Dschibuti arbeitet sich Schritt für Schritt nach oben
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Dschibuti, ein kleines Land ostafrikanisches Land mit einer Fläche von 23.000 km² und gerade einmal 830.000 Einwohnern, ist seit 1994 Mitglied der FIFA. Allein schon deshalb ist es sicher keine Überraschung, dass die Nationalmannschaft von Dschibuti in der aktuellen FIFA/Coca-Cola-Wertungsliste nur auf Platz 202 rangiert. Dessen ungeachtet hat der dschibutische Fussball für die nahe Zukunft einige ehrgeizige Ziele ins Visier genommen. Dies belegen die Aussagen von Souleiman Hassan Waberi, dem neuen Präsidenten des Fussballverbandes von Dschibuti, anlässlich seines Besuches bei der FIFA in Zürich.

Der am 10. November des vergangenen Jahres in sein Amt gewählte Waberi war in Begleitung des Generalsekretärs Hassan Mohamed Kamil und des Staatssekretärs für Jugend und Sport von Dschibuti, Dr. Djama Elmi Okié, zum Sitz der FIFA nach Zürich gekommen. "Unser Hauptanliegen ist die Entwicklung des Breitenfussballs. Wir haben gerade eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bildungsministerium unterzeichnet. Demnach werden wir demnächst gemischte Wettbewerbe zwischen Schulmannschaften austragen. Ziel dieser Turniere ist es, bis zum Jahr 2014, für das wir eine CECAFA U-17-Meisterschaft für Ost- und Zentralafrika planen, eine konkurrenzfähige U-17-Auswahl auf die Beine zu stellen", sagte dazu der Präsident des FDF.

Angesichts der zahlreichen Großbaustellen im Fussball seines Landes sind die Ziele für die kommenden Jahre klar definiert. "Da die Entwicklung des Frauenfussballs bei uns noch etwas schwächelt, besteht eines unserer unmittelbaren Ziele darin, eine nationale Frauen-Liga einzuführen und den Frauenfussball mit Hilfe von Festivals gezielt zu fördern. Außerdem wollen wir unsere Männer-Liga regional weiterentwickeln, die Aus- und Weiterbildung unserer Führungskader sichern sowie die Entwicklung von Futsal und Beach Soccer, für die unser Land perfekte Bedingungen bietet, vorantreiben. Eine weitere Aufgabe ist die generelle Verbesserung unserer Infrastruktur. Mit Hilfe der FIFA und der nationalen Behörden arbeiten wir Hand in Hand an der Bewältigung dieser Herausforderungen", so Waberi weiter.

Ein langer Weg steht bevor
Zu den konkreten Entwicklungsmaßnahmen in Dschibuti zählt das inzwischen vierte Goal-Projekt (ein Futsal-Stadion) ebenso wie der angestrebte Bau von Kunstrasenplätzen im Rahmen eines fünften Goal-Projektes, das noch durch die FIFA-Entwicklungskommission genehmigt werden muss. Vor allem die Kunstrasenplätze sind für diese Region, deren trockenes Klima das ganzjährige Spielen auf Naturrasen unmöglich macht, geradezu lebenswichtig. Darüber hinaus wird Dschibuti auch vom PERFORMANCE-Programm profitieren, über das der Verband allgemeine Unterstützung im Bereich des Managements erhält. "Um all diese Ziele umzusetzen, benötigen wir entsprechende Mittel, und gerade in diesem Punkt bedürfen wir der Hilfe seitens der FIFA. Sie unterstützt uns mit Kunstrasenplätzen, leistet aber auch Hilfe im technischen Bereich und in finanziellen Fragen. Unser Verband ist zu einem großen Teil auf diese Unterstützung angewiesen", so Waberi. Unter dem Strich bleibt also festzustellen, dass die Nationalmannschaft noch einen langen Weg vor sich hat.

Dies umso mehr, da sie seit Dezember 2011 kein Spiel mehr bestritten hat und in den letzten fünf Begegnungen stets als Verlierer vom Platz gegangen war. Doch Waberi, der grundsätzlich positiv an die Lösung seiner Aufgaben herangeht, verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass es auf seinem Kontinent durchaus Modellbeispiele gibt, wie im Fall von Kap Verde, das sich als vermeintlich krasser Außenseiter für den bevorstehenden CAF Afrikanischen Nationen-Pokal qualifizieren konnte. "Uns fehlt es an finanziellen Mitteln. Deshalb konzentrieren wir uns zunächst auf den Breitenfussball, um nach und nach feste Strukturen zu schaffen und nichts zu überstürzen. Ich bin überzeugt, dass wir auf diese Weise in drei Jahren eine wettbewerbsfähige U-17-Auswahl haben werden."

Zur Untermauerung seiner These der schrittweisen Arbeit "von der Basis nach oben" berief sich der Verbandspräsident auf die Entwicklung seiner eigenen Karriere. "Ich selbst habe ganz unten auf der Karriereleiter angefangen. Erst war ich Schiedsrichter, dann Kommissionsvorsitzender, Schatzmeister und stellvertretender Generalsekretär, bevor ich schließlich Verbandspräsident wurde. Um den Gipfel zu erklimmen, muss man nach meiner festen Überzeugung von unten anfangen."