IFAB lässt zwei Unternehmen für nächste Phase des Tests von Torlinientechnologie zu
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Das International Football Association Board (IFAB) trat am heutigen 3. März 2012 im Pennyhill Park Hotel in Surrey (England) unter Leitung von David Bernstein, dem Vorsitzenden des englischen Fussballverbandes FA, zu seiner jährlichen Generalversammlung zusammen.

Dem IFAB wurde eine von der schweizerischen EMPA (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) erarbeitete allgemeine Bewertung von acht verfügbaren Torlinientechnologie-Systemen vorgelegt. Die erste Phase der Torlinientechnologie-Tests fand im November und Dezember 2011 statt.

Von den acht Unternehmen wurden zwei, nämlich Hawk-Eye und GoalRef, gemäß dem Kriterienkatalog und der Empfehlung der EMPA für die Teilnahme an der zweiten Testphase ausgewählt. Das System der Firma HawkEye arbeitet mit Kameras und optischer Erkennung der Spielsituation, während das System der Firma GoalRef ein magnetisches Feld und einen besonderen Ball nutzt, um Torsituationen zu erkennen.

Im Rahmen der zweiten Testphase, die von März bis Juni 2012 stattfindet, werden Zuverlässigkeit und Genauigkeit beider System eingehend getestet, ebenso wie die Belastbarkeit der Technologie.

Sollten nach Abschluss der zweiten Testphase eine oder beide Systeme die geforderten Kriterien erfüllen, wird das IFAB auf einer Sondersitzung in Kiev am 2. Juli 2012 über eine endgültige Zulassung der Torlinientechnologie entscheiden.

In Bezug auf die vorgeschlagenen Änderungen der Spielregeln stimmte das IFAB der Änderung der Regel 1 (Das Spielfeld, kommerzielle Werbung) zu, in der die Positionierung aufrecht stehender Werbetafeln genau geregelt ist. Ebenfalls angenommen wurde die von der FA vorgeschlagene Regeländerung bezüglich der Anzahl von zulässigen Einwechslungen im Amateurfussball. Den vier britischen Fussballverbänden wurde die Option eingeräumt, eine zweijährige Testphase durchzuführen.

Das IFAB stimmte außerdem Änderungen der Regel 4 (Ausrüstung der Spieler) und der Regel 8 (Beginn und Fortsetzung des Spiels) zu. Regel 8 definiert nun genau die von den Offiziellen zu ergreifenden Maßnahmen, sollte ein Spieler den Ball bei einem Schiedsrichterball ohne Gegner direkt ins Tor schießen.

Die FIFA stimmte zu, die vorgeschlagene Änderung der Regel 3 (Anzahl der Spieler) in Bezug auf eine vierte Einwechselmöglichkeit während der Verlängerung zurückzuziehen. Der Vorschlag bezüglich Regel 12 (Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen) zur so genannten Dreifachbestrafung wird weiter geprüft.

Weiterhin wurde dem IFAB eine Zusammenfassung zum Thema "Zusätzliche Schiedsrichterassistenten" vorgelegt. Experimente hierzu laufen derzeit in der UEFA Champions League und in der UEFA Europa League, ebenso wie in Wettbewerben in Brasilien, Marokko und Katar. Bei der Sondersitzung des IFAB am 2. Juli, also nach Beendigung der UEFA EURO 2012, wird ein Abschlussbericht vorgelegt, so dass dann eine abschließende Entscheidung über die Zukunft des Zusätzlichen Schiedsrichterassistenten erfolgen kann.

Schließlich wurde noch eine Vorlage zur Zulässigkeit von Kopftüchern für weibliche Spielerinnen diskutiert. Das IFAB stimmte grundsätzlich dem Vorschlag zu, das Tragen von Kopftüchern zu erlauben, vorbehaltlich einer beschleunigten Untersuchung von Gesundheits- und Sicherheitsbedenken. Daher wird eine abschließende Entscheidung erst bei der Sondersitzung des IFAB am 2. Juli getroffen.

Die heute vom IFAB bezüglich der Spielregeln getroffenen Entscheidungen treten – mit Blick auf die UEFA EURO 2012 – am 1. Juni 2012 in Kraft.

Die 127. jährliche IFAB-Generalversammlung findet vom 1. bis 3. März 2013 in Edinburgh (Schottland) statt.