Enthusiasmus und Fortschritte in Guinea

Nach dem Besuch in Nouakchott erreichte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter am Donnerstag, 7. Februar, die zweite Etappe auf seiner sechstägigen Afrika-Reise: die guineische Hauptstadt Conakry.

Wie am Vortag in Mauretanien konnte sich der Präsident ein Bild über den Stand der Fortschritte der Entwicklungsprogramme in Guinea machen. Der erste Punkt der Tagesordnung war der Besuch der Baustelle des neuen Verbandssitzes.

Nachdem die FIFA-Delegation von Premierminister Mohamed Said Fofana empfangen wurde, begab sie sich nach Kaloum, eine der fünf Kommunen, die den Großraum der guineischen Hauptstadt bilden. Dort wird im Rahmen eines Goal-Projekts der Verbandssitz des guineischen Fussballverbands FEGUIFOOT errichtet. Im Anschluss folgte - in sehr festlicher Atmosphäre - ein Besuch des provisorischen Verbandssitzes im Volkspalast von Conakry.

Goal-Projekt steht kurz vor dem Ziel
Auf dem Programm des 48-stündigen Zwischenhalts stand auch die Einweihung des Technischen Zentrums von Nongo. Die Zeremonie fand in Anwesenheit des Premierministers sowie des Sportministers, Sanoussy Bantama Sow, genannt "Kempes", statt. Letzterer trat Ende 2012 die Nachfolge des ehemaligen, 56-fachen Nationalstürmers Titi Camara an. Auch der Präsident des guineischen Fussballverbands, Salifou Camara, wohnte der Zeremonie bei.

Das Zentrum, das sich am Stadtrand der guineischen Hauptstadt befindet, wurde ursprünglich im Rahmen eines Goal-Projekts gebaut. Dank der Unterstützung durch das Programm PERFORMANCE wurde es zuletzt renoviert und ausgestattet. Im Rahmen eines Hilfsprogramms für Verbände, die über geringe finanzielle Mittel verfügen, wird an diesem Ort nun ein Kunstrasenplatz gebaut. Von Seiten der FIFA wurde hierzu eine Investitionszusage von 550.000 U.S.-Dollar geleistet.

"Ob nun im Bereich des Sports oder im sozialen Sektor: Entwicklung muss einem gegenseitigen Nutzen dienen. Es kann nicht nur in eine Richtung laufen. Gemeinsam bringen wir die Infrastrukturen und die Programme auf den Weg. Die FIFA begleitet und kontrolliert diese Arbeit", erklärte Blatter. "Einmal errichtet, ist es wichtig, ein Technisches Zentrum wie dieses mit Leben zu füllen."

Ausbilden und im Land halten
Das Ziel besteht natürlich darin, Spieler auszubilden, doch noch wichtiger ist es, sie im Land zu halten. Von den 23 Spielern der Nationalmannschaft beispielsweise, die im Kader für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2012 standen, war nur Ersatztorhüter Abdoul Aziz Keita bei einem guineischen Klub aktiv, bei Atletico Club Coléah.

Es ist also höchste Zeit, dass Vereine wie Hafia FC, dreifacher Gewinner der CAF Champions League (1972, 1975 und 1977), oder der zwölfmalige guineische Meister AS Kaloum Star wieder zur ersten Anlaufstelle von Nationalspielern werden.

"Eines der Ziele der FIFA besteht darin, die nationalen Ligen in den jeweiligen Ländern zu stärken, insbesondere in Afrika, damit Spieler sich in ihrem eigenen Land ihren Lebensunterhalt verdienen können und ihr Glück nicht in Europa suchen müssen. Eine große Zahl folgt den europäischen Lockrufen. Es werden viele gerufen. Doch wenige werden im Land gehalten", erinnerte der FIFA-Präsident. Nachdem Blatter den Verdienstorden der Republik Guinea erhalten hatte, setzte er seine Rundreise auf dem Mutterkontinent in Richtung Botsuana fort.