt beim AC übernahm, herrschte gerade Notstand, denn Mailand wurde regelmäßig vom Stadtrivalen Inter übertrumpft. Rocco verpasste dem AC flugs sein effektives, wenn auch wenig spektakuläres System, und holte damit Titel um Titel. Aber diese Leidenschaft kostete ihren Preis. Rocco nahm keine Rücksicht auf seine Gesundheit und starb am 20. Februar 1979 im Alter von 67 Jahren.
Hinspiel im Stadion San Siro (Mailand), am 8. September
1969
AC Milan - Estudiantes de la Plata 3:0
Zuschauer: 60.675
Schiedsrichter: Roger Machin (FRA)
Tore: Sormani (8. und 71.), Combin (45.)
AC Milan: Cudicini, Malatrasi, Anquiletti, Rosato,
Schnellinger, Lodetti, Rivera, Fogli, Sormani, Néstor Combin,
Prati.
Trainer: Nereo Rocco
Estudiantes: Poletti, Aguirre, Medina, Madero,
Malbernat, Bilardo, Togneri, Echecopar, Flores, Conigliaro, Veron.
Trainer: Osvaldo Juan Zubeldia
Rückspiel am 22. Oktober 1969 im Stadion Bombonera in
Buenos Aires
Estudiantes de la Plata - AC Milan 2:1
Zuschauer: 45.000
Schiedsrichter: Domingo Massaro Conley (CHI)
Tore: Estudiantes: Comigliaro (43.), Suarez (44.)
Milan: Rivera (30.)
Estudiantes: Poletti, Manera, Aguirre, Madero,
Malbernat, Bilardo, Romero, Togneri, Conigliaro, Taverna, Veron.
Trainer: Osvaldo Zubeldia
Milan: Cudicini, Malatrasi, Anquiletti, Fogli,
Rosato, Schnellinger, Lodetti, Rivera, Sormani, Nestor Combin,
Prati.
Trainer: Nereo Rocco