Strafen gegen Klubs wegen Missbrauchs von FIFA TMS
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Die FIFA-Disziplinarkommission hat gegen die beiden Klubs CA Independiente (Argentinien) und Genoa CFC (Italien) wegen missbräuchlicher Nutzung des FIFA-Transferabgleichungssystems (TMS) Sanktionen verhängt. Das TMS ist bei allen internationalen Transfers von männlichen Berufsspielern im Rahmen des Elferfussballs zwingend anzuwenden. 

Die FIFA hat am 28. September 2012 gegen den Klub CA Independiente eine Disziplinaruntersuchung eingeleitet, nachdem dieser mit dem Klub Genoa CFC vereinbart hatte, die Ausstellung des internationalen Freigabescheins (ITC) für den Transfer des Spielers Julian Alberto Velazquez zum Abschluss der Dateneingabe an die Zahlung einer beträchtlichen Summe durch Genoa CFC zu knüpfen.

Mit dem Abschluss eines Transfervertrags, bei dem die Ausstellung des ITC an eine Zahlung geknüpft ist, hat CA Independiente gegen Art. 9 des FIFA-Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern ("Reglement") verstoßen, wonach der ITC kostenlos und bedingungslos auszustellen ist.

CA Independiente, der mit der unterlassenen Eingabe der Partnerinstruktion für den Transfer des Spielers Julian Alberto Velazquez zu Genoa CFC ins TMS zudem gegen Art. 2 Abs. 4 und Art. 3.1 Abs. 1 von Anhang 3 des Reglements verstoßen hat, wurde mit einer Geldstrafe von CHF 35 000 belegt und verwarnt.

Der argentinische Klub hat die Partnerinstruktion für den Transfer des Spielers noch immer nicht ins TMS eingegeben, so dass der Transfer seit 31. August 2012 blockiert ist und kein ITC beantragt wurde. CA Independiente wurde von der FIFA-Disziplinarkommission deshalb angewiesen, die Partnerinstruktion binnen sieben Tagen einzugeben. Nachdem die Frist nicht eingehalten wurde, wird die Kommission bei ihrer nächsten Sitzung prüfen, ob härtere Sanktionen verhängt werden.

Genoa CFC wurde wegen Verletzung von Art. 9 und Art. 2 Abs. 4 von Anhang 3 des Reglements (Versäumnis, nach Abschluss des Transfervertrags Informationen ins TMS einzugeben und maßgebende Unterlagen hochzuladen) ebenfalls mit einer Geldstrafe von CHF 35 000 belegt und verwarnt.

Die Entscheide der FIFA-Disziplinarkommission vom 20. November 2012 wurden den beiden Klubs am 15. Januar 2013 mitgeteilt. Die Entscheide wurden nicht angefochten und sind damit rechtskräftig.

Die Kommission war in beiden Fällen kategorisch: "Die bedingte Ausstellung des ITC ist ein schwerer Verstoß gegen das Reglement, der die Transparenz internationaler Transfers gefährdet, die Glaubwürdigkeit des gesamten Transfersystems untergräbt und den Fussballbehörden eine wirkungsvollere Kontrolle internationaler Transfers erschwert. Ein solches Verhalten beschränkt und beeinträchtigt die Tätigkeiten der Spieler."

Die Kommission hielt zudem klar fest: "[...] Das TMS ist zwingend anzuwenden. Das TMS soll den Fussballbehörden klare Details zu den internationalen Transfers der verfügbaren Spieler liefern und so die Glaubwürdigkeit und die Transparenz des Systems verbessern [...]. In diesem Sinne müssen alle Nutzer in Treu und Glauben handeln, das TMS täglich regelmäßig prüfen und dafür sorgen, dass sie die erforderliche Ausrüstung haben, um ihre Pflichten zu erfüllen."