Workshop der Zentren in Äthiopien
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Vor zwei Jahren fand die erste FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in Afrika statt. Von der Veranstaltung in Südafrika ist dem Kontinent weit mehr geblieben als nur die Erinnerung. Sie hat noch heute für viele Tausend Kinder in zahlreichen afrikanischen Ländern in Form der Football-for-Hope-Zentren spürbare und positive Auswirkungen.

Im November trafen Delegierte von allen 20 Football-for-Hope-Zentren in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba zum fünften Workshop der Football-for-Hope-Zentren zusammen. "Zum ersten Mal kamen die Vertreter aller 20 Zentren an einem Tisch zusammen, um ihre Erfahrungen beim Aufbau der Zentren zu teilen", so Cornelia Genoni, die zuständige Leiterin der FIFA-Programme für Soziale Verantwortung.

Ian Mills, der Manager des Teams der Football-for-Hope-Zentren, erläuterte die Stellung des Projektes als Offizielle Kampagne zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™. "Die FIFA wollte ein bleibendes Vermächtnis hinterlassen, und zwar nicht nur in und für Südafrika, sondern für den gesamten Kontinent. Genau dies wird mit den 20 Zentren für 2010 erreicht."

Der Südafrikaner arbeitet für streetfootballworld, eine Hilfsorganisation, die mit der FIFA eine Allianz für die Umsetzung der 20 Zentren für 2010 gebildet hat. Er fügte hinzu, dass auf dem gesamten Kontinent großer Bedarf an Einrichtungen bestehe, die von Organisationen vor Ort genutzt werden können, um junge Menschen zu erreichen und die Probleme anzugehen, denen sie gegenüberstehen.

"In Afrika sieht sich die Gesellschaft zahlreichen enormen Problemen gegenüber. Hierzu gehören in erster Linie HIV/Aids, Gewalt, Arbeitslosigkeit und fehlende Ausbildung. Die Football-for-Hope-Zentren stellen Einrichtungen dar, in denen junge Menschen Hilfe bekommen und diese Probleme angehen können."

Die FIFA stellt den Organisationen eine Anschubfinanzierung und die Einrichtungen zur Verfügung, die aus einem Gebäude mit 180 Quadratmetern Nutzfläche sowie einem Fussball-Kleinfeld für 7er-Teams mit solarbetriebener Flutlichtanlage bestehen. Zudem werden auch die Betriebskosten für drei Jahre von der FIFA getragen.

In dieser Zeit haben die Betreiberorganisationen Gelegenheit, eigene Finanzierungsquellen zu erschließen. "Die Organisationen, die die Zentren betreiben, teilen uns mit, welche Anforderungen sie für das Gebäude haben. Das kann beispielsweise ein Computerraum sein oder eine Bibliothek. Die Gebäude werden dann je nach Bedarf angepasst."

"Die Zentren bieten den jungen Menschen einen sicheren Ort, an dem sie lernen und sich um die Probleme kümmern können, denen sie gegenüberstehen. Da diese Probleme nicht überall in Afrika gleich sind, haben auch die Zentren unterschiedliche Ausrichtungen. In Südafrika beispielsweise steht HIV/Aids im Mittelpunkt, während in Ruanda der Schwerpunkt auf Konfliktlösungen liegt. In anderen Gebieten kann der Schwerpunkt auf Arbeitslosigkeit oder anderen Problemen liegen. Doch in allen Zentren wird der Fussball in die Programme integriert, um die jungen Menschen zu erreichen."

Die Delegierten tauschten sich beim Workshop über ihre Erfahrungen aus. Hierbei wurde häufig das Fehlen geeigneter Grundstücke für die Errichtung der Zentren als eine der größten Hürden genannt, die der schnellen Eröffnung eines Zentrums im Wege stehe.

Primrose Dube, die Leiterin von Grassroots Soccer Zimbabwe, berichtete den anderen Delegierten, obwohl der Antrag vor einem Jahr gestellt worden sei, warte man noch immer auf die Genehmigung zur Nutzung des Grundstücks vom Stadtrat von Bulawayo. "Wir erwarten, dass dieses Problem mit dem Stadtrat in der ersten Dezemberwoche abschließend gelöst wird. Dann endlich können wir mit dem Bau des Zentrums beginnen."

Zu den weiteren Themenbereichen bei dem dreitägigen Workshop gehörten Strategien zur Beschaffung von Spenden, effektive Methoden der Entwicklung von Anträgen und Projekten sowie die Überwachung und Beurteilung von Projekten.

Victor Emmanuel Sewabana, der Leiter des Esperance-Zentrums, das Anfang Oktober in einem Schulkomplex mit insgesamt 4.000 Schülern eröffnet wurde, sagte, er habe sehr von diesem Workshop profitiert: "Ich konnte bei diesem Workshop meine Erfahrungen zu Themen wie Schutz der Kinder, Risikobewertung und Durchführung von Veranstaltungen einbringen. Ich selbst habe vieles in den Bereichen Verhaltenskodex für die Mitarbeiter der Zentren und Möglichkeiten zur Generierung von Einkommen erfahren."

Im Esperance-Zentrum in der ruandischen Hauptstadt Kigali werden jungen Menschen praktische Kenntnisse für die Lebensführung, unternehmerische Grundsätze und Kenntnisse zu Informations- und Kommunikationstechnologien vermittelt. Das Zentrum ist zudem an Englisch-Sprachkursen beteiligt, die den Jugendlichen sehr zugute kommen, da die Sprache in dem Land in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden ist.

Sieben der insgesamt 20 Zentren (in Ghana, Mali, Kenia, Ruanda, Namibia, Lesotho und Südafrika) sind fertiggestellt und haben den Betrieb aufgenommen. Die Zentren in Burundi, Kap Verde, Kamerun, Äthiopien, der DR Kongo, Tansania, Mosambik, Botsuana, Simbabwe und weitere in Südafrika sind in verschiedenen Stadien vor der Aufnahme des Betriebs.

"Wir liegen gut im Zeitplan und können davon ausgehen, dass alle 20 Zentren im kommenden Jahr in Betrieb sind", so Mills. "Damit wird sichergestellt, dass die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ ein bleibendes Vermächtnis hinterlässt, das weit über die Erinnerungen an die packenden Spiele, die spektakulären Tore und die fantastische Atmosphäre hinausgeht. Dieses Vermächtnis verändert das Leben vieler Tausend jungen Menschen zum Besseren!"