Das Aufatmen war im spanischen Lager deutlich zu vernehmen. Nach der Auftaktniederlage gegen Iran bei der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Portugal 2015™ zeigte die Furia am Sonntag die erwartete Reaktion und setzte sich gegen Mexiko durch, das durch die Niederlage den Traum vom Viertelfinale und Titel begraben musste. Die Mannschaft ist das perfekte Beispiel für eine gelungene Mischung aus verschiedenen Generationen.

Von den zwölf Akteuren, die Joaquín Alonso für die Reise nach Espinho ausgewählt hat, sind sieben über 30 Jahre alt und einer von ihnen – Nico – ist eine wahrhaftige Legende des Beach-Soccers, die an nicht weniger als sieben WM-Endrunden teilgenommen hat. Und da ein fortgeschrittenes Alter durchaus Vorteile bieten kann und sollte, hat der spanische Trainer just diesen Umstand gewürdigt, nachdem der Verteidiger das immens wichtige zweite Tor gegen die Mexikaner erzielt hatte.

"Ich glaube, dass wir eine gute Mischung haben. Es gibt viele erfahrene und wichtige Spieler, wie heute Nico, der den Ausschlag gegeben hat. Die jungen Spieler lernen zudem viel von dieser Erfahrung, abgesehen davon, dass es sich bei Spielern wie Antonio oder Dona um richtige Routiniers handelt. Nach und nach steigen auch die Erwartungen der jüngeren Spieler, was auch ein Reifeprozess ist", so Alonso im Gespräch mit FIFA.com.

Welche Bedeutung die Erfahrung haben kann, verdeutlicht alleine der Trainer, der eine langjährige Karriere im Rasenfussball hinter sich hat und einer der besten Spieler in der Geschichte von Sporting Gijón war, dem sogar der Sprung in die Nationalmannschaft gelang. Einige seiner Schützlinge sind indes so jung, dass sie das wohl kaum mehr in Erinnerung haben dürften. "Früher gab es Sammelbildchen, heute sind es die Videos", schmunzelt der Trainer. "Vor einigen Tagen lief Informe Robinson (Anm. der Red.: Sendung des spanischen TV-Senders Canal +) mit den Spielern von damals und einige unserer Spieler waren ziemlich überrascht, als sie sahen, dass ich in der ersten spanischen Liga gespielt habe und einen riesigen Schnauzer trug", lacht der Trainer.

Und das ist noch nicht alles, schließlich hat er seine langjährige Erfahrung auch auf Sand gesammelt. "Im Sport muss man ein historisches Gedächtnis haben", so Alonso. "Ich bin seit 1996 Beach-Soccer-Trainer und Nico steht beispielsweise seit 1998 auf dem Platz. Es gibt Spieler, die damals kleine Kinder waren, sodass ihnen das bei einem Turnier, wie einer WM, als Vorbild dient ", erläutert der Trainer in Bezug auf Spieler, wie den 24-jährigen Eduard oder den überragenden 23-jährigen Llorenç.

Ein klares Beispiel dafür war die Präsenz Nicos in der Begegnung gegen Mexiko. Als es Unentschieden stand, leitete der 38-jährige Verteidiger mit einem individuellen Spielzug die Führung der Spanier ein und brachte die Ruhe ins Spiel, die der Kapitän auch abseits des Spielfelds vermitteln will. "Was ich meinen Mannschaftskameraden sage? Ganz einfach: Jedes Spiel ist ein Endspiel, und sie sollen sich nur auf die bevorstehende Begegnung konzentrieren. Es bringt nichts, sich in einem bestimmten Spiel zu schonen und schon ans nächste zu denken, denn so werden wir das nicht erreichen können", betont der Verteidiger. "Jetzt, da wir unser erstes Endspiel gewonnen haben, können wir auf das nächste Spiel gegen Brasilien schauen. Wir werden in dieser Partie den gleichen Willen an den Tag legen, den wir in der letzten Begegnung gezeigt haben. Nur so können wir weiterhin vom Weltmeistertitel träumen."

Man darf sicher sein, dass neben dem Routinier auch die jungen Spieler der spanischen Auswahl dieser Maxime folgen werden.