Spartak Moskau ist einer der erfolgreichsten Klubs der ehemaligen Sowjetunion sowie des heutigen Russlands. 21 Meisterschaften gewann der Verein in seiner knapp 88-jährigen Geschichte. Hinzu kommen 13 nationale Pokalsiege. Auch auf der internationalen Bühne hat Spartak Moskau bereits auf sich aufmerksam machen können und erreichte jeweils die Runde der letzten Vier in der UEFA Champions League, im Europapokal der Pokalsieger sowie im UEFA-Cup.

FIFA.com blickt heute auf die bewegende Geschichte der Krasno-belye (die Rot-Weißen).

Die Geburtsstunde einer Institution
In der ehemaligen Sowjetunion war es üblich, dass staatliche Institutionen wie beispielsweise die Armee oder die Polizei ihre eigenen Sportklubs gründeten. 1921 war es Ivan Artemyev, der gemeinsam mit Nikolai Starostin den Moskauer Sport-Zirkel ins Leben rief und das Hauptaugenmerk auf den Fussball legte. Man baute ein Stadion und finanzierte sich durch Ticketverkäufe. 1926 war es Starostin, der den ersten Sponsor des Klubs an Land zog und es dem Klub ermöglichte, in das größere Tomskii Stadion umzuziehen. Von diesem Zeitpunkt an konkurrierte man mit Dinamo Moskau, dessen Spielstätte ganz in der Nähe lag.

Starostin kam einige Jahre später mit Alexander Kosarev in Kontakt, einem sehr einflussreichen Politiker, der ein großer Sport-Fan war. Mit seiner Hilfe gelang es ihm 1934, den Klub auf eine neue und erfolgreichere Ebene zu bringen. Der Verein wurde nach der Namensänderung in Spartak Moskau (in Anlehnung an den romanischen Sklaven und Athleten Spartacus) Mitglied des Spartak Sport-Verbundes.

Die Entstehung einer Legende
Der erste Trainer Spartak Moskaus war der Tscheche Antonin Fivebr. Dieser führte den Klub 1936 in der zweiten Saison des sowjetischen Oberhauses zur ersten Meisterschaft in der Geschichte des Vereins. Bevor der Zweite Weltkrieg den Liga-Betrieb unterbrach, gelang es den Hauptstädtern noch zwei weitere Male, die nationale Meisterschaft für sich zu entscheiden (1938 und 1939).

In den 50er Jahren waren es die beiden Rivalen Spartak und Dinamo, die das Geschehen in der ersten Liga der Sowjetunion bestimmten. Während dieser Zeit brachte Spartak einige namhafte Spieler hervor, so beispielsweise den ehemaligen Kapitän der Nationalmannschaft Igor Netto, der mit seinen Teamkollegen die olympische Goldmedaille 1956 in Australien gewann. Innerhalb von zehn Jahren, zwischen 1952 und 1962, gelang es Netto und Co., fünf Meisterschaften in heimischen Gefilden zu gewinnen, bevor der Klub seine Vormachtstellung in der Heimat verlor.

Es folgte nur ein weiterer Meistertitel 1969. Die schlechteste Phase erlebte Spartak jedoch erst Anfang der 70er Jahre, als man zwar noch einen Pokalsieg (1971) einfuhr, fünf Jahre später jedoch sogar den Weg in die zweite Liga antreten musste. Doch auch dort blieben die Fans ihrem Verein treu und unterstützten Trainer Konstantin Beskov sowie seine Mannschaft, in der junge Nachwuchstalente wie Rinat Dasayev und Georgi Yartsev spielten, auf ihrem Weg zurück ins Oberhaus.

Nach nur einem Jahr in der zweiten kehrte Spartak in die erste Liga zurück und feierte 1979 die zehnte Meisterschaft der Klub-Geschichte. Den letzten Titel in der Sowjetunion sicherte sich Spartak 1989 mit einem 2:1-Sieg gegen Dinamo Kiev am letzten Spieltag. Stürmer Valery Shmarov war es vergönnt, in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer per Freistoß zu erzielen.

Heute
Nach dem Ende der Sowjetunion begann auch für Spartak Moskau ein neues Zeitalter – ein sehr erfolgreiches. Die neu gegründete russische Liga wurde von dem Traditionsklub mehr als dominiert. Oleg Romantsev, Trainer und Präsident in Personalunion, führte seine Mannen zu neun Meisterschaften zwischen 1992 und 2001.

Doch im neuen Jahrtausend läuft es für das Volksteam, wie ein weiterer Spitzname des Klubs lautet, nicht gut. Einige wichtige Akteure verließen den Verein, Team-Besitzer gaben sich die Klinke in die Hand, und sportlich lief es ebenfalls lange Zeit nicht rund. Nur 2003 konnte man sich den nationalen Pokal sichern.

Doch die erneute Wende kam 2005. Unter Trainer Aleksandrs Starkovs wurde man Vizemeister und vertrat Russland in der UEFA Champions League. Auch in den beide Folgejahren sowie in der Vorsaison wurde Spartak Moskau Zweiter und setzt nunmehr seit April 2009 auf die Dienste von Trainer Valery Karpin, der zwischen 1990 und 1994 selbst für Spartak aktiv war und an die erfolgreichen Zeiten aus den 90er Jahren anknüpfen will.

Das Stadion
Das Luzhniki-Stadion ist auch als die "Grand Arena" des Lenin-Zentralstadions bekannt. 1956 wurde es eröffnet und ist mit 84.745 überdachten Sitzplätzen die größte Arena Russlands. Während der Olympischen Sommerspiele 1980 hatte der Sportkomplex sogar eine Kapazität von 103.000 Zuschauern. Einige Jahre später (zwischen 1995 und 1997) wurde das Stadion dann renoviert. Dabei wurde die Anzahl der Plätze reduziert. Es ist eines der wenigen großen europäischen Stadien, das über einen Kunstrasen verfügt.

Seit zwei Jahren baut der Klub jedoch an einer eigenen Spielstätte, die noch in diesem Jahr eröffnet werden soll. 42.000 Zuschauer werden dann die Möglichkeit haben, die Heimspiele eines der populärsten Klubs Russlands zu verfolgen.