Blatter als Ehrengast in Südamerika
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FIFA-Präsident Joseph S. Blatter besuchte am ersten Februarwochenende Südamerika, um dort an verschiedenen Treffen des außerordentlichen Kongresses des südamerikanischen Kontinentalverbands CONMEBOL in Asunción (Paraguay) teilzunehmen. Der Vorsitzende des Weltfussballverbandes, der vom FIFA-Vizepräsidenten Ángel María Villar Llona begleitet wurde, wohnte mit hochrangigen Funktionären des Exekutivkomitees verschiedenen Veranstaltungen bei.

Draußen herrschten Temperaturen um die 30 Grad und die FIFA-Delegation bemerkte rasch, dass in Südamerika Hochsommer herrscht. Im Stadion Rogelio Lorenzo Livieres war die Hitze geradezu erdrückend. Hier wurde Joseph S. Blatter, der den Anstoß zur Auftaktpartie des paraguayischen Apertura-Turniers zwischen Guaraní und Independiente vornahm, mit herzlichem Beifall empfangen.

Der 3:1-Sieg von Guaraní war sozusagen der Aperitif zu einem Gala-Dinner der CONMEBOL, an dem die Delegationen der zehn südamerikanischen Verbände einschließlich ihrer Präsidenten, die hochrangigsten Funktionäre des Dachverbands und auch einige nationale Würdenträger wie der Vorsitzende des Abgeordnetenverbandes, Víctor Bogado, und der Minister für Industrie und Handel, Oscar Rivas, teilnahmen.

Der Bitte um eine Ansprache kam der FIFA-Präsident gern nach und dankte zunächst für seine Einladung zum außerordentlichen Kongress der CONMEBOL, die er als einen "Pionier und den ältesten Fussballdachverband der Welt" bezeichnete. Dann stellte er die besonderen Werte der Weltsportart Fussball heraus: "Wir dürfen nicht vergessen, dass der Fussball auch eine erzieherische Rolle in der Gesellschaft erfüllt und den jungen Menschen Werte wie Respekt und Fairplay vermittelt." Am Samstagmorgen eröffnete Blatter dann das Treffen der Präsidenten der südamerikanischen Fussballverbände.

Autonomie und Unabhängigkeit
Der Kongress, der vom CONMEBOL-Vorsitzenden Nicolás Leoz und vom Präsidenten des paraguayischen Fussballverbandes, Juan Ángel Napout, eröffnet wurde, fand am 4. Februar statt. Joseph S. Blatter nutzte die Gelegenheit, um auf die in der Region erzielten Erfolge zu verweisen: die zahlreichen Titel, die südamerikanische Mannschaften im Lauf der Jahre gewonnen hatten, und eine Reihe von Entwicklungsprojekten im Rahmen des Goal-Programms, die von der FIFA in der Region umgesetzt werden.

Bei der Veranstaltung selbst behandelten die Verbände auch Themen in Zusammenhang mit ihrer Autonomie und Unabhängigkeit und verabschiedeten einstimmig eine Satzung, mit der jede Einmischung von außen verhindert wird. Darüber hinaus wurde einstimmig die Schaffung eines Disziplinargerichts und eines Berufungsgerichtes beschlossen. Außerdem wurde die Satzung in Bezug auf den Kampf gegen Doping überarbeitet.

"Es waren drei sehr wichtige Tage für unseren Verband. Wir fühlen uns geehrt, dass wir Besuch vom Präsidenten der FIFA erhalten haben, einem großen Freund des südamerikanischen Fussballs. Wir haben die Satzung der CONMEBOL geändert, um die Eigenständigkeit der einzelnen Verbände zu stärken und externe Einmischungen in fussballerische Angelegenheiten zu verhindern", bekräftigte am Donnerstag anlässlich der Pressekonferenz der CONMEBOL-Vorsitzende Nicolás Leoz.

"Eine ganz besondere Weltmeisterschaft"
Bei derselben Pressekonferenz, an der auch der Präsident des paraguayischen Verbandes Juan Ángel Napout teilnahm, dankte Joseph S. Blatter dem ganzen Land für den herzlichen Empfang und nutzte die Gelegenheit, auch über die Rückkehr der FIFA-Weltmeisterschaft auf südamerikanischen Boden nach 36 Jahren zu sprechen.

"Brasilien wird eine ganz besondere Weltmeisterschaft ausrichten", bekräftigte Blatter und fügte hinzu: "Die Stadien werden rechtzeitig fertig gestellt. Wir bei der FIFA haben keinen Zweifel daran, dass uns eine große WM erwartet. Es fehlen noch einige Details in Bezug auf Garantien und Gesetze, aber wir gehen davon aus, dass das bis Ende März geklärt sein wird."

Die Südamerika-Qualifikation läuft bereits seit Oktober 2011. Vier bis fünf Länder aus dieser Zone werden am großen Fussballfest in Brasilien teilnehmen, für das die Heimmannschaft als Ausrichter automatisch qualifiziert ist.