Wenn es in Zentralamerika ein Land gibt, dessen Fussball sich in den letzten fünf Jahren rasant entwickelt hat, dann ist dies Panama. Die Einwohner, die sich früher ausschließlich für Baseball begeisterten, haben den Fussball auf beeindruckende Weise angenommen und daraus in Windeseile praktisch einen Nationalsport gemacht. Und der erfolgreichste Klub des Landes, der FC Tauro, verkörpert in idealer Weise die Wesenszüge des neuen Geistes des panamaischen Fussballs: Jugend und Qualität.
In seiner gerade einmal 26-jährigen Geschichte hat der Klub bereits neun nationale Meisterschaften gewonnen, stellt zahlreiche Nationalspieler und verteidigte in der Saison 2008/2009 voller Stolz die Farben seines Landes in der CONCACAF Champions League.
Gründung des Vereins
Bis in die 80er Jahre gab es in Panama keinen professionellen Fussball. Als der aus Italien stammende Unternehmer Giancarlo Gronchi beschloss, den FC Tauro zu gründen, geschah dies in der Absicht, in der Meisterschaft der im Land lebenden ausländischen Kolonien (ADECOPA) mitzuspielen. Seit der Gründung im Jahr 1984 bis 1988 musste sich der Verein mit der Teilnahme an einer Bezirksliga begnügen.
In jenem Jahr aber wurde aus dem FC Tauro einer der Pioniere des panamaischen Profifussballs, als der Verein gemeinsam mit sechs anderen Klubs den nationalen Verband ANAPROF (Asociación Nacional Pro Fútbol) gründete, um eine landesweite Meisterschaft auszuspielen. Dies sollte die eigentliche Geburtsstunde des professionellen Fussballs in Panama sein, der zu jenen Zeiten im kontinentalen Maßstab keine Rolle spielte, inzwischen aber - nur zwei Jahrzehnte später - eine feste Größe in Zentralamerika darstellt.
Mythen und Ereignisse einer Leidenschaft
Der FC Tauro setzte sich von Beginn an das Ziel, konstant einer der führenden Klubs des panamaischen Fussballs zu sein. In den zu Ehren von Juventus Turin, des Lieblingsklubs von Vereinsgründer Gronchi, schwarz-weiß gestreiften Trikots gehörte die Mannschaft von der ersten Saison an zu den stärksten Kräften der Liga. Der erste Treffer in der Geschichte des Wettbewerbs war das Werk von Stürmer Carlos Maldonado. Er erzielte sein historisches Tor gegen den Klub Plaza Amador, der sich im Verlaufe der folgenden Jahre zum Erzrivalen des FC Tauro entwickeln sollte. Die Duelle zwischen diesen beiden Mannschaften sind heute der "Clasico" Panamas.
Der erste Titel ließ auch nicht lange auf sich warten: 1989 gewann der Klub unter der Leitung des legendären uruguayischen Trainers Miguel Mansilla, der viele Jahre lang an der Spitze der Mannschaft bleiben sollte, die erste Meisterschaft. Den zweiten Stern konnte sich das Team 1991 auf das Trikot sticken lassen, und es wurde allgemein eine lange Ära der Dominanz erwartet. Doch zur Überraschung aller konnte die Mannschaft in den folgenden fünf Jahren keinen einzigen Titel erringen.
Erst 1996/97 fand der Negativlauf ein Ende, als Patricio Guevera im Finale den Siegtreffer gegen den FC EuroKickers erzielte, der gleichzeitig die dritte Meisterschaft bedeutete. Im folgenden Jahr verteidigte die Elf dank eines Treffers von Luis Plúa den Titel gegen CD Arabe Unido. Und in der Saison 1999/2000 konnte ein weiteres Mal eine Meisterschaft gefeiert werden, die sich indes besonders gut anfühlte, da im Finale der Erzrivale Plaza Amador bezwungen werden konnte. Victor René Mendieta wurde damals mit zwei Treffern zum größten Idol der Klubgeschichte.
Heute
Im 21. Jahrhundert sammelte der FC Tauro vier weitere Titel: zwei im Jahr 2003, einer 2006 und die neunte Meisterschaft folgte 2007, wodurch der Klub zum Rekordmeister des Landes avancierte. In den jüngsten Meisterschaften indes war der Mannschaft das Glück nicht mehr ganz so treu. 2008 erreichte der FC Tauro zwar jeweils das Finale der zwei Meisterschaftsturniere, doch beide Male musste sich das Team geschlagen und mit dem Vizetitel zufrieden geben.
Um eine neue Ära einzuleiten, verließ der legendäre Übungsleiter Miguel Mansilla nach 20 Jahren seinen Platz auf der Trainerbank und wurde durch den Kolumbianer Gonzalo Soto ersetzt. Mit erneuertem Siegeswillen startete die Mannschaft in das Apertura-Turnier 2009, in dem sie erneut den Titel erobern wollte. Doch einmal mehr scheiterte der FC Tauro im Finale, in einem dramatischen Endspiel musste sich die Elf mit 2:3 der Mannschaft von Arabe Unido geschlagen geben. Der Klub muss nun also mindestens sechs weitere Monate warten, um den begehrten zehnten Titel zu erringen, mit dem er seine herausragende Stellung in der Hierarchie des Landes weiter ausbauen würde.
Das Stadion
Seit Januar 2009 trägt der FC Tauro seine Partien auf dem Kunstrasenplatz der Sportanlage Ciudad Deportiva Irving Saladino aus, die auch als Mini Estadio Rommel Fernández bekannt ist. Das kleine Stadion bietet 800 Zuschauern Platz und ist bei jedem Spiel des FC Tauro bis auf den letzten Platz gefüllt.



