Erste Sitzung der Kommission für Klubfussball 2013
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Die Kommission für Klubfussball traf sich heute unter dem Vorsitz von FIFA-Exekutivkomiteemitglied Jacques Anouma am FIFA-Sitz in Zürich zu ihrer ersten Sitzung im Jahr 2013. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter eröffnete die Sitzung und betonte die Bedeutung der Klubs als Basis des Fussballs.

Wegen anderweitiger Verpflichtungen waren folgende Mitglieder entschuldigt: Karl-Heinz Rummenigge und Michele Centenaro (die beiden Vertreter der europäischen Klubvereinigung ECA), Don Garber (Geschäftsleiter der Major Soccer League), Frédéric Thiriez (Vizepräsident der European Professional Football League (EPFL) und Präsident des französischen Fussballverbands) sowie Stephen Williamson (Waitakere United FC/Neuseeland).

Chuck Blazer berichtete als Vorsitzender der FIFA-Kommission für Klubfussball über den Erfolg des Turniers 2012 in Japan, das im Fernsehen in 205 Ländern und Gebieten zu sehen war. Die nächste Ausgabe findet vom 11. bis 21. Dezember 2013 in Marokko und damit erstmals in Afrika statt. An den beiden Spielorten Marrakesch und Agadir erwartet die Zuschauer wiederum ein spannendes Turnier. Chuck Blazer berichtete ebenfalls über den gelungenen Einsatz der Torlinientechnologie, über den die Mitgliedsverbände in Kürze informiert werden.

Die Kommission sammelte ferner die Meinungen der Klubvertreter zur Torlinientechnologie. FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke gab zudem bekannt, dass im kommenden Februar oder März nach Abschluss des Berichts eine Sitzung für die Klubs, Ligen und Verbände zur Torlinientechnologie durchgeführt werde. Die Kommissionsmitglieder schätzen die Initiative der FIFA und bestätigten das sehr große Interesse der Klubs an der Torlinientechnologie.

Im Weiteren wurde die Kommission über das Transferabgleichungssystem (TMS) informiert. 2012 wurden 11.555 internationale Transfers getätigt, 1 % weniger als im Vorjahr. Die meisten Transfers erfolgten von Portugal nach Brasilien. International am häufigsten transferiert wurden Brasilianer. Vermittler erhielten von den Klubs durchschnittlich eine Kommission von 28 %. Fünf Minuten dauerte im Durchschnitt die Abwicklung eines Transfers über das TMS. Die transferierten Spieler waren im Durchschnitt 24 Jahre und 10 Monate alt. Der jüngste war 16 und wechselte von England nach Wales. Der älteste war 45 Jahre alt und ging von der Ukraine nach Tadschikistan.

Die Kommission wurde ferner über das Konzept einer globalen Spielerbörse (Global Player Exchange, GPX) informiert, das derzeit von FIFA TMS im Rahmen der Lancierung verschiedener Vorzugsdienste entwickelt wird. Diese neuen optionalen Dienstleistungen dienen ebenfalls der Verbesserung der Transparenz.

GPX bietet den beteiligten Klubs eine sichere und private Plattform, über die sie Marktinformationen abrufen und miteinander kommunizieren können. Die Klubs können ebenfalls nach Informationen zu Spielern und ihrer Verfügbarkeit suchen. Ausgedehnte Umfragen bei den Anspruchsgruppen haben gezeigt, dass die meisten Klubs nur beschränkt Zugang zu Informationen zu Berufsspielern haben und oft auf Vermittler zurückgreifen müssen, was mit Kosten verbunden ist. FIFA TMS plant, die GPX-Plattform für verschiedene Anspruchsgruppen wie Klubs und Mitgliedsverbände einzuführen. "Das bedeutet eine Revolution im internationalen und nationalen Transfersystem", erklärte Jacques Anouma.

Die Kommission befasste sich ebenfalls ausführlich mit den verschiedenen Optionen zu Vermittlern/Spielervermittlern und beschloss, den definitiven konkreten Vorschlag bei einer Sondersitzung vor der nächsten Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees zu erörtern. Die Kommission wurde danach über die laufende Analyse verschiedener möglicher nationaler Regelungen zur Problematik von Spielern im Besitz von Dritten informiert. Die detaillierte Auswertung, einschließlich Analyse der rechtlichen Risiken, läuft. In diesem Zusammenhang wurde eine neue Studie des internationalen Zentrums für Sportwissenschaften (CIES) präsentiert, wonach 15 % der lizenzierten Vermittler in England, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien an Vereinbarungen zu Spielern im Besitz von Dritten beteiligt sind. Angesichts dessen forderte die Kommission eine einheitliche globale Lösung zum Schutz der Integrität des Fussballs.

Jérôme Valcke informierte schließlich kurz über die Beteiligung der Klubs an den Einnahmen aus der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™. Pro Spieler und Tag werden den betreffenden Klubs zur Entschädigung USD 2.850 (verglichen mit USD 1.600 im Jahr 2010) ausbezahlt, dies ab zwei Wochen vor dem Eröffnungsspiel bis zum letzten Spiel der Verbandsmannschaft des jeweiligen Spielers.