Inter holte beide Siege im Interkontinental-Pokal gegen den selben Gegner, die Argentinier von Independiente. Die Gauchos fanden dabei nie eine Antwort auf den von ihrem ehemaligen Landsmann Helenio Herrera praktizierten Catenaccio.
Die beiden Vereine trafen binnen zwei Jahren ganze fünf Mal auf einander. Drei Mal gewann dabei Inter, zwei Mal daheim und ein Mal auf neutralem Platz. Nur im ersten Spiel in Buenos Aires gab es eine Niederlage, und im zweiten Spiel ein torloses Unentschieden.
Der dreifache Torschütze Sandro Mazzola sowie Doppeltorschütze Mario Corso avancierten zu Helden dieser Endspiele. Corso erzielte am 26. September 1964 im Stadion Santiago Bernabeu zu Madrid auch den Siegtreffer, der den ersten Titel bescherte. Das Tor fiel in der 110. Minute einer Partie, in der Chancen bis dahin absolute Mangelware gewesen waren.
1965 erledigte Inter das Schwerste schon im Hinspiel, dank eines frühen Tores von Joaquin Peiro in der dritten Minute. Im Rückspiel konnten die Argentinier den italienischen Abwehrriegel dann partout nicht knacken.
Die Stars der Mannschaft
In einer Mannschaft wie der von Inter (mit Sarti, Burgnich,
Facchetti, Bedin, Guarnieri, Picchi, Jair, Mazzola, Peiro, Luis
Suárez, Corso), die als unglaublich kompaktes Kollektiv auftrat,
ist es schwer, einzelne Spieler herauszuheben. Zwei Spieler ragten
dennoch heraus: Der heutige Präsident Giacinto Facchetti, der in
seiner aktiven Zeit ein turmhoher und eleganter Außenverteidiger
bei Inter war und es auf 94 Länderspiele brachte, sowie Alessandro
Mazzola, der als offensiver Mittelfeldspieler und später als
Stürmer 157 Tore in 561 Spielen für Inter und zwischen 1963 und
1974 in 70 Länderspielen 22 Tore für Italien erzielte.
"Sandro" schaffte es auf diese Weise, es seinem Vater
Valentino gleichzutun, jenem Kapitän der Turiner
Unglücksmannschaft, die in der Absturzkatastrophe von Superga uns
Leben kam.
Der Trainer
Helenio Herrera ist wirklich eine Legende. Geboren am 17.
April 1916 in Buenos Aires, zweifacher Nationalspieler für
Frankreich, gefeiert in Madrid, Barcelona und Mailand und
verstorben am 9. November 1997 in Venedig - das sind die Eckdaten
eines echten Trainermythos, der unter seinen beiden Initialen
bekannt wurde: H.H. Herrera verbrachte eine von bescheidenem Erfolg
gekrönte Spielerkarriere in Frankreich. Als Trainer aber konnte er
eine geradezu unglaubliche Trophäensammlung vorweisen.
H.H. war dabei vor allem von der Vorkriegstaktik und dem Schweizer Abwehrriegel geprägt, wobei er selbst die Innenverteidigung weiter verstärkte. Aber den Beinamen "König des Catenaccio" wollte Herrera nie akzeptieren. Er nahm nur für sich in Anspruch, als erster das Spiel auf dem rechten Flügel entwickelt und so den heute noch modernen "Flügelspieler" erschaffen zu haben.
Die Effizienz von Herreras Taktik jedenfalls setzte sich auf allen Fussballplätzen der Welt durch. Die Argentinier von Independiente werden ein Liedchen davon singen können. Neben seiner Karriere als Vereinstrainer (Meister unter anderem mit Atlético Madrid, Barcelona und Inter) betreute der "Magier" von 1946 bis 1948 auch die französische, von 1959 bis 1962 die spanische und 1966/67 die italienische Nationalmannschaft. Ein Rekord für die Ewigkeit.
Interkontinental-Pokal 1964
Hinspiel
Ort: Buenos Aires
Stadion: Avellanedastadion
9. September
Schiedsrichter: A. Marques (BRA)
Independiente - Inter Mailand 1:0
Tor: Mario Rodríguez (59.)
