Das Thema "Soziale Verantwortung" stand im Mittelpunkt des "SONY Football Circle" am Mittwochabend im Home of FIFA in Zürich. In einer lockeren Atmosphäre trafen sich viele geladene Gäste aus Sport, Politik und Kultur im Auditorium der FIFA-Zentrale auf dem Zürichberg, um den Ausführungen der anwesenden Gastredner zuzuhören.
Nach einigen Begrüßungsworten von Gastgeber Claudio Ammann, dem Geschäftsführer (CEO) von SONY Overseas SA, gab zunächst Lander Unzueta, Direktor der Stiftung des FC Barcelona, einen Einblick in die soziale Arbeit bei einem internationalen Spitzenklub. Als einziger Verein weltweit tragen die Katalanen keinen Trikotsponsor auf ihrer Brust, sondern das Logo von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Fünf Millionen Euro zahlt der FC Barcelona jährlich an die Hilfs-Organisation, um deren Projekte zu unterstützen und zu fördern. Die Maxime des spanischen Renommierklubs ("More than a Club") soll die soziale Verantwortung aufzeigen, die der Klub einnimmt. "Hinter unserem Wappen schlägt ein Herz", zitiert Unzueta den Gründer des FC Barcelona, Joan Gamper.
Die Sichtweise einer weltweiten Fussballorganisation zeigte
danach Federico Addiechi, Leiter der Abteilung Corporate Social
Responsibility (CSR) bei der FIFA, auf. Er erklärte, dass die
Mission der FIFA auf drei Säulen basiert: "Das Spiel
entwickeln, die Welt berühren, eine bessere Zukunft
gestalten." Addiechi gab an, dass 0,7% des Gesamteinkommens
der FIFA an CSR gehen. Zudem gab er einen genauen Einblick in die
Football-for-Hope Bewegung, die das Schlüsselelement der
strategischen Allianz mit streetfootballworld ist, die weltweit
Projekte unterstützt, in denen den Fussball eingesetzt wird um
soziale Entwicklung zu erreichen. "In 2005 ins Leben gerufen,
besteht die Football-for-Hope Bewegung heute bereits auf 70
Programme in 47 Ländern", sagte Addiechi. (Mehr Informationen
zum Thema über den Link rechts).
In einer Podiumsdiskussion erläuterten später Peter Kenyon,
der Geschäftsführer (CEO) des FC Chelsea, und Jean-Claude Biver,
CEO des Schweizer Uhrenherstellers Hublot, die sozialen Programme
ihrer jeweiligen Unternehmen. ""Fussball ist ein ideales
Mittel, um Gutes zu tun", sagte Kenyon, "das Problem ist
aber, dass Fussball zwar generell sehr viel Gutes tut, dies aber
leider nicht viel Öffentlichkeit bekommt."
Kenyon erklärte zudem, dass "es keinen generellen Ansatz gibt, der für alle funktioniert. Es geht um das fundamentale Verständnis, dass man nicht nur Worte abliefern muss, sondern auch Taten."
Noch einen Schritt weiter ging Jean-Claude Biver, der das 21. Jahrhundert zum "Jahrhundert des Teilens" erklärte. "Wir als Luxusmarke sollten damit anfangen, zu teilen." Hublot ist der offizielle Zeitnehmer der UEFA EURO 2008, doch wie Biver stolz verkündete, wird man auf Werbung verzichten: "Die Banden am Spielfeldrand werden nicht den Namen 'Hublot' zeigen, sondern 'Fight against Racism - Kampf gegen den Rassismus'", so Biver.
Zum Ende der Veranstaltung, an der unter anderem Skisprung-Olympiasieger Simon Ammann und der Schweizer Ex-Nationalspieler Stephan Chapuisat teilnahmen, lauschten die Zuhörer im Saal noch dem charmanten Interview der amtierenden "Miss Schweiz" Amanda Ammann mit dem Schweizer Nationaltrainer Jakob "Köbi" Kuhn. Dieser sprach über die bevorstehende EURO 2008 im eigenen Land ("Wir wollen gerne aus Basel abreisen, weil das heißen würde, dass wir die nächste Runde geschafft hätten") und gab einen Einblick in seine Planungen für die Zeit nach der EM: "Ich habe mir zum Ziel gesetzt, dass ich wieder Herr über meine Zeit werden will. Ich werde mich definitiv nicht mehr im Spitzenfussball auf die Bank setzen, aber vielleicht werde ich in der Nachwuchsarbeit tätig sein."
Der Abend zeigte, wie wichtig das soziale Engagement der großen internationalen Firmen, aber auch der internationalen Verbände ist, um die Lebensqualität auch von sozial Schwachen zu verbessern.
