DER TAGESRÜCKBLICK - Russland und Tahiti haben sich mit Siegen gegen Madagaskar beziehungsweise Paraguay für das Viertelfinale der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Portugal 2015 qualifiziert. Somit fiel die Entscheidung in Gruppe C bereits am vorletzten Spieltag.

Der zweifache Weltmeister erwischte keinen allzu guten Tag und hatte mehr Mühe als erwartet, konnte aber letztlich einen knappen 4:2-Erfolg sicherstellen. Tahiti hingegen knüpfte an die Glanzleistungen bei der letzten WM an und setzte sich gegen nie aufgebende Paraguayer 7:5 durch. Hervorzuheben ist, dass die sieben Tore durch sechs verschiedene Akteure erzielt wurden.

Anders sieht die Situation in Gruppe C aus, in der Brasilien nach dem hart erkämpften 4:3-Erfolg gegen Iran einsam an der Spitze steht. Die Canarinha musste einen frühen Zwei-Tore-Rückstand wettmachen, um ihrem Minimalziel näher zu kommen, hat den Einzug in die K.o.-Runde aber noch nicht unter Dach und Fach gebracht. Die Entscheidung wird erst in der kniffligen letzten Partie gegen Spanien fallen, das zuvor 3:1 gegen Mexiko gewann und weiterhin im Rennen um einen Platz im Viertelfinale ist. Selbst die Nordamerikaner haben trotz der zwei Auftaktniederlagen noch Chancen auf das Weiterkommen.

Die Ergebnisse
Gruppe C
Mexiko - Spanien 1:3
Iran - Brasilien 3:4

Gruppe D
Madagaskar - Russland 2:4
Paraguay - Tahiti 5:7

Die besonderen Momente
Rhythmus im Blut
In der ersten Pause der Partie zwischen Madagaskar und Russland konnte während des Auftritts der Cheerleader der costa-ricanische Spieler Andrés Villegas beobachtet werden, wie er auf der Tribüne unter dem Jubel seiner Teamkameraden einen flotten Tanz hinlegte. Wie unsere Recherchen ergaben, gehört Villegas zu den größten Spaßvögeln des Kaders und pflegt seine Tanzeinlagen im Mannschaftsbus einzustudieren.

Akrobatik in Perfektion
Der Paraguayer Pedro Moran hat sich als wahrer Torjäger erwiesen und führt nach seinem zweiten Dreierpack gegen Tahiti mit sechs Treffern die Torschützenliste an. Vor allem stellte er erneut unter Beweis, dass er ein Spezialist für Fallrückzieher ist, als er sich nach einem per Fuß ausgeführten Einwurf in die Höhe schraubte und den Ball in den Winkel beförderte. Der Aufschrei des Erstaunens im Publikum war bezeichnend für seine akrobatische Einlage.

Für dich, Kumpel
Etwa nach der Hälfte dieser Partie zwischen Tahiti und Paraguay wurde der Flügelspieler Teva Zaveroni so unglücklich getroffen, dass er das Spielfeld verlassen musste und den Freistoß nicht ausführen konnte. An seiner Stelle trat Tearii Labaste an, der direkt verwandelte und den Treffer seinem verletzten Teamkameraden widmete.

Nationalstolz 'a cappella'
Für die meisten Sportler ist das Hören der Nationalhymne nicht nur ein großer Stolz, sondern auch eine Quelle der Motivation. Die Brasilianer bewiesen das auf eine besondere Art und Weise: Als die Musik verklungen war, sangen sie inmitten des allgemeinen Applauses einfach die nächsten Strophen der Hymne a cappella weiter, und die Fans auf den Tribünen stimmten spontan mit ein. Dafür erhielten sie einen verdienten Applaus des Publikums, das im letzten Spiel des Abends das Stadion füllte.

Die Zahl des Tages
25'44'' -  So lange gelang Russland in der Partie gegen Madagaskar kein Treffer. Eine solche Durststrecke ist für den zweifachen Weltmeister äußerst ungewöhnlich. "Das passierte, weil wir taktisch schlecht agierten. Nach den drei schnellen Toren im ersten Drittel verlegten wir uns darauf, den Ball zu halten, und verloren ein wenig die Konzentration", räumte der Kapitän Ilya Leonov ein.

Die Zitate
"Mexiko verfügt nicht über so viele physisch starke Spieler wie Iran, doch sie setzen ihre defensiven Strategien sehr gut um, deshalb fiel uns das Toreschießen schwer. Doch wir wussten, dass wir mit einem Sieg unsere Chancen wahren würden, deshalb sind wir zufrieden."
Nico (Kapitän, Spanien)

"Ich denke, dass sich unsere Niederlagen durch die Stärke unserer Gegner erklären lassen, aber auch durch unsere mangelnde Erfahrung in diesem Wettbewerb."
Tokindrainy Randriamampandry (Flügelspieler, Madagaskar)

"In der ersten Partie haben wir nicht gut gespielt, weil wir nicht unsere übliche Taktik verfolgt haben. Gegen Paraguay ist uns das gelungen, und wir haben unsere Sache viel besser gemacht. Ich freue mich, für unsere kleine Insel gewonnen zu haben."
Heimanu Taiarui (Verteidiger, Tahiti)

"Das Ausscheiden ist eine Enttäuschung, aber wir haben zwei gute Partien gemacht. Ich bin stolz auf mich und meine Teamkameraden."
Pedro Moran (Pivot, Paraguay)

"Wir haben nicht gut angefangen und waren unkonzentriert, doch je länger die Partie lief, desto besser fanden wir zu unserem Spiel. Wir haben es selbst in der Hand, uns zu qualifizieren."
Junior Negão (Trainer, Brasilien)

Der Spielplan
Montag, 13. Juni
Gruppe A
Portugal - Argentinien (14:30 Uhr)
Japan - Senegal (16:00 Uhr)

Gruppe B
Oman - Costa Rica (13:00 Uhr)
Schweiz - Italien (17:30 Uhr)