Blatter zu Besuch in Mauretanien

Aktuell sind alle Augen auf Südafrika und den dort stattfindenden CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2013 gerichtet. Auch FIFA-Präsident Joseph S. Blatter weilt auf dem Kontinent. Erste Station seines sechstägigen Arbeitsbesuchs war Mauretanien.

Alle Aufmerksamkeit in Afrika gilt im Moment dem wichtigsten kontinentalen Wettbewerb – dem von der CAF organisierten Afrikanischen Nationen-Pokal. FIFA-Präsident Blatter widmet sich zwei Jahre nach der ersten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ auf afrikanischem Boden derweil erneut den Entwicklungsprogrammen in den weniger begünstigten Ländern.

Dies ist eine zentrale, aber eher wenig beachtete Initiative der FIFA, möglich geworden durch die letzte Weltmeisterschaft. "Als wir uns für die Ausrichtung einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in Afrika entschieden haben, geschah dies gegen den Widerstand vieler Leute, die prophezeiten, die WM würde scheitern. Heute wissen wir alle, Südafrika 2010 war ein Erfolg ohnegleichen, durch den wir erstmalig einen Bonus an alle Mitgliedsverbände auszahlen konnten", so Blatter bei seinem Besuch.

Besonderheiten jedes Landes
In der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott konnte sich Präsident Blatter aus erster Hand von den positiven Auswirkungen von PERFORMANCE, dem neuen Fussballmanagement-Programm der FIFA überzeugen, mit dessen Hilfe die Mitgliedsverbände ihr eigenes Potenzial voll ausschöpfen sollen. Der Fussball-Weltverband stellt den Verbänden dabei Experten für die verschiedensten Fachgebiete (Governance, Management, Finanzen, Kommunikation, Marketing, Technischer Support etc.) zur Verfügung.

In Mauritanien wurde der Schwerpunkt bislang auf Kommunikation und hierbei insbesondere auf audiovisuelle Produktionen gelegt. "Wir haben jetzt eine Fernsehproduktionsfirma – eine der ersten ihrer Art in Afrika", erklärte der Präsident des mauretanischen Verbands, Ahmed Ould Yahya. "Wir haben einen Vertrag mit dem Staatsfernsehen und übertragen jede Woche einige Spiele. Dadurch ist der Fussball im Land viel präsenter und sein Image hat sich grundlegend geändert."

Der Besuch von FIFA-Präsident Blatter bot Gelegenheit, die neue Anlage live zu testen. Im Studio des Verbands gab er einer Moderatorin ein Exklusiv-Interview, das landesweit ausgestrahlt wurde. Darin betonte Blatter insbesondere die Bedeutung des Frauenfussballs für die FIFA.

Diamil Faye, der FIFA-Berater für das Programm PERFORMANCE, erklärte darüber hinaus, wie er seine Methoden den Besonderheiten jedes Landes anpasst. Im Falle von Mauretanien bedeutet das etwa zu berücksichtigen, dass es in der Halbzeitpause der Spiele stets ein Gebet gibt und ein offizieller Teelieferant akkreditiert werden muss.

Wir werden vielleicht nicht die Welt verändern, aber wir können dafür sorgen, dass es die Jugend einmal besser hat.
Joseph S. Blatter (FIFA-Präsident)



In einem Land wie Mauretanien ist die Entwicklungshilfe der FIFA gut angelegt. Die Mehrzahl aller Fussball-Großprojekte der vergangenen Jahre wurde überwiegend vom Fussball-Weltverband finanziert. Blatter nutzte seinen Besuch deshalb auch zur Einweihung einer neuen Erweiterung des Verbandssitzes, des technischen Zentrums und zweier Kunstrasenplätze, darunter dem des nationalen Olympiastadions. Mauretanien hat schwierige Zeiten hinter sich. Die Fussball-Nationalmannschaft hat nicht an der Qualifikation für den Afrikanischen Nationen-Pokal und die nächste FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in Brasilien teilgenommen. Die über die Goal-Programme finanzierten Projekte sind angesichts dessen eine große Hilfe, weil sie die Jugendausbildung zum Schwerpunkt haben.

"Wir wollen auf einem soliden Fundament aufbauen", so Präsident Yahya. "Mit unserer nationalen Akademie können wir die Stars der Zukunft ausbilden. Unser Ziel lautet, Mauretanien unter den ersten 100 der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste zu etablieren und an einem großen Wettbewerb wie dem Afrikanischen Nationen-Pokal teilzunehmen." Erste Zeichen eines Aufschwungs waren unlängst beim Sieg Mauretaniens gegen Liberia während der Afrikanischen Nationenmeisterschaft zu erkennen.

FIFA-Präsident Blatter traf sich auch mit Moulaye Ould Mohamed Laghdaf, dem Premierminister von Mauretanien, sowie mit der Ministerin für Kultur, Jugend und Sport, Cisse Mint Cheikh Ould Boide. Im Anschluss an die Unterredung zeigte sich Blatter erfreut über die Nachricht, dass die mauretanische Regierung Teile des Staatshaushalts für den Ausbau der Sportinfrastruktur zur Verfügung stellen will. "Mauretanien beherbergt aktuell 100.000 Flüchtlinge aus Mali. In dieser angespannten Lage ist es umso wichtiger, die soziale Rolle des Fussballs zu betonen. Wir werden vielleicht nicht die Welt verändern, aber wir können dafür sorgen, dass es die Jugend einmal besser hat – besonders in einem so jungen Land wie Mauretanien", schloss der FIFA-Präsident.