• Brasilien will ersten WM-Titel seit 2009
  • Erstmals vier Konföderationen im Halbfinale vertreten
  • Italien (2008) und Tahiti (2015) standen bereits bei früheren Auflagen im Finale

TAGESVORSCHAU - Die vier Teams, die auf den Bahamas noch im Wettbewerb sind, können alle auf eine stolze Tradition bei der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft zurückblicken. Mit Ausnahme von Brasilien hat bislang jedoch noch keines von ihnen den Titel errungen.

Bei den ersten Turnierauflagen dominierten die Brasilianer das Geschehen. Von 2006 bis 2009 gewann die Canarinha den Titel vier Mal in Folge. Bei den jüngsten Auflagen konnten die Brasilianer den eigenen hohen Erwartungen zwar nicht gerecht werden, doch 2017 auf den Bahamas bietet sich ein anderes Bild. Dies mag auch daran liegen, dass die Russen diesmal nicht auf der Weltbühne vertreten sind.

Bei der Auflage von 2015 hatte Russland sich im Viertelfinale nach Verlängerung gegen Brasilien durchgesetzt. 2013 musste die Seleção sich im Halbfinale gegen Spanien geschlagen geben, während Russland durchmarschierte und sich am Ende den Titel sicherte. Und auch 2011 in Italien behielt Russland die Nase vorn und schlug Brasilien im Finale mit 12:8.

Wo wir gerade bei Italien sind: Genau mit diesem Gegner bekommt es Brasilien auf den Bahamas als nächstes zu tun. Unter der Führung von Gabriele Gori, der sich derzeit in glänzender Form präsentiert (14 Tore), sind die Italiener ein äußerst kniffliger Gegner.

Iran und Tahiti bestreiten die erste Halbfinalpartie des Tages. Die Iraner haben zuvor die Schweiz in einem äußerst spannenden Viertelfinale besiegt. Um noch einen Schritt weiter zu kommen, werden Kapitän Mohammad Ahmadzadeh (mit sechs Treffern bester Torschütze des Teams) und Torhüter Peyman Hosseini weiterhin Höchstleistungen bringen und aus allen Rohren feuern müssen. 

Schließlich ist der Gegner das erfahrene Team aus Tahiti, das in diesem Turnier schon reichlich Tore erzielt hat. Die Tiki Toa standen bei der letzten Auflage der Beach-Soccer-WM im Finale und belegten 2013 den vierten Platz. Werden sie auf den Bahamas an die Leistung von 2015 anknüpfen können?

Die Spiele des Tages
Samstag, 6. Mai

Tahiti – Iran
Italien – Brasilien

Interessante Aspekte
1. Brasiliens Siegesserie. Die letzte Niederlage Brasiliens gab es wettbewerbsübergreifend im Viertelfinale der WM 2015 in Portugal. Seither sind die Brasilianer bei sämtlichen Turnieren ungeschlagen geblieben und gehen mit einer Siegesserie von 32 Spielen in Folge in die entscheidende Samstagspartie gegen Italien.

2. Gori geht in die Geschichte ein. Gabriele Gori ist bislang einer der sensationellsten Spieler der WM 2017. Der italienische Angreifer hat immer wieder unter Beweis gestellt, dass er gegen jeden Gegner Tore unterschiedlichster Couleur schießen kann. Mittlerweile stehen bereits 14 Treffer für ihn zu Buche, und er bringt es durchschnittlich auf mehr als einen Hattrick pro Spiel. Falls er gegen Brasilien mindestens drei Tore erzielt, wäre das die zweithöchste Torausbeute, die je ein Spieler bei einer einzelnen Auflage erreicht hat. [Anm. d. Red.: Den Rekord hält der Portugiese Madjer mit 21 Treffern, die er 2006 in Rio erzielte.] "Wir wissen, dass Brasilien sehr stark ist, aber wir sind auch sehr stark. Wenn wir unsere Sache gut machen, werden wir Chancen bekommen", erklärte er nach dem 5:1-Sieg gegen Senegal im Viertelfinale.

3. Iran will in Asien Geschichte schreiben. Sollte sich Iran im Halbfinale gegen Tahiti durchsetzen, dann wäre das Team die erste asiatische Mannschaft, die das Finale einer Beach-Soccer-WM erreicht. Japans vierter Platz im Jahr 2005 ist das bislang beste Ergebnis des Kontinents.

4. Schlüsselspieler fehlt bei Tahiti. Die Tiki Toa müssen im Halbfinale aufgrund einer Sperre ohne Heimanu Taiarui auskommen, der 2015 in Portugal mit dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet wurde. Die Ozeanier können sich allerdings damit trösten, dass vier unterschiedliche Spieler ihres Teams im Turnierverlauf drei oder mehr Tore erzielt haben. Im Einzelnen sind dies Patrick Tepa (vier), Heiarii Tavanae (vier), Raimana Li Fung Kuee (drei) and Naea Bennett (drei).

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