Wenn Sie diese Zeilen lesen, schlagen wir Ihnen eine kleine Übung vor. Schließen Sie die Augen, lassen Sie ihre Vorstellungskraft arbeiten und spielen Sie mit: Aus welchen elf Spielern würde das beste Team des Jahres 2012 bestehen? Sie werden mit großer Wahrscheinlichkeit derselben Meinung wie die mehr als 50.000 Fussballer sein, welche die FIFA FIFPro/World XI 2012 gewählt haben, die am 7. Januar bei der Gala FIFA Ballon d’Or bekanntgegeben und ausgezeichnet wurde.

In dieser Formation herrschte ein starker spanischer Akzent, denn die elf Erwählten aus fünf verschiedenen Ländern stammen alle aus der spanischen Liga: Fünf von Real Madrid, fünf vom FC Barcelona und einer von Atlético Madrid. Und dies sind die Auserwählten: Iker Casillas im Tor; Sergio Ramos, Gerard Piqué, Daniel Alves und Marcelo in der Abwehr; Xabi Alonso, Xavi und Andrés Iniesta im Mittelfeld und eine spektakuläre Angriffsreihe mit Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Radamel Falcao.

"Dass alle aus der spanischen Liga kommen, bedeutet, dass wir unsere Sache gut machen. Für mich persönlich ist es eine große Ehre, diesen Platz mit so wichtigen Spielern wie Cristiano Ronaldo, Messi oder Iniesta zu teilen", erklärte Gerard Piqué gegenüber FIFA.com. Ähnlicher Meinung war Daniel Alves, der 'Abwehrkollege' des Innenverteidigers des FC Barcelona ist. Entspannt und mit einem breiten Lächeln erklärte der Brasilianer: "Es ist einfacher, individuelle Preise zu gewinnen, wenn du eine großartige Mannschaft hast. Es ist zweifellos eine große Ehre, und das muss man genießen."

Ähnlich äußerte sich auch Xavi Hernandez, der im Verlauf der gesamten Saison im Mittelfeld des FC Barcelona und der Nationalmannschaft von Europameister Spanien brillierte. "Wir alle, die wir hier stehen, haben das Glück, erneut ein fantastisches Jahr in unseren Klubs und Nationalmannschaften erlebt zu haben, doch es ist eine besondere Freude für den gesamten spanischen Fussball."

Eine besondere Auszeichnung
Die große Mehrheit der Auserwählten freute sich indes nicht nur über die Ehre, zu den Besten auf ihren jeweiligen Positionen gewählt worden, sondern hoben insbesondere den Umstand hervor, dass diese Wahl durch die eigenen Kollegen erfolgte. Alves betonte auf Anfrage von FIFA.com: "Die Stimme hängt nicht davon ab, ob man die Sympathien eines Fans hat oder nicht - es handelt sich um Menschen, die diesen Beruf ausüben und die wissen, wie schwer er ist. Sie haben ein Gefühl dafür, und eine gewisse Erfahrung. Von den Menschen aus deinem Umfeld gewählt zu werden, die wissen, wovon sie sprechen, macht es so besonders."

Und mit derselben Eleganz wie im Mittelfeld Barças nahm Xavi das verbale Zuspiel seines brasilianischen Teamkameraden auf: "Es ist eine große Ehre, denn in der Fussballbranche herrscht große Konkurrenz. Was kann befriedigender sein, als von den Kollegen der anderen Mannschaften und Ligen gewählt worden zu sein?", fragte rhetorisch der Spielmacher, der in dieser imaginären Elf das ideale Verbindungsglied zu drei absoluten Topstürmern wäre: Messi, Ronaldo und Falcao.

Auch Cristiano Ronaldo betonte mit ernster Miene "die riesige Ehre, einmal mehr in dieser Mannschaft vertreten zu sein." Dies zeige "meine Konstanz auf hohem Niveau im Verlauf meiner Karriere." Etwas entspannter und mit dem üblichen Lächeln auf dem Gesicht, zeigte sich Radamel Falcao doppelt stolz: Er ist nicht nur der einzige Kolumbianer in dieser Traumelf, sondern zudem der einzige Vertreter eines Klubs, der nicht Real Madrid oder FC Barcelona heißt.

"Ich habe das erst begriffen, als ich den Rest der Spieler gesehen habe. Es ist ein wahres Privileg, von so vielen Persönlichkeiten umgeben zu sein, und ein großer Stolz für mich wie für Atlético Madrid", erklärte El Tigre. Auch er hob hervor, dass die Tatsache, dass "eine Wahl dieser Art in den Händen der Fussballer liegt, die Angelegenheit etwas zentraler und interessanter für uns macht. Ich bin allen sehr dankbar."