Fussball auf den Malediven
Die Finalqualifikation an der südasiatischen Meisterschaft 2003 in Bangladesch (3:5-Niederlage im Elfmeterschiessen gegen den Gastgeber) löste im 280 000 Einwohner zählenden Inselstaat Begeisterungsstürme aus. 16 Jahre nach dem Beitritt zur FIFA und sechs Jahre nach einer verheerenden Niederlage gegen den Iran (0:17) wurde die Nationalmannschaft am Flughafen einem Staatsmann ähnlich empfangen. Kontinuierliche Aufbauarbeit im Jugendbereich führte dazu, dass eine ausgeglichene, technisch talentierte Generation an Spielern herangewachsen ist. Die Reorganisation der Verbandsstruktur, die Anstellung eines Nationaltrainers und Technischen Direktors, ein Schiedsrichter-Förderprogramm, die Organisation von Trainerkursen im Rahmen der Olympischen Solidarität des Internationalen Olympischen Komitees und ein langfristiges Ausbildungsprogramm für Trainer sind einige der anderen Aktivitäten, die der Verband in Angriff genommen hat.
Das Goal-Projekt
Das im Sommer 2002 fertiggestellte Kunstrasenfeld in Male hatte einen psychologischen Einfluss auf den Fussball des Inselstaates. Plötzlich musste nicht mehr auf harten, kaum mehr grünen Plätzen gespielt werden, sondern es stand ein gepflegtes, ebenes und mit (Kunst-)Rasen versehenes Spielfeld zur Verfügung. Dank der Initiative des nationalen Verbandes und mit der Unterstützung der Regierung wurden die administrativen Angelegenheiten schnell erledigt, so dass die Fertigstellung des Feldes in weniger als vier Monaten zustande kam. Ursprünglich war der Rasen als Trainingsfeld für die Nationalmannschaft vorgesehen. Der Bedarf an Spielmöglichkeiten in Male ist aber derart gross, dass plötzlich auch Knaben und Mädchen der lokalen Schulen zum gleichen Zeitpunkt wie ihre Idole dem Ball nachjagen. Die älteren Semester der Hauptstadt benutzen den Platz als Treffpunkt für ihre täglichen Zusammenkünfte und wundern sich jeden Morgen, dass die Farbe noch immer saftig grün ist. Nach anfänglicher Skepsis sind die Spitzenspieler der Malediven in der Zwischenzeit begeistert von der neuen Investition. Aussagen wie «auf diesem Rasen ist es einfacher zu spielen als im Nationalstadion» oder «das Ballverhalten ist nicht anders als bei Naturrasen» bestätigen, dass in Ländern wie den Malediven die Zukunft des Fussballs nur Kunstrasen heissen kann. Ein Verbandsgebäude wird angrenzend zum Kunstrasenfeld als zweiter Teil des Goal-Projektes realisiert und im Sommer 2004 eingeweiht. Das Land wurde auch hier von der Regierung zur Verfügung gestellt und die Kosten mit Geldern aus dem Programm Finanzielle Unterstützung der FIFA mitgetragen.
Verwendung FAP-Mittel
Finanzierung Goal-Projekt
Projekt
Verbandssitz, Trainingszentrum und Kunstrasenfeld in Male
Projekt genehmigt am
4. Juli 2001
Stand
Eröffnet am 18. November 2004
Finanzierung
Goal USD 400 000 FAP USD 402 000 Regierung Land Gesamtkosten USD 802 000
03.11.2009