
Auch wenn es bis zur FIFA Ballon d'Or Gala noch gut zwei Monate hin sind, die Spekulationen darüber, wer der nächste Preisträger der begehrten Auszeichnung sein wird, sind bereits in vollem Gange. Sportjournalisten, Fans und Spieler tauschen sich über ihre Favoriten aus und treffen ihre persönliche Wahl schon vor dem 29. November, an dem die Namen der drei Spieler bekannt gegeben werden, die es in die Endauswahl geschafft haben.
In Buenos Aires äußerte sich dazu auch David Trezeguet, der derzeit für River Plate spielt und dem Traditionsklub zum Wiederaufstieg in Argentiniens Primera División verhelfen möchte. In seinen Augen wird es im Vorfeld der FIFA-Gala Ballon d'Or erneut ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Superstars Cristiano Ronaldo und Lionel Messi geben. Darüber und über die wichtigsten Unterschiede zwischen ihnen sprach der Weltmeister von 1998 exklusiv mit FIFA.com.
David, wenn man Ihr Alter, Ihre bisherige Karriere und Ihre Erfahrung berücksichtigt, welche Bedeutung hat eine Auszeichnung wie der FIFA Ballon d'Or dann für einen Fussballer?
Sie stellt eine große Anerkennung dar, das ist ganz klar. Über eines sollten wir uns aber im Klaren sein: Früher waren es ausschließlich die Sportjournalisten, die über die Vergabe des Ballon d'Or entschieden. Deshalb hatte die FIFA-Auszeichnung für den Weltfussballer des Jahres für die Spieler schon immer einen höheren Stellenwert, da dieser von den Spielern und Trainern gewählt wurde. Es war einfach eine noch größere Wertschätzung. Der Ballon d'Or als solcher war schon eine enorm wichtige Ehrung, doch für den Spieler selbst war die Bedeutung der FIFA-Auszeichnung größer.
Haben Sie einen persönlichen Favoriten, was den nächsten Preisträger anbetrifft?
Meiner Meinung nach besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass Cristiano Ronaldo und Lionel Messi nach wie vor das Maß der Dinge sind. Wenn man heute Real Madrid oder den FC Barcelona spielen sieht, kann man natürlich auch einige begabte Spieler beobachten, die in der Lage sein könnten, diese Tendenz ein wenig zu korrigieren. Trotzdem heben sich Ronaldo und Messi noch immer deutlich vom Rest ihrer Mannschaften ab.
Würden Sie einem von beiden den Vorzug geben? Sind beide überhaupt vergleichbar?
Es sind unterschiedliche Spielertypen, sowohl in physischer Hinsicht als auch vom Charakter her. Cristiano ist physisch und athletisch der stärkere Typ. Messi ist natürlich ebenfalls topfit und dabei technisch sehr südamerikanisch geprägt, was wiederum nicht mit der europäischen Spielweise zu vergleichen ist. Zwischen zwei Topspielern wie ihnen herrscht meines Erachtens immer der Ehrgeiz, den anderen möglichst zu überflügeln.
Sehen Sie da irgendwann ein Limit?
Ihre Entwicklung geht weiter, und beide werden weiterhin auf höchstem Niveau spielen, dabei jede Menge Tore schießen und neue, unglaubliche Rekorde aufstellen. Genau das brauchen die beiden auch. Hinzu kommt der persönliche Ehrgeiz, bei der nächsten Verleihung des FIFA Ballon d'Or, die praktisch nur zwischen den beiden entschieden wird, ganz oben stehen zu wollen. Den Ausschlag für diese Überlegenheit gibt die Anzahl der Titel und Trophäen, die beide mit ihren Klubs gewannen und gewinnen.
Demnach ist es Ihrer Meinung nach nur schwer vorstellbar, dass den beiden diese Auszeichnung von einem anderen Spieler streitig gemacht wird. Sehen Sie irgendeinen anderen Fussballer, dem Sie die Chance einräumen würden, in den Endkampf einzugreifen?
Vor kurzem hat Iniesta einen Preis bekommen [er wurde im August von der UEFA als Europas Fussballer des Jahres geehrt, Red.]. Er wäre einer solchen Auszeichnung durchaus würdig, ebenso wie Xavi. Außerdem käme dafür auch noch (Zlatan) Ibrahimovic in Frage. Schließlich habe ich mit ihm in einer Mannschaft gespielt. Oder auch Falcao aufgrund seiner tollen Leistungen bei Atlético Madrid. Allerdings reicht inzwischen der Gewinn von zwei oder drei Titeln am Ende meist nicht aus, weil Messi und Cristiano Ronaldo unterdessen immer mehr Titel anhäufen. Obgleich stets zahlreiche gute Spieler zur Auswahl stehen, ragen die beiden noch immer besonders hervor. Allein schon deshalb, weil sie für die besten Mannschaften Europas spielen und ständig weitere individuelle und kollektive Titel auf ihr Konto gehen. Das kann man nur schwer voneinander trennen. Solange sie auf diesem Niveau weiterspielen, ist es kaum vorstellbar, dass ein Spieler einer anderen Position oder gar ein Abwehrspieler wie vor wenigen Jahren (Fabio) Cannavaro diese Auszeichnung bekommt.







