Auch wenn sich der Rassismus im Fussball noch nicht so lange manifestiert wie in der Gesellschaft, ist er beileibe kein neues Phänomen, wie die jüngsten beunruhigenden Vorfälle glauben machen könnten. Nun ist es an der Zeit, unmissverständlich gegen dieses Übel vorzugehen.

Die FIFA ist sich des Rassismusproblems seit einiger Zeit bewusst, doch die jüngsten Ereignisse, insbesondere in Europa, haben uns die Notwendigkeit eines raschen, gemeinsamen Vorgehens klar vor Augen geführt. Auch wenn praktische Maßnahmen weiterhin in erster Linie auf nationaler und lokaler Ebene umzusetzen sind, wird sich die FIFA als einzigartige Schnittstelle von Meinungen und Erfahrungen aus allen Teilen der Welt in Zukunft mit dem Ziel einbringen, den Wissensaustausch zu fördern und effiziente Lösungen zu erzielen.

Der Begriff "Rassismus" ist nicht einfach zu umschreiben, da er sich in vielen Formen zeigt. Hauptsächlich basiert er jedoch auf der Hautfarbe als ethnischem Unterscheidungsmerkmal. Paradoxerweise hat sich das Problem ausgerechnet mit der zunehmenden Mobilität der Spieler über Landes- und Kontinentalgrenzen hinweg und trotz der kontinuierlichen Integration der Einwanderer in ihrer neuen Heimat verschärft. Gleichzeitig hat die Zahl rechtsradikaler Vorfälle außerhalb der Stadien in Besorgnis erregendem Ausmass zugenommen. "Wie bei jedem Problem liegt der erste Schritt zur Lösung darin, das Problem als solches zu erkennen", betont FIFA-Präsident Joseph S. Blatter. "Die Aussage, hier oder dort gebe es keinen Rassismus, ist nicht nur falsch, sondern auch unverantwortlich."