Obwohl Al Hilal in den letzten Jahren nicht mehr ganz so häufig im Rampenlicht stand, stellt der Hauptstadtklub nicht nur eine der erfolgreichsten Mannschaften Saudiarabiens, sondern auch des gesamten asiatischen Kontinents. Al Hilal, von den saudischen Fans schlicht Al-Zaeem ('Der Chef') genannt, war lange Zeit sowohl national als auch international eine feste Größe.
Zu den bekanntesten Spielern, die die Farben des Vereins trugen, gehören Asiens Fussballer des Jahres 2000, Nawaf Al Temyat, Angreifer Sami Al Jaber, der an vier FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ teilnahm, sowie Torhüter Mohamed Al Deayea, der den Weltrekord an internationalen Einsätzen hält und nach wie vor die Nummer eins des Klubs ist. Werfen Sie mit FIFA.com einen Blick auf die Mannschaft, die wohl auf die größte Fangemeinde im fussballbegeisterten Saudiarabien zählen kann.
Geburtsstunde einer Institution
Die Gründung Al Hilals weckte nicht nur das Interesse des einfachen Volkes, sondern auch des Königshauses. Gegründet wurde der Klub am 16. Oktober 1957 in Riad unter der Bezeichnung "El Olympy". Dieser Name sollte indes nur ein Jahr lang Bestand haben, bis der Klub durch Erlass des saudischen Königs Saud Bin Abdul-Aziz Al-Saud die heutige Bezeichnung annahm.
Während es die ersten Jahre vornehmlich darum ging, eine schlagkräftige Truppe aufzubauen, sorgte Al Hilal 1961 durch den Gewinn des Königspokals erstmalig für Schlagzeilen. Danach brach für Al Hilal mit dem Gewinn von 48 offiziellen Titeln in ebenso vielen Jahren das goldene Zeitalter an.
Entstehung einer Legende
Al Hilal gewann 1964 durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen den zweimaligen Asienmeister Al Ittihad den Königspokal und hatte fortan seinen Platz unter den großen Klubs des Landes sicher. So war es auch nicht verwunderlich, dass Al Hilal in der Saison 1976/77 der erste Titelträger der neu gegründeten Saudi Professional League wurde.
Seitdem zeigte die Formkurve des Vereins stets nach oben. Es folgten weitere zehn Titel und elf zweite Plätze in der nationalen Liga innerhalb von 32 Jahren, wodurch die Mannschaft ihren Status als erfolgreichstes Team in der Geschichte der Saudi League festigte. In diesem Zeitraum gewann Al Hilal zudem weitere Landesturniere, darunter sechs Mal den Königspokal, acht Kronprinzenpokale und sieben Mal den Pokal der saudischen Konföderation.
Der schnelle Aufstieg und Reichtum des Vereins lockte in den 70er Jahren zudem viele ausländische Trainer nach Saudiarabien, wie etwa den Brasilianer Mario Zagallo. Auch Spieler aus aller Herren Länder zog es in die saudische Hauptstadt, insbesondere den brasilianischen Star Roberto Rivelino, den Erfinder des elastico - jener Täuschung, bei der ein Spieler den Ball mit dem Fuß erst zur Seite schiebt, um ihn dann blitzschnell wieder in die entgegengesetzte Richtung zu hebeln. Noch heute erfreut sich dieses Dribbling großer Beliebtheit bei Stars wie Ronaldinho oder Cristiano Ronaldo.
Besonders in den 90er Jahren weitete sich Al Hilals Dominanz auf den asiatischen Kontinent aus. 1992 und 2000 gewann das Team die asiatische Klubmeisterschaft. Auch 1997 war ein erfolgreiches Jahr: Al-Zaeem eroberte den Asiatischen Pokal der Pokalsieger sowie den Asiatischen Supercup, den der Klub auch 2000 gewinnen konnte. Der letzte kontinentale Titel stammt aus dem Jahr 2002, als zum zweiten und bisher letzten Mal Asiens Pokal der Pokalsieger nach Riad geholt wurde.
Die Gegenwart
Trotz der legendären Stellung Al Hilals stand der Klub zuletzt im Schatten des großen nationalen Rivalen Al Ittihad, der im vergangenen Jahrzehnt sechs Meistertitel und zwei Mal die AFC Champions League gewann. Al Hilal konnte in diesem Zeitraum lediglich zwei Mal die Saudi League gewinnen (2005 und 2008) und sich für die Champions League qualifizieren. In beiden Fällen reichte es jedoch nicht zum Einzug in die K.o.-Runde.
Nachdem Al Temyat und Al Jaber kürzlich ihre Fussballschuhe an den Nagel hängten, ruhen die Angriffshoffnungen auf Yasser Al Qahtani, der Saudiarabien mit seinen Toren zur FIFA WM 2006 in Deutschland führte. Hinter ihm nimmt Khaled Aziz die Rolle des kreativen Spielgestalters ein. Der Mittelfeldakteur hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Saudiarabien in der letzten Qualifikationsrunde zur WM 2010 in Südafrika den dritten Rang belegte und nun in den Playoffs gegen Bahrain noch alle Chancen auf die Endrunde hat.
Das Stadion
Das 1987 erbaute King Fahd International Stadium fasst 67.000 Zuschauer und zählt zu den schönsten und imposantesten Arenen der Welt. Neben Al Hilal tragen auch noch Al Shabab und die saudiarabische Nationalmannschaft ihre Heimspiele in diesem Stadion aus.



