Goc Alei: "Mit dem Fussball gegen Hunger, Armut und Krieg"
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Der im Februar gegründete süd­su­danesische Fussballverband (SSFA) wurde in Budapest als 209. Mitglied in die FIFA aufgenommen und wird schon bald sein erstes internationales Freundschaftsspiel austragen. FIFA World hat nach dem Kongress mit SSFA-Präsident Chabur Goc Alei über die Bedeutung des FIFA-Beitritts und die Zukunftspläne seines Verbandes gesprochen.

Gratulation zur Aufnahme in die FIFA. Was bedeutet das für den südsudanesischen Fussballverband?
Mit der FIFA-Mit­gliedschaft ist Südsudan nun Teil der internationalen Fussballgemeinschaft und kann damit an allen Bereichen des Fussballs teilnehmen. Wir wissen, dass wir bei der Entwicklung des Fussballs im Südsudan noch große Hürden überwinden müssen, insbesondere angesichts des andauernden Konflikts mit dem Norden. Umso entschlossener sind wir, mit allen Verbänden zusammenzuarbeiten und uns mit dem Fussball gegen Hunger, Armut und Krieg einzusetzen.

Die Gründung eines neuen Verbandes ist selbst unter optimalen Bedingungen eine Herausforderung. Wie haben Sie das angesichts der schwierigen politischen Lage zwischen Südsudan und Sudan bloß geschafft?
Es gab und gibt natürlich Probleme, aber wir arbeiten mit dem sudanesischen Fussballverband, zu dem wir ein gutes Verhältnis haben, eng zusammen. Wir wissen, dass zwischen unseren Ländern politische Spannungen herrschen, aber im Fussball gibt es keine Probleme.

Was ist mit dem Nationalteam?
Wir fangen nicht bei null an, weil wir im Südsudan Klubs haben, die vor der Unabhängigkeit des Landes in der höchsten sudanesischen Liga gespielt haben. Wir haben somit einige erfahrene Spieler. Aber es stimmt, dass das Niveau der Klubs im Norden allgemein höher ist. Wir haben etwa 100 Spieler im Norden, die für Südsudan spielen, aber bei ihren Klubs im Sudan bleiben wollen. Für diese Spieler ist es derzeit sehr schwierig, in den Süden zu reisen. Wir suchen mit unserer Regierung und dem sudanesischen Fussballverband aber nach einer Lösung.

Was sind die Pläne für die kommenden Monate?
Wir haben mit der FIFA und unserer Regierung schon mehrfach darüber gesprochen, wie wir den Fussball im Allgemeinen am besten fördern können. Oberste Priorität hat die Schaffung einer eigenen Liga. Zur Finanzierung von Fussballschulen und zur Modernisierung der Stadien wollen wir demnächst zudem Entwicklungsprojekte beantragen. Beim CECAFA-Turnier [für Länder aus Ost- und Zentralafrika] im Juni werden wir mit einem eigenen Klub antreten. Wir werden zudem alles daran setzen, bis zur Qualifikation für den Afrikanischen Nationen-Pokal 2015 ein starkes Team zu bilden. Im Juli werden wir in unserer Hauptstadt Juba gegen Uganda ferner unser erstes Freundschaftsspiel austragen – gerade rechtzeitig zum ersten Jahrestag der Unabhängigkeit unseres Landes. Unser erstes offizielles Länderspiel zeigt, wie weit wir im Fussball in nur einem Jahr gekommen sind.