Die FIFA und die AFC haben ein gemeinsames Bankkonto eingerichtet, um die Spenden der gesamten Fussballfamilie zu sammeln und den vom Tsunami betroffenen Verbänden Hilfe zukommen zu lassen. Gespendet haben sowohl Verbände und Konföderationen als auch Vereine und Partnerorganisationen. Der FIFA/AFC Tsunami-Solidaritätsfonds wurde ursprünglich eingerichtet, um die Sofortspenden von FIFA und AFC in Höhe von zwei Millionen U.S.-Dollar bzw. eine Million U.S.-Dollar aufzunehmen. Die UEFA sicherte kurz darauf ebenfalls eine Million U.S.-Dollar zu, und dank weiterer Spenden aus der ganzen Welt sowie einem Solidaritätsspiel im Rahmen der Initiative "Football for Hope" in Barcelona kamen schließlich insgesamt 10,55 Millionen U.S.-Dollar zusammen. Nachfolgend erfahren Sie, wie diese Mittel in den von der Katastrophe betroffenen Ländern eingesetzt wurden.
SRI LANKA
Situation nach dem Tsunami
- Über 40.000 Tote und mehr als 1.000.000 Vertriebene.
- Fast alle Regionen betroffen.
- Privatwohnungen von Spielern und Funktionären wurden vollständig zerstört.
- Über 1.000 Trainingslager für Jugendliche wurden zerstört.
- Spielfelder, Klubhäuser und das Regionalverwaltungszentrum des Fussballverbandes von Sri Lanka (FFSL) wurden zerstört.
- Die Vereine haben ihre gesamte Ausrüstung verloren.
Hilfsmaßnahmen
- Der Fussballverband und das FIFA Development Office in Colombo richteten einen unabhängigen Fussball-Tsunami-Hilfsfonds ein, der später in den FIFA/AFC Tsunami-Solidaritätsfonds integriert wurde. Dafür verzichteten die Mitarbeiter auf ein Monatsgehalt. Andere nicht betroffene Fussballligen und die Schiedsrichtervereinigung leisteten ebenfalls einen Beitrag. Insgesamt konnten über den FFSL-Fonds 42.396,78 U.S.-Dollar aufgebracht werden.
- Am ersten Januar 2005 machten sich alle Mitarbeiter des FFSL und des FIFA Development Office auf den Weg in die betroffenen Gebiete in Kalutara, um Lunch-Pakete und Fussbälle zu verteilen. Außerdem wurden Fussballaktivitäten für Jungen und Mädchen organisiert.
- Mitarbeiter des FFSL besuchten alle betroffenen Gebiete, einschließlich der Tamilenregionen, und verteilten 1.000 Bälle, 300 T-Shirts und 600 Baseballcaps, Fussbälle, Schlafmatten, Kleidung, Trockenrationen, Medikamente und weitere dringend benötigte Artikel.
- Für den FFSL tätige Ärzte boten kostenlose medizinische Unterstützung an.
- In Batticoloa wurde vom FFSL und freiwilligen FFSL-Ärzten ein Lager zur medizinischen Versorgung eingerichtet, in dem mehr als 300 Patienten behandelt werden konnten.
- 17 Projekte wurden vom FFSL vorgeschlagen und von der FIFA genehmigt; dafür wurden Mittel in Höhe von 3,5 Millionen U.S.-Dollar zugewiesen.
- Die Projekte wurden mit zeitlicher Überlappung durchgeführt.
- Die Präsidenten von FIFA und AFC statteten Sri Lanka am 3. April 2006 einen Solidaritätsbesuch ab, um sich vor Ort einen Überblick über die Projekte zu verschaffen.
- In den vom Tsunami betroffenen Gebieten wurden auch "Football for Hope"-Kliniken eingerichtet.
MALEDIVEN
Situation nach dem Tsunami
- Das Erdgeschoss der im Rahmen des Goal-Projekts errichteten Verbandszentrale war überflutet, was zur Beschädigung des Mobiliars und zum Verlust von Sportausrüstung führte.
- Das Kunstrasenfeld war beschädigt und teilweise weggespült.
