Während sich Südafrika darauf vorbereitet, am 9. August den Nationalen Frauentag zu feiern, konnte man in Khayelitsha im Stadtpark Ncomu Road schon an diesem Nachmittag aufgeregte Mädchenstimmen vernehmen. Denn dort fand ein Mädchen-Fussballturnier statt, und zwar direkt vor der Baustelle des ersten von 20 Football-for-Hope-Zentren, die in ganz Afrika im Zusammenhang mit der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ errichtet werden. Die Bauarbeiten begannen hier vor etwa zehn Wochen mit einer Grundsteinlegungsfeier am 25. Mai 2009.

"Lasst uns morgen wieder Fussball spielen, heute wollen wir unsere Mädels unterstützen," rief Trainer Azola den gut 30 mit weit aufgerissenen Augen an der Seitenlinie sitzenden Jungen zu, die die Mädchenmannschaften beobachteten, wie sie in bunten Trikots den Platz betraten. Die Jungs reagierten auf den Trainer von Grassroot Soccer, indem sie vier Mal hintereinander in die Hände klatschten und ein laut hörbares "Amanina, wuuuh!" (Frauen, wuuuh!) verlauten ließen. Das Klatschen und Singen hallte im Beisein lächelnder Zuschauer durch den Park. Azola war nur einer von vielen Trainern und jungen Übungsleitern, die zusammengekommen waren, um das Mädchenturnier zu Ehren des Nationalen Frauentags zu veranstalten.

Gemeinschaftsaktion
Grassroot Soccer, Amandla Kulucha (was so viel bedeutet wie "Kraft der Jugend") und die FIFA hatten sich zusammengeschlossen, um bei der Organisation des kleinen Fussballturniers mitzuhelfen. Das Ereignis war die erste gemeinsame Veranstaltung von Grassroot Soccer und Amandla Kulucha, die beide Mitglieder des Netzwerks streetfootballworld sind, einem Partner der FIFA bei dem Projekt "20 Zentren für 2010."

Heute allerdings mussten die Fussballerinnen noch mit einem provisorischen Spielfeld Vorlieb nehmen, doch schon im Dezember 2009 wird der Park neben einem kleinen Kunstrasenplatz das erste fertig gestellte Football-for-Hope-Zentrum beherbergen.

Hierzu gab Paola Peacock Friedrich, die Programmentwicklungsleiterin der FIFA für die Initiative "20 Zentren für 2010", folgende Erklärung: "Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft mag vielleicht das größte Aushängeschild für den Fussball sein, aber wir glauben, dass sie auch ein Aushängeschild für die unglaubliche Gemeinschaftsarbeit ist, die hier von der FIFA und ihren Partnern geleistet wird."

Mädchen mit "Skillz"
Die teilnehmenden Mannschaften absolvierten abwechselnd K.o.-Spiele und 45-minütige "Skillz"-Übungen. Das von Grassroot Soccer entwickelte "Skillz"-Programm nutzt Fussball als Mittel, um Kinder über HIV/AIDS aufzuklären, aber auch, um sie mit den erforderlichen Mitteln auszurüsten, die sozialen Hürden zu bewältigen, mit denen sie sich in ihren verarmten Gemeinden konfrontiert sehen. Der Grassroot-Soccer-Lehrplan wurde bereits in einer Reihe afrikanischer Länder erfolgreich umgesetzt, wie etwa in Sambia, Simbabwe und Südafrika.

"Die meisten dieser Kinder haben nie jemals etwas so Einfaches und Wichtiges erlebt, wie für ihre einmaligen Stärken und guten Seiten gelobt zu werden," meinte Friedrich, als die Mädchen aus beiden Teams sich nach Spielende zu einem Kreis zusammenschlossen. "Diese Aktivitäten eröffnen die Gelegenheit, sich mit Kindern zu befassen und einen sinnvollen Dialog zu beginnen."

Während die Football-for-Hope-Kampagne in Südafrika weiterläuft, werden auch die Vorbereitungen für die nächstjährige FIFA Fussball-Weltmeisterschaft fortgesetzt, und wenn die Aufregung, der Kampfgeist und der glühende Enthusiasmus, die heute hier von den Mädchen an den Tag gelegt wurden, auch nur ein kleines Anzeichen dessen sind, was zu erwarten ist, können sich die Besucher von Südafrika 2010 auf eine wahrhaft unvergessliche Erfahrung freuen.