Bei der Wahl zum FIFA-Weltfussballer des Jahres 2009 musste sich Vorjahressieger Cristiano Ronaldo diesmal zwar Lionel Messi geschlagen geben, doch mit leeren Händen musste der 24-Jährige das Kongresshaus in Zürich nicht verlassen. Der Portugiese gewann den erstmals vergebenen FIFA Puskás-Preis für das schönste Tor der Saison 2008/2009, das zu Ehren von Ferenc Puskás, dem Kapitän und Star der ungarischen Nationalmannschaft der 1950er-Jahre, verliehen wurde.

"Ich bin sehr stolz über diese Auszeichnung, das ist eine große Ehre für mich", sagte Ronaldo nach der Preisverleihung für seinen Treffer aus dem Viertelfinal-Rückspiel der UEFA Champions League zwischen dem FC Porto und Manchester United am 15. April 2009. Mit einem fulminanten Schuss aus 35 Metern brachte er sein damaliges Team mit 1:0 in Führung und sicherte damit letztendlich den Einzug in die nächste Runde.

Über 120.000 Fans stimmten auf FIFA.com aus zehn ausgewählten Treffern ihren Favoriten ab, 17,68 Prozent votierten dabei für Ronaldos Traumtor. "Ich denke, das war ein unglaubliches, ein fantastisches Tor", sagte der Preisträger im Gespräch mit FIFA.com. "Wenn Sie mich fragen, wie ich das gemacht habe: Ich kann es nicht erklären. Einfach feste draufhalten, das war’s schon", beschrieb der Titelträger sein Erfolgsgeheimnis.

Ronaldo setzte sich damit knapp vor Andrés Iniesta (15,64 Prozent) vom FC Barcelona durch. Mit einer sehenswerten Direktabnahme aus 16 Metern erzielte Iniesta im Halbfinal-Rückspiel der UEFA Champions League den 1:1-Ausgleich beim FC Chelsea und ebnete seinem Team den Einzug ins Finale und damit den späteren Titelgewinn. "Das war ein Moment totaler Extase", erinnert sich der Spanier an seinen Treffer, "der viele Menschen glücklich gemacht hat. Das war spektakulär, ja magisch."

Auf Platz drei folgte der Brasilianer Grafite (13,39) vom deutschen Meister VfL Wolfsburg mit seinem Hackentreffer zum 5:1 gegen den entthronten Titelverteidiger FC Bayern München. Knapp dahinter folgte Eliran Atar (13,36) vom israelischen Erstligisten Bnei Yehoda mit einem akrobatischen Fallrückzieher beim 1:1 im Ligaspiel gegen Maccabi Netanya. "Ich hatte keine andere Wahl, als den Ball so zu nehmen. Ich übe so etwas auch immer im Training. In dieser Situation hat das perfekt geklappt", sagte Atar.

Rang fünf der besten zehn Tore der Saison 2008/2009 belegte Europameister Fernando Torres (9,44) vom FC Liverpool. Beim 4:0-Heimsieg der Reds im Ligaspiel gegen die Blackburn Rovers versenkte El Niño, wie der 25-Jährige mit dem Lausbubengesicht genannt wird, den Ball mit einem spektakulären Drehschuss vom rechten Strafraumeck im linken oberen Torwinkel. Auf die Frage, wie ihm dies gelungen sei, antwortete er kurz, knapp und ehrlich: "Glück!"

Hinter Torres folgten der Brasilianer Nilmar (Internacional/8,71), der Ghanaer Michael Essien (FC Chelsea/7,85) und der Mexikaner Luis Angel Landin (Cruz Azul/7,30). "Ich bin sehr glücklich, dass ich mit meinem Tor unter den besten Zehn gelandet bin", sagte Landin, inzwischen in der nordamerikanischen Major League Soccer bei Houston Dynamo aktiv, "solche Tore gelingen einem nur einmal im Leben".

Die Plätze neun und zehn belegten Emmanuel Adebayor (damals FC Arsenal/4,04) sowie der Südafrikaner Katlego Mpehla (2,59) mit seinen Treffer beim FIFA-Konföderationen-Pokal 2009.