
Die Verleihung an einen Friedensnobelpreisträger, eine Hollywood-Schauspielerin des Jahres sowie an eine Königin mit Pioniergeist macht deutlich, dass mit dem FIFA Presidential Award nicht nur Erfolge auf dem Spielfeld gewürdigt werden. Es gibt allerdings auch Erfolge innerhalb der Stadien, die einen so starken Nachhall haben, dass man sie einfach nicht ignorieren kann.
Daher wurde vor vier Jahren, pünktlich zum 50. Jahrestag seines Profidebüts, auch Pelé für seinen außerordentlichen Beitrag zu dieser Sportart geehrt, in der er immer als einer der besten Spieler aller Zeiten in Erinnerung bleiben wird. Und deshalb wurde heute Abend, zehn Jahre nachdem der FIFA Presidential Award auf Geheiß von Joseph S. Blatter ins Leben gerufen wurde, endlich auch der herausragende Beitrag eines Mannes gewürdigt, der immer als einer der besten Fussballtrainer aller Zeiten im Gedächtnis bleiben wird.
Und genauso wie das Jahr 2007 ein Meilenstein für Pelé war, war 2011 einer für Sir Alex Ferguson – sowohl gefühls- als auch erfolgsmäßig. In diesem Jahr feierte der unersättliche Glasgower seinen 70. Geburtstag und, kaum zu glauben, sein 25-jähriges Jubiläum als Trainer von Manchester United. Zum Vergleich: Die Erfolgsteams von Real Madrid, Inter Mailand und Bayern München hatten in diesem Zeitraum 24, 18 bzw. 14 Traineramtszeiten zu verzeichnen. Aber Ferguson hatte 2011 noch einen weiteren Grund zum Feiern: Er gewann nämlich seinen zwölften Premier League-Titel und zog mit den Red Devils damit an Aston Villa, dem FC Everton, dem FC Arsenal und dem FC Liverpool vorbei. Letzterem lief Manchester United im Mai vergangenen Jahres den Rang ab und ist jetzt mit insgesamt 19 Titelgewinnen alleiniger englischer Rekordmeister. Welche Verwandlung Ferguson bei dem angeschlagenen Klub erreicht hat, den er 1986 übernahm, wird auch durch zwei Titelgewinne in der UEFA Champions League, ebenso vielen Titelgewinnen bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft sowie fünf FA Cups deutlich.
Sir Bobby Charlton äußert sich begeistert: "Wir haben bei Manchester United wirklich riesiges Glück, dass wir 25 Jahre lang absolut paradiesische Zustände erleben durften. Jede Saison erwarten wir, etwas zu gewinnen, und normalerweise klappt das auch. Das haben wir ganz allein dem Trainer zu verdanken."
"Der Erfolg, den wir gehabt haben, ist einfach phänomenal. Er ist so erfolgreich, dass er auf jeden Fall als bester Trainer aller Zeiten in die Fussballgeschichte eingehen sollte. Ich würde sogar noch weiter gehen. Im Sport, über alle Sportarten hinweg, hat niemand mehr geleistet als er."
Ferguson machte sich beim FC East Stirlingshire und beim FC St. Mirren einen Namen als Trainer, bevor er 1978 das Ruder beim FC Aberdeen übernahm. Die Dons hatten damals seit ihrer Gründung im Jahr 1903 nur einen einzigen Titel in der schottischen Erstliga gewonnen. Ferguson holte mit dem Klub in seiner paradiesischen achtjährigen Amtszeit gleich drei Meistertitel und gewann außerdem ein Mal den schottischen Pokalwettbewerb und ein Mal den UEFA-Pokal der Pokalsieger.
Ferguson war früher als Stürmer aktiv und übernahm nach dem Tod seines Mentors Jock Stein im Jahre 1985 für kurze Zeit das Ruder der schottischen Nationalmannschaft. Nach der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ 1986 in Mexiko legte er das Amt jedoch nieder und heuerte stattdessen in Old Trafford an. Nach einem schwierigen Start wurden Ferguson und Manchester United zur beherrschenden Macht der Premier League. Der Klub holte zwölf von 19 möglichen Titeln und strich 204 Punkte mehr ein als der nächste Verfolger Arsenal. "Ich kenne niemanden, der auf höchstem Niveau 25 Jahre beim selben Verein tätig war", so Gunners-Trainer Arsène Wenger. "Das ist eine Ausnahmeerscheinung und ich bin sicher, dass niemand es nachmachen wird."
2011 hagelte es auch aus dem Ausland reichlich Anerkennung. José Mourinho sagte: "Sir Alex ist ein einzigartiger Trainer in der Geschichte von Manchester United. Sir Alex ist ein einzigartiger Trainer in der Geschichte des englischen Fussballs. Und Sir Alex ist ein einzigartiger Trainer in der Geschichte des europäischen Fussballs."
Einzigartig ist außerdem, dass Sir Alex Ferguson jetzt als bislang einziger Trainer für seine Leistungen mit dem FIFA Presidential Award ausgezeichnet wurde.




