Nach dem verlorenen Finale der Beach-Soccer-Afrikameisterschaft 2015 gegen Madagaskar reiste Senegal mit dem Ziel nach Nigeria 2016, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Die Löwen von Teranga wollten die kontinentale Krone zurückerobern und sich für die FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Bahamas 2017 qualifizieren. Dank eines 8:4-Endspielerfolgs gegen die Gastgeber erreichten sie ihr Ziel. Senegal ist mit nunmehr vier Titeln afrikanischer Rekordmeister.

Das Land wird neben Nigeria den afrikanischen Kontinent auf den Bahamas vertreten. FIFA.com sprach mit dem Nationalcoach Omar Sylla, genannt "Ngalla", der vom Potenzial seines Teams überzeugt ist: "Senegal befindet sich in einer Phase des Neuaufbaus. Wir sind zwar Stammgäste bei der WM, scheiden aber fast immer nach der ersten Runde aus. Unser Team ist auf kontinentaler Ebene eine Macht und wir sind vierfacher Afrikameister. Aber auf internationaler Ebene haben wir noch einen langen Weg vor uns. Wir werden uns bestmöglich vorbereiten, um in Bahamas 2017 zu brillieren."

Schwere Gruppe
Bei der Auslosung erwischte Senegal eine Gruppe mit dem Gastgeber, der Schweiz und dem Überraschungsteam bei der Copa América, Ecuador. Keine leichte Aufgabe in den Augen von Sylla: "Alle Senegalesen haben die Auslosung verfolgt. Senegal ist es gewöhnt, in der WM-Endrunde auf das Gastgeberland zu treffen. 2015 mussten wir gegen Portugal und 2011 gegen Italien spielen. Wir kennen diese Situation also. Es ist nie leicht gegen den Gastgeber, da er auf die Unterstützung seiner Fans bauen kann und zusätzlich motiviert ist."

Aber als härtesten Gegner sieht Sylla, der seine aktive Karriere zugunsten seiner Trainerlaufbahn beendete, die schweizerische Auswahl an. "Das ist ein zäher Gegner, vor dem wir auf dem Platz Respekt haben sollten. Sie gehören zu den besten Beach-Soccer-Teams der Welt. Sie haben einen erfahrenen Trainer und verfügen über eine gefährliche Offensive. Ich hatte die Gelegenheit, sie in Nigeria zu beobachten, als sie gegen die Super Eagles gespielt haben. Für mich gehören sie neben Brasilien und Portugal zu den Favoriten."

Über Ecuador hingegen hat Sylla noch nicht viel in Erfahrung bringen können. "Wir werden gegen Ecuador ins Turnier starten, ein Team, das wir nicht kennen. Diese Begegnung ist die große Unbekannte. Ich habe nicht viele Informationen über sie, aber sie haben sich qualifiziert und das bedeutet, dass sie eine gute Mannschaft haben."

Die meisten Trainer sind bei solchen Wettbewerben der Meinung, dass die erste Partie entscheidend für den weiteren Verlauf ist. Sylla ist keine Ausnahme von der Regel: "Alle Spiele sind wichtig, aber das erste ganz besonders, denn es kann schon über die Qualifikation für die nächste Runde entscheiden. Aus diesem Grund werden wir unser Bestes geben, um das erste Spiel gegen Ecuador zu gewinnen und einen großen Schritt in Richtung Qualifikation zu machen."

Der Nationalcoach der Löwen von Teranga verrät auch die Ziele seines Teams auf den Bahamas: "Wir wollen zunächst das Viertelfinale erreichen. Bei sechs Teilnahmen an der Beach-Soccer-WM haben wir nur einmal die zweite Runde erreicht. Unser erstes Ziel ist also, uns zu qualifizieren, und dann werden wir sehen, was möglich ist."

Zum Abschluss unterstreicht Sylla die Bedeutung einer WM in einem kleinen Entwicklungsland. "Die FIFA hat eine gute Wahl getroffen, als sie den Bahamas die Chance gab, eine weltweite Veranstaltung wie die Beach-Soccer-Weltmeisterschaft auszurichten. Die kleinen Länder brauchen diese Wettbewerbe, um ihre Infrastruktur zu entwickeln. Die Botschaft des Fussballs muss die ganze Welt erreichen. Eine Beach-Soccer-Weltmeisterschaft in Frankreich oder Portugal bringt für diese Länder keinen so großen Nutzen wie für die Bahamas."

"Auch wir in Afrika hoffen, eine Beach-Soccer-WM ausrichten zu können, denn wir lieben den Fussball. In Senegal sind alle Beach-Soccer-Fans."