
Der neue Präsident des ruandischen Fussballverbandes (FERWAFA), Célestin Ntagungira, stattete FIFA-Präsident Joseph S. Blatter am 30. Januar 2012 einen Besuch ab. Knapp drei Monate nach Ntagungiras Wahl sprachen die beiden Männer über die Situation des ruandischen Fussballs.
"Wir haben über das gesprochen, was die FIFA über die Goal-Projekte für Ruanda getan hat, über Kunstrasenfelder, neue Büros und über die Akademie. Wir haben auch neue Projekte angesprochen. Wir haben zum Beispiel über die Möglichkeit diskutiert, einen Sportkomplex für die Zusammenkünfte der Nationalmannschaften zu errichten", erklärte Ntagungira gegenüber FIFA.com.
Doch das Hauptanliegen des neuen Vorsitzenden des ruandischen Fussballs ist vor allem die Nachwuchsarbeit. Auf seine Ziele als Verbandspräsident angesprochen, antwortete er: "Wir wollen im ganzen Land den Schwerpunkt auf den Jugendfussball legen. Unser Ziel besteht darin, mehr Sichtungen und Jugendwettbewerbe zu organisieren."
Es versteht sich von selbst, dass dies nicht der einzige Bereich ist, in dem viel Arbeit wartet, denn im ruandischen Fussball sind noch viele Baustellen vorhanden. Folglich präzisierte Ntagungira, dass er zudem "an den Statuten des Verbands und der Verwaltung der Klubs arbeiten" und "diverse Fortbildungsmaßnahmen für Trainer, Schiedsrichter und Frauenfussball lancieren" wolle. "Schließlich fehlt es uns an Sponsoren, dies ist ein weiteres Arbeitsfeld für uns. Genauso wie die Vermarktung unseres Fussballs in den Medien."
Es gibt also viel zu tun, doch der rote Faden bleibt die Jugend. Und dies ist umso verständlicher, wenn an die erstmalige Qualifikation der U-17-Auswahl für die Weltmeisterschaft dieser Altersklasse im vergangenen Jahr in Mexiko erinnert wird. "Diese Qualifikation stellte für die ruandische Nation einen immensen Erfolg dar. Der Kern dieser Mannschaft ist der Akademie entsprungen, die von der FIFA auf den Weg gebracht wurde. Vier oder fünf dieser Spieