Kinderarbeit ist ein globales Problem, das in unterschiedlicher Ausprägung sowohl in entwickelten wie in unterentwickelten Ländern verbreitet ist. Gemäß Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) gehen weltweit über 250 Millionen Kinder einer Arbeit nach. 120 Millionen arbeiten Vollzeit, zu einem Drittel an einem gefährlichen Ort.

Die Verbreitung von Kinderarbeit ist je nach Region und Land verschieden. Obwohl Kinderarbeit auch in der entwickelten Welt vorkommt, werden die meisten Kinderarbeiter in Asien und Afrika gezählt, was auf die steigende Armut und das schleppende Wirtschaftswachstum zurückzuführen ist. In den Entwicklungsländern ist Kinderarbeit insbesondere in der Landwirtschaft und den informellen Sektoren verbreitet.

Kinderarbeit ist ein komplexes Problem, das weit über Fragen der Gesetzgebung und der Durchsetzung von Gesetzesbestimmungen hinausgeht. Kinderarbeit hat auch sozio-ökonomische Ursachen, die je nach Land verschieden sind und im Sinne einer nachhaltigen Lösung des Problems angegangen werden müssen. Armut, Übervölkerung, das ungenügende schulische Angebot, das wirtschaftliche Gefälle zwischen Stadt und Land sowie die Einkommensschere sind unter anderem Gründe für Kinderarbeit. Ganzheitliche Lösungen sind erforderlich, damit mit den wohl gemeinten Maßnahmen nicht das Gegenteil bewirkt wird. Als Beispiel sei das Verbot von Kinderarbeit in einer bestimmten Branche erwähnt, das auf Druck der internationalen Gemeinschaft in einzelnen Ländern erlassen wurde und die Kinder zur Annahme noch gefährlicherer Jobs zwang.

Heute ist die Sensibilität für Kinderarbeit in den Entwicklungsländern sowohl auf Regierungsebene als auch im Privatsektor sehr groß, ebenso wird angesichts der Vielschichtigkeit und der Komplexität des Problems nach ganzheitlichen Lösungen gesucht.

Rolle der FIFA

Kinderarbeit ist ein komplexes sozio-politisches Problem, dessen Bekämpfung schwierig ist. Als Sportorganisation verfügt die FIFA weder über die Erfahrung noch die Mittel, um das weit reichende Problem alleine zu lösen.

Im Bewusstsein um die Bedeutung fairer Arbeitsbedingungen schenkt die FIFA insbesondere der Problematik der Kinderarbeit große Beachtung. So auferlegt die FIFA ihren Vertragspartnern diesbezüglich strenge Pflichten und arbeitet eng mit offiziellen Organisationen wie der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) zusammen. Weiter besteht eine Partnerschaft mit dem Weltverband der Sportartikelindustrie (WFSGI), wodurch die FIFA auch an den WFSGI-Programmen zur Vermeidung von Kinderarbeit, insbesondere in Pakistan, beteiligt ist.

Die FIFA kann den offiziellen Organisationen, die sich um Fragen des Arbeitsschutzes kümmern, jedoch keine Vorschriften machen. In letzter Zeit waren zudem mehrfach Fälle missbräuchlicher Verwendung von FIFA-Warenzeichen auf inoffiziellen Produkten (Fussbällen) zu beanstanden, bei deren Herstellung in schwerster Weise gegen arbeitsrechtliche Normen verstoßen wurde, was jedoch nicht im Einflussbereich der FIFA liegt.

Die FIFA betreibt zur Bekämpfung des illegalen Handels von gefälschten Produkten und der unzulässigen Nutzung von Warenzeichen und Qualitätslabels ein weltweites Rechtsschutzprogramm. In enger Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden (Polizei, Zoll, Staatsanwaltschaft) wurden in 56 Ländern in Zusammenhang mit dem FIFA-Weltpokal Korea/Japan 2002™ insgesamt 810 Fälle von Missbrauch aufgedeckt.

Dank der Ausweitung des FIFA-Rechtsschutzprogramms im Hinblick auf den FIFA-Weltpokal Korea/Japan 2002™ stieg die Zahl der sichergestellten gefälschten Fussbälle im Vergleich zum FIFA-Weltpokal France 98™ um fast 500 %.

Jährlich werden weltweit ca. 40 Millionen Fussbälle verkauft, von denen 2001 nur 1,6 Millionen eines der offiziellen FIFA-Qualitätslabels trugen. Das bedeutet, dass die vertraglichen Bestimmungen, zu denen die FIFA die Hersteller verpflichtet, mit 4 % nur für einen Bruchteil der Jahresproduktion gelten.

Seit dem 1. Januar 1996 sind für Spiele von FIFA-Wettbewerben und Wettbewerben der sechs Konföderationen nur noch Bälle zugelassen, die die Qualitätskriterien der FIFA erfüllen und eines der offiziellen Labels tragen. Seit dem 1. Januar 2000 gelten für die Bälle, die bei Futsal-Spielen von FIFA- oder Konföderationswettbewerben zum Einsatz gelangen, die gleichen Bestimmungen.

Das FIFA-Qualitätskonzept

Das FIFA-Qualitätskonzept umfasst ein Testprogramm für Fussbälle. Die Hersteller haben die Möglichkeit, eine Lizenzvereinbarung einzugehen und ihre Fussbälle bei Erfüllen der strengen Testkriterien mit einem der beiden prestigeträchtigen FIFA-Labels zu kennzeichnen. Die Lizenznehmer genießen einen umfassenden Markenschutz in Bezug auf das FIFA-Label und profitieren von einem umfassenden Marketingangebot.

FIFA Approved: Qualitativ hochwertige Fussbälle, die den höchsten FIFA-Ansprüchen genügen.

FIFA Inspected: Fussbälle für Spiele aller Stufen.

Wahlweise ist auch die Kennzeichnung mit "International Matchball Standard" möglich, wobei die Bälle die gleichen Qualitätsanforderungen wie beim Label "FIFA Inspected" erfüllen müssen, aber keine Lizenzgebühr zu entrichten ist.

Das FIFA-Qualitätskonzept verpflichtet alle Akteure zu sozialem Handeln. So sind die Lizenznehmer vertraglich verpflichtet, bei der ganzen Produktion auf Kinderarbeit zu verzichten und die beiden folgenden Erklärungen, die dem Arbeitnehmerschutz gewidmet sind, zu befolgen:

1. Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit,

2. Verhaltenskodex des Weltverbandes der Sportartikelindustrie (WFSGI).

Die Verpflichtungen gelten jedoch nicht nur für die Lizenznehmer selbst, sondern auch für ihre Zulieferer und Absatzkanäle.

Im Weiteren haben die Lizenznehmer jegliche Initiativen zur Abschaffung von Kinderarbeit in der Fussballindustrie zu unterstützen. Fussbälle mit den FIFA-Qualitätslabels helfen den Kindern weltweit. Der Nettoerlös aus dem Projekt fließt in verschiedene Kinderschutzprojekte, wie die SOS-Kinderdörfer oder UNICEF, sowie in das IAO-IPEC-Programm zur Abschaffung von Kinderarbeit in der Fussballindustrie in Sialkot (Pakistan) und seiner zweiten Phase, des IAO-FIFA-Programms zur Förderung von Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit.

Zusätzliche Informationen

Weitere Informationen betreffend Kinderarbeit oder diesbezügliches Engagement der FIFA sind auf den folgenden Websites zu finden:

www.FIFA.com
www.ilo.org
www.wfsgi.org