Das Spiel
Manchester United ging in Tokio mit einem knappen 1:0 als
Sieger vom Platz. Den Erfolg verdankte die Mannschaft jedoch dem
irischen Mittelfeldspieler Roy Keane. Keane traf in der 35. Minute
aus knapper Entfernung, nachdem Marcos, der Torhüter von Palmeiras,
eine Flanke von von Giggs unterschätzt hatte. Giggs selbst vergab
in der zweiten Halbzeit dann noch eine hundertprozentige Torchance,
mit der er sein Team weiter in Front hätte bringen können. Auf der
anderen Seite überstand der englische Meister während der Partie
jedoch noch einige Schrecksekunden, in denen das Ergebnis noch
hätte kippen können. Mickael Silvestre rettete nach einem Torschuss
von Alex auf der Linie und abgesehen von anderen Glanzparaden
wehrte ManUs Keeper Mark Bosnich einen platzierten Kopfstoß von
Oseas bravourös ab. Manchester United hatte diesen
prestigeträchtigen Sieg errungen, obwohl die Mannschaft nicht in
Bestform war, aber das kümmerte Sir Alex Ferguson ziemlich wenig.
Er sagte: "Ich bin sehr glücklich, dass wir die erste
englische Mannschaft sind, die den Weltpokal gewinnen konnte. Das
ist etwas ganz Besonderes."
Der Star des Teams
Der Waliser Flügelstürmer Ryan Giggs wurde zum "Man of
the Match" gewählt und David Beckham rief die lautesten
Begeisterungsstürme bei den japanischen Zuschauern hervor, aber
Dreh- und Angelpunkt bei diesem Erfolg von Manchester United war
Roy Keane. Nachdem Keane 1993 von Nottingham Forest zu ManU
gewechselt war, ersetzte der furchteinflößende und zweikampfstarke
Ire Bryan Robson in der Rolle des Spielmachers. Im darauf folgenden
Jahrzehnt war Keane wohl der beste Mittelfeldspieler im englischen
Fussball. Sir Alex Fergusons sprichwörtlicher Stellvertreter auf
dem Platz, der sich mit völliger Hingabe in den Dienst von
Manchester United stellte, feierte einen seiner absoluten
Höhepunkte seiner Karriere beim UEFA Champions League
Halbfinalspiel 1999 gegen Juventus Turin, in dem Keane fast ganz
alleine für sein Team einen 0:2-Rückstand in Turin aufholte und am
Ende die Endspielteilnahme von Manchester ermöglichte. Leider war
Keane für das spätere Finale gesperrt, aber dieser Rückschlag
gehört zu den wirklich wenigen Enttäuschungen, die der Ire in
seiner glänzenden Laufbahn als Profifussballer hinnehmen
musste.
Der Trainer
Sir Alex Ferguson, in seiner aktiven Zeit ein quirliger und
kampfstarker Stürmer, stellte seine Kampfeslust auch als Trainer in
gleicher beeindruckender Manier unter Beweis. Zunächst war er beim
FC Aberdeen in seiner Heimat Schottland tätig, dem Provinzklub an
der Ostküste, den er auf Kosten der renommierten Klubs Celtic
Glasgow und Glasgow Rangers zu einem noch nie da gewesenen Erfolg
führte. Der FC Aberdeen gewann unter seiner Führung in der ersten
Hälfte der achtziger Jahre drei Mal die englische Meisterschaft und
gegen Real Madrid sogar den Europapokal der Pokalsieger. 1986
betreute Sir Alex Ferguson, der zu diesem Zeitpunkt immer noch
Trainer des FC Aberdeen war, die schottische Nationalmannschaft als
Coach beim FIFA-Weltpokal Mexiko 1986
™, nachdem er die Zügel nach dem plötzlichen Tod seines
großen Mentors Jock Stein übernommen hatte. Im November desselben
Jahres wechselte Sir Alex dann zu Manchester United und nahm im
Old-Trafford-Stadion seine Arbeit auf. Sein neuer Kurs war äußerst
erfolgreich und führte das Team schließlich zu einer
Vormachtstellung im englischen Fussball. Der Erfolg stellte sich
zunächst nur langsam ein, aber nachdem ManU 1993 den ersten
Meistertitel in der Premier League gewonnen hatte, hagelte es in
der Folgezeit regelrecht Titel. Zu den größten Erfolgen von Sir
Alex Ferguson zählen das Double 1994 und der Dreifacherfolg 1999,
wo die Mannschaft mit dem Gewinn der UEFA Champions League auch den
wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb gewinnen konnte. Dabei
überzeugte Manchester United mit erfrischendem Angriffsfussball und
setzte das von Sir Alex bevorzugte Spiel über die Flügel nahezu
perfekt um.
Nationalstadion, Tokio, Am 30. November 1999
Manchester United - Palmeiras 1:0
Zuschauerzahl: 53.372
Schiedsrichter: Helmut Krug (GER)
Tor: Keane (35.)
Manchester United: Bosnich, G Neville, Irwin,
Stam, Silvestre, Keane, Butt, Beckham, Scholes (Sheringham), Giggs,
Solskjaer (Yorke).
Palmeiras: Marcos, Junior Baiano, Arce, Junior,
Roque Junior, Cesar Sampaio, Zinho, Galeano (Evair), Asprilla
(Oseas), Alex, Paulo Nunes (Euller).