Independiente: Miguel Santoro, Juan Guzmán, Tomás
Rolan, Roberto Ferreiro, David Acevedo, Jorge Maldonado (K), Raúl
Bernao, Osvaldo Mura, Pedro Prospitti, Mario Rodríguez, Raúl Savoy.
Trainer: Manuel Giudice
Inter Mailand: Giuliano Sarti, Tarcisio Burgnich,
Giacinto Facchetti, Carlo Tagnin, Aristide Guarneri, Armando
Picchi, Jair da Costa, Alessandro Mazzola, Joaqim Peiró, Luis
Suárez, Mario Corso.
Trainer: Helenio Herrera
Rückspiel
Ort: Mailand
Stadion: San Siro
23. September 1964
Schiedsrichter: J. Gere (HUN)
Inter Mailand - Independiente 2:0
Tore: Mazzola (8.), Corso (34.)
Inter: Giuliano Sarti, Tarcisio Burgnich, Giacinto
Facchetti, Saul Malatrasi, Aristide Guarneri, Armando Picchi, Jair
da Costa, Alessandro Mazzola, Aurelio Milani, Luis Suárez, Mario
Corso.
Trainer: Helenio Herrera
Independiente: Miguel Santoro, Roberto Ferreiro,
Raúl Decaría, David Acevedo, José Paflik, Jorge Maldonado (K), Luis
Suárez, Osvaldo Mura, Pedro Prospitti, Mario Rodríguez, Raúl Savoy.
Trainer: Manuel Giudice
Entscheidungsspiel auf neutralem Platz
Ort: Madrid
Stadion: Santiago Bernabeu
26. September
Schiedsrichter: Ortiz de Mendíbil (ESP)
Inter Mailand - Independiente 1:0 n.V.
Tor: Corso (110.)
Inter: Giuliano Sarti, Armando Picchi, Giacinto
Facchetti, Saul Malatrasi, Aristide Guarneri, Carlo Tagnin, Angelo
Domenghini, Joaqim Peiró, Aurelio Milani, Luis Suárez, Mario Corso.
Trainer: Helenio Herrera
Independiente: Miguel Santoro, Juan Guzmán, Raúl
Decaría, José Paflik, David Acevedo, Jorge Alberto Maldonado (K),
Raúl Bernao, Pedro Prospitti, Luis Suárez, Mario Rodríguez, Raúl
Savoy.
Trainer: Manuel Giudice
Interkontinental-Pokal 1965
Hinspiel
Ort: Mailand
Stadion: San Siro
8. September
Inter Mailand - Independiente 3:0
Tore: Peiro (3.), Mazzola (22. und 59.)
Schiedsrichter: Kreitlen (GER)
Inter Mailand: Giulano Sarti - Tarcisio Burgnich,
Giacinto Facchetti, Gianfranco Bedin, Aristide Guarnieri, Armando
Picchi, Jair Da Costa, Alessandro Mazzola, Joaquin Peiro, Luis
Suarez, Mario Corso.
Trainer: H.Herrera
Independiente: Miguel Santoro; Rubén Navarro,
Ricardo Pavoni Acuña, David Acevedo, Juan Guzmán, Roberto Ferreiro,
Raúl Bernao, Vicente de la Mata, Roque Avallay, Mario Rodríguez,
Raúl Savoy.
Trainer: Manuel Giudice
Rückspiel
Ort: Buenos Aires
Stadion: Avellanedastadion
15. September
Independiente - Inter Mailand 0:0
Schiedsrichter: A. Yamasaki (PER)
Independiente: Miguel Santoro; Rubén Navarro,
Ricardo Acuña, Roberto Ferreiro, Tomás Barrios, Juan Guzmán, Raúl
Bernao, Osvaldo Mura, Roque Avallay, Miguel Mori, Raúl Savoy.
Trainer: Manuel Giudice
Inter: Giuliano Sarti - Tarcisio Burgnich,
Giacinto Facchetti, Gianfranco Bedin, Aristide Guarnieri, Armando
Picchi, Jair Da Costa, Alessandro Mazzola, Joaquín Peiró, Luis
Suárez, Mario Corso.
Trainer: Helenio Herrera