• Ali Karim Albalooshi sprang nur wenige Tage vor dem Debüt seines Landes in Rio 2007 auf den WM-Zug auf
  • Er bestritt alle zwölf WM-Spiele der Emirate und erzielte dabei sechs Tore
  • Nun will er mit seinen Mannschaftskameraden endlich auch einmal die Vorrunde überstehen

Die Vereinigten Arabischen Emirate können sich mit ihrer Teilnahme an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Italien 1990™ brüsten. Aber das war keineswegs das einzige FIFA-Turnier des Landes. Die Beach-Soccer-Mannschaft vertrat die Emirate vielmehr schon bei vier WM-Endrunden und die fünfte am Strand der Bahamas steht unmittelbar bevor.

Zehn Jahre ist es her, dass die VAE erstmals bei einer FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft dabei waren. Ein Dutzend Spieler haben seitdem die Fahnen dieser relativ jungen Sportart hochgehalten – in einem Land, das im Süden des Persischen Golfs über wunderschöne Strände verfügt. Die Jahre sind vergangen, doch drei dieser Spieler sind nach wie vor dabei und ihre Ziele haben sich nicht geändert.

Das Trio umfasst namentlich Mohamed Almazmi, den Trainer, Rami Almesaabi und Ali Karim Albalooshi. Während der letzten Asien-Qualifikation in Malaysia ging das Foto eines weinenden emiratischen Fans während des Halbfinales gegen Japan um die Welt. Seine Nationalmannschaft war da allerdings schon für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Es ist ihre erste Teilnahme seit Tahiti 2013.

Neuer Versuch
Die Emirate gewannen die Partie am Ende und der zu Tränen gerührte Mann eilte auf den Platz, um den Spielern zu danken. Es handelte sich um eine der Säulen der Mannschaft: Ali Karim Albalooshi, der das wichtige Spiel wegen einer Sperre verpasst hatte und nun erleichtert war, dass sein Fehlen ohne Folgen geblieben war. Einige Wochen später sagte Ali Albalooshi dazu in einem Interview bei FIFA.com: "In so einer Situation war ich bis dahin noch nie. Ich wollte meiner Mannschaft helfen, wie ich es schon in der Qualifikation 2013 getan hatte, als ich im Spiel um den dritten Platz gegen Australien zwei Tore schoss. Diesmal stand ich jedoch nicht auf dem Platz und die Anspannung war so groß, dass ich mich am Ende nicht mehr zurückhalten konnte. Nach der Qualifikation habe ich vor Freude geweint. Denn da wusste ich, nach dieser gemeinsamen Anstrengung können wir auch unsere drei Ziele erreichen."

"Danach haben wir uns nicht zurückgelehnt sondern unser Training im Gegenteil noch einmal intensiviert", führt Abalooshi weiter aus, "zumal wir unsere Gegner ja kennen. Ich glaube, mit unserer Technik können wir gute Spiele abliefern. Wir sind in der Lage, die Vorrunde zu überstehen. Das ist unser ganz großes Ziel. Diese Idee elektrisiert uns. Wir wollen einen neuen Versuch wagen und es schaffen."

Hätten Sie's gewusst?
Ali Karim war früher aktiver Fussballer und Beach-Soccer-Spieler. Heute ist er auch Beach-Soccer-Schiedsrichter. Er spielte Beach Soccer professionell bei den Seattle Sounders und beim ungarischen Klub Golden Palace. Seine Schnelligkeit brachte ihm den Spitznamen Ali Tom ein. Pate stand der berühmte Kater aus der Zeichentrickserie Tom und Jerry.

Titel und Zeichentrickfilme
Im Spiel wird Abalooshi von allen nur "Tom" gerufen, was im ersten Moment verwundern mag. Der inzwischen fast 37-Jährige erklärt grinsend: "Ich laufe gern und ich laufe schnell. Das war schon so, als ich klein war. Das brachte mir den Spitznamen Tom ein. (lacht) So heißt der Kater in der berühmten Zeichentrickserie. Der Spitzname ist mir auch geblieben, als ich älter wurde und so rufen mich meine Mannschaftskameraden heute eben auch. Inzwischen habe ich zwei Kinder, Hassan und Amina, und mit denen schaue ich mir ab und zu mal eine Folge der Serie an."

Dann kehrt Ali Tom gedanklich noch einmal zu seiner ersten WM-Teilnahme zurück, als ihn der brasilianische Trainer Marcelo Mendes kurzfristig entdeckte und für Rio 2007 nominierte. Danach lernte Abalooshi Beach Soccer im Schnelldurchlauf. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich von Rasen auf Sand umstellen kann, aber die Länderspiele waren eine gute Schule", sagt er. Ich habe an meiner Technik gearbeitet, meinen Platz in der Nationalmannschaft behauptet und noch drei weitere Weltmeisterschaften bestritten. Mit den Jahren ist meine Leidenschaft nicht kleiner geworden, im Gegenteil. Wir haben aktuell eine Mischung aus erfahrenen und jungen, motivierten Spielern. Damit können wir weiter kommen als je zuvor."

Ali Tom hat bei den vier Weltmeisterschaften der Emirate bislang noch nicht ein Spiel versäumt. In zwölf Partien schoss er sechs Tore. Auf den Bahamas sollen es gern noch ein paar mehr werden, vor allem aber will er die Vorrunde überstehen. Ob er und seine Mannschaftskameraden es schaffen? Die Zeichen stehen gut.