In den Herzen der algerischen Berber hat der Verein Jeunesse Sportive Kabylie einen ganz besonderen Platz inne. FIFA.com befasst sich mit der Geschichte eines Vereins, der Symbol für eine Minderheit ist und im afrikanischen Vereinsfussball Geschichte geschrieben hat.
Geburtsstunde einer Institution
JS Kabylie wurde noch während der Kolonialzeit gegründet, als die muslimischen Mannschaften gezwungen wurden, in den niedrigeren Ligen zu spielen. Die französischen Behörden waren damals keineswegs daran interessiert, die Gründung von Sportvereinen auf lokaler Ebene zu fördern, aber schließlich erhielt eine Gruppe um einen gewissen Said Amrouche doch die Erlaubnis dazu. Sie hatte es sich zum Ziel gesetzt, erneut einen Verein für die muslimischen Kabylen zu gründen, nachdem deren Rapid Club Tizi Ouzou in den 30er Jahren von der Bildfläche verschwunden war.
Der Verein Jeunesse Sportive Kabylie wurde am 13. Oktober 1946 gegründet, sorgte zu Beginn jedoch für wenig Aufsehen. Zunächst war man noch von Spenden abhängig und erhielt sogar Unterstützung in Form von Ausrüstung von Mouloudia und USM Alger, die heute zu den Erzrivalen des Vereins zählen. Weniger als ein Jahrzehnt nach seiner Gründung stellte der Verein während des Befreiungskriegs den Spielbetrieb ein, um dann jedoch 1962 erneut gegründet zu werden und in der zweiten algerischen Liga an den Start zu gehen.
Die Entstehung einer Legende
1969 stieg JS Kabylie unter Trainer Ali Benfadah in die höchste Liga des Landes auf, doch in der ersten Saison im Oberhaus war der französische Coach Jean Lemaitre verantwortlich. Am Ende belegte man einen respektablen sechsten Platz und erreichte im Pokal das Viertelfinale. Drei Spielzeiten später holte man den ersten von bislang 14 algerischen Meistertiteln, als man am Ende einen Zähler Vorsprung vor der Mannschaft von Hussein-Dey hatte. Unmittelbar darauf folgte der zweite Titel und 1977 der dritte. Heute ist der Verein algerischer Rekordmeister.
JSK debütierte im Vereinsfussball des Kontinents im Jahr 1978, wo man im afrikanischen Pokal der Landesmeister im Viertelfinale aufgrund der Auswärtstorregelung am AS V Club aus Zaire scheiterte. Als der Verein 1980 erneut den Titel in der algerischen Liga holte, firmierte man unter dem Namen JE Tizi-Ouzou. Im folgenden Jahr holte man den Titel auf dem afrikanischen Kontinent, durch ein 5:0 im Ergebnis aus Hin- und Rückspiel gegen keinen anderen als den AS V Club. Der Triumph von JSK war in erster Linie ein Verdienst des Strategen Mahieddine Khalef und des Kapitäns Ali Fergani, die anschließend Algerien auch zur WM-Endrunde führten.
Es war der erste von nicht weniger als sechs afrikanischen Titeln für den Klub JSK, der denselben Wettbewerb 1990 im Elfmeterschießen gewann, dieses Mal unter dem polnischen Trainer Stefan Zywotko. 1995 holte man den afrikanischen Pokal der Pokalsieger und schließlich ab 2000 drei Mal in Folge den CAF-Pokal. Dazwischen sicherte man sich regelmäßig die algerische Meisterschaft und profilierte sich als herausragender Verein des Landes.
Die Gegenwart
JSK holte den Titel in der algerischen Liga 2004, 2006 und im vergangenen Jahr, als man einen Vorsprung von zehn Punkten vor dem nächsten Verfolger hatte. Dennoch haben der französische Trainer Jean Christian Lang und seine Spieler viel Arbeit vor sich, wenn sie ihren Titel in dieser Saison verteidigen wollen.
Das Stadion
Das vor 20 Jahren errichtete "Stade 1. Novembre" wurde nach einem wichtigen Tag der algerischen Revolution benannt und hat ein Fassungsvermögen von etwa 22.000 Zuschauern. Es war eines der ersten großen Stadien in Afrika, das mit Kunstrasen ausgestattet wurde. Im April 2007 wurde es modernisiert. JSK bestreitet die wichtigen Spiele in der Hauptstadt Algier, wo zum Rückspiel des CAF-Pokalfinales 2001 gegen Etoile Sahel mehr als 100.000 Zuschauer kamen.