- Das für das Jugendprogramm des Verbandes verwendete Gelände war nicht mehr nutzbar.
- Fussballfelder von Vereinen der umliegenden Inseln waren zerstört.
Hilfsmaßnahmen
- Der Fussballverband der Malediven (FAM) setzte Fussballspieler und Funktionäre zu Aufräumarbeiten und zum Wiederherrichten von Trainingseinrichtungen ein. Außerdem halfen die Mitarbeiter anderen Tsunami-Opfern.
- Insgesamt 300 Bälle wurden zur Verfügung gestellt und konnten ausgegeben werden.
- Beschädigte Büroausstattung wurde ersetzt.
- Kunstrasenplätze wurden gesäubert und instand gesetzt.
- Die Verbandszentrale der FAM wurde mit einem neuen Bodenbelag ausgestattet.
- Zerstörte und beschädigte Fitnessgeräte wurden ersetzt.
INDONESIEN
Situation nach dem Tsunami
- Das Harapan-Bangsa-Stadion, das größte Stadion der Region, war von ausländischen Hilfskräften in ein Hospital umgewandelt worden, und das Spielfeld war daher stark beschädigt. Auch die Wände und Tribüne des Stadions wiesen Schäden auf.
- Der indonesische Fussballverband vermeldete den Tod von fünf Vereinsspielern, das Schicksal vieler Funktionäre, Spieler und Schiedsrichter war noch ungewiss.
- Viele Stadien und Spielfelder sowie ein Großteil der Fussballausrüstung waren zerstört; das kleine Stadion des Vereins Persjia war als Parkplatz für Militärfahrzeuge verwendet worden.
Hilfsmaßnahmen
- Am 28. Februar 2005 organisierte der Fussballverband Indonesiens (PSSI) ein Wohltätigkeitsdinner mit einer Auktion sowie ein Solidaritäts-Fussballspiel zwischen einem indonesischen Allstar-Team und einer Auswahl ehemaliger Stars aus Südamerika und Europa. Insgesamt wurde dabei eine Summe von 40.000 U.S.-Dollar aufgebracht, die vollständig der Bildung und Ausbildung von Kindern in Aceh zugute kam.
- Die FIFA nahm Kontakt zu diversen humanitären Organisationen auf, um herauszufinden, ob die Verteilung von Fussbällen in Auffanglagern und Waisenhäusern sinnvoll wäre.
- Ein Besuch im Auffanglager Mata La wurde organisiert, in dem etwa 300 Familien vorübergehend eine Bleibe gefunden hatten. Hier wurden von der FIFA Bälle an die Kinder verteilt.
- Insgesamt wurden dem PSSI 4.500 Bälle für Entwicklungsaktivitäten zur Verfügung gestellt.
- Insgesamt 1.000 T-Shirts wurden ausgegeben.
- Ausrüstung zur Pflege und Instandhaltung von Fussballplätzen wurde zur Verfügung gestellt.
- Ein Seminar für Platzwarte wurde organisiert
- In Aceh wurden Fussballkliniken, Kurse und Wettbewerbe organisiert.
THAILAND
Situation nach dem Tsunami
- Betroffen waren die fünf südlichen Provinzen mit einer Gesamtbevölkerung von 1,9 Millionen Menschen. Phuket wurde zum Notstandsgebiet erklärt.
- Ein Trainingsplatz in Phuket wies Schäden auf.
- Zahlreiche Schul- und Fussballeinrichtungen an den Schulen hatten ebenfalls Schäden davongetragen.
Hilfsmaßnahmen
- Der Thailändische Fussballverband (FAT) spendete 25.000 U.S.-Dollar zur Linderung der größten Not und ließ der Familie einer Nationalspielerin, die im Tsunami ums Leben gekommen war, weitere 5.000 U.S.-Dollar zukommen.
- Die FIFA unterstützte die Familie der verstorbenen Spielerin ebenfalls mit 25.000 U.S.-Dollar. Der Betrag wird vom Anteil der FIFA am gemeinsamen FIFA/AFC Tsunami-Solidaritätsfonds abgezogen.
- Insgesamt wurden 500 Bälle verteilt.
- Außerdem wurden Trikots und Fussballausrüstung gespendet.
