Bei der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Dubai 2009 nimmt Roberto Valeiro zum vierten Mal Kurs auf das höchste Ziel in dieser Sportart. Roberto Valeiro ist einer der besten Torhüter auf Sand und träumt davon, dass die spanische Nationalmannschaft ihre Erfolge auf europäischer Ebene endlich auch auf Weltniveau wiederholen kann.
"Wir müssen mindestens so weit kommen wie letztes Jahr: ins Halbfinale. Wenn wir dann auch noch den Sprung ins Finale schaffen, umso besser. Und wenn wir die Trophäe gewinnen, dann sind natürlich alle glücklich", erklärte der Torhüter gegenüber FIFA.com.
La Roja, die bereits diverse Europameistertitel für sich verbuchen konnte (1999, 2000, 2001, 2003, 2006, 2008 und 2009) läuft bisher noch vergeblich einem WM-Titel hinterher, obwohl sie bereits bei fünf Auflagen des Weltturniers dabei war. "Die Weltmeisterschaft ist ein ganz besonderes Turnier, weil man auf Mannschaften trifft, über die man nicht besonders viel weiß und die einen daher überraschen können. Da ist es gar nicht so einfach, dieselben Ergebnisse zu erreichen wie auf europäischer Ebene, wo wir alle Mannschaften sehr gut kennen. Außerdem muss man berücksichtigen, dass das Turnier in der Regel in einem Zeitraum ausgetragen wird, in dem wir nicht im Wettbewerbsrhythmus sind", erklärte Valeiro, der die Auflage von 2007 aus privaten Gründen verpasste.
Bei der letzten Auflage 2009 in Marseille wurde er als bester Torwart des Turniers ausgezeichnet, musste sich mit seinem Team allerdings mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. "Ein Ereignis bei dieser WM ist mir noch immer ein Dorn im Auge. Ich hoffe, dass es in Dubai besser für uns laufen wird", sagte der 35-jährige Torhüter. "Es geht um das Neunmeterschießen im Halbfinale gegen Italien. Ich habe einen Schuss gehalten, den der Schiedsrichter dann wiederholen ließ. Bei der Wiederholung haben sie getroffen und gewonnen", erinnerte er sich noch immer verärgert.
Bei einem weiteren spektakulären Neunmeterschießen setzte sich die spanische Auswahl dieses Jahr im Finale des europäischen Qualifikationswettbewerbs gegen Russland durch. Sage und schreibe 26 Neunmeter mussten ausgeführt werden, um den Sieger der Partie und damit den Europameister zu ermitteln! "Das ging wirklich an die Substanz. Da geht es bei jedem Schuss um alles oder nichts. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass ich in diesem Fall drei gehalten habe und alle drei wiederholt werden mussten, dann war das eine sehr harte Erfahrung, die mich ganz schön geschlaucht hat. Noch drei oder vier Tage später, hatte ich keine Lust, mich zu bewegen. Natürlich haben wir danach auch groß gefeiert, aber ich habe keine angenehme Erinnerung an das Ganze. Das war sehr stressig", erklärte er.
Herausforderung Dubai
Die spanische Auswahl kommt nächste Woche zu einem Trainingslager in Melilla zusammen, um mit den Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft zu beginnen. In der ersten Runde müssen die Spanier gegen die Elfenbeinküste und El Salvador sowie einen asiatischen Vertreter antreten. "Wir müssen viel Respekt vor all unseren Gegnern zeigen und Vorsicht walten lassen, damit wir keine bösen Überraschungen erleben. Aber vor allem müssen dafür sorgen, dass wir selbst in der Lage sind, unsere Sache gut zu machen. A priori würde ich sagen, dass wir mehr Potenzial haben als die anderen Mannschaften, ohne dabei selbstgefällig sein zu wollen. Wenn wir unsere Sache gut machen, müssten wir also weiterkommen. Das kann mehr oder weniger glatt laufen, je nachdem, was die Gegner tun", so die Analyse des Spielers, der sich 1997 bei einem Amateurturnier für Beach Soccer begeisterte.
Wagt er eine Prognose dazu, wer wohl bei dieser WM zum Favoritenkreis zählt? "Russland hat einen hervorragenden Wettbewerb gespielt und in den letzten Jahren beeindruckende Fortschritte gemacht. Portugal ist traditionell stark, im Beach Soccer ungemein hochklassig und steht bei Wetten immer hoch im Kurs. Spanien natürlich, denn auf europäischer Ebene haben wir sehr gute Leistungen gezeigt. Italien hat zwar keine besonders gute Saison hinter sich, gehört aber am Ende immer zu den Spitzenmannschaften. Und dann ist da natürlich noch Brasilien, der amtierende Weltmeister, der schon drei Mal in Folge den Titel geholt hat. Auch Argentinien und Uruguay sollte man nicht außer Acht lassen", meinte Valeiro, der als Sportlehrer ausgebildet ist und in naher Zukunft gerne unterrichten würde. Im Augenblick ist der Galicier zweiter Trainer der Drittliga-Mannschaft Bergantiños.
Und worin liegt die Stärke Spaniens? "Zunächst einmal haben wir mit Amarelle und Nico Einzelspieler, die ein Spiel entscheiden können. Sie tragen mit ihrer Leistung sehr viel bei. Und dann ist da natürlich die Mannschaft selbst: Wir halten zusammen, im Angriff ebenso wie in der Abwehr. Wenn ein Spieler mal nicht auf der Höhe ist, springen andere ein. So entscheiden wir die Spiele für uns", betonte er. Und dann möchten wir von unserer Seite noch hinzufügen, dass La Roja über einen der besten Torhüter dieser Sportart verfügt, der sich jedoch bescheiden gibt.
Valeiro schaut sich die Torhüter des Profifussballs an, "die aus dem Fernsehen", um etwas dazuzulernen. Und dann lernt er natürlich von den Gegnern: "Es gibt im Beach Soccer große Torhüter, beispielsweise den Russen Andrey Bukhlitskiy, den Italiener Stefano Spada, den Argentinier Marcelo Salgueiro und den Uruguayer Diego", meinte er.
"Beim Beach Soccer wird der Torhüter mehr ins Spiel einbezogen als bei der Rasenvariante, insbesondere was die Offensive angeht. Denn er ist beim Angriff des eigenen Teams tonangebend. Außerdem muss man immer mit dem Unerwarteten rechnen, da die Sprünge des Balls im Sand vollkommen unvorhersagbar sind", erklärte Valeiro die Besonderheiten seiner Position.
In Dubai kommt noch eine weitere Schwierigkeit hinzu: "Der Spielplan ist sehr dicht gepackt. Es gibt keine Pausen. Dadurch wird die Weltmeisterschaft noch schwieriger. Man hat keine Zeit, sich von den Strapazen einer Partie zu erholen. Außerdem kommen leichte Verletzungen, Folgen von Fouls und Überlastungen stärker zum Tragen, weil nicht ein Tag dazwischen liegt, an dem man sie auskurieren könnte. Auch in psychologischer Hinsicht wirkt sich das negativ aus, weil man weiß, dass man keine Pause hat."
Trotz aller Widrigkeiten möchte Roberto Valeiro endlich das letzte Jahr vergessen machen und mit Spanien auch auf Weltniveau für Furore sorgen.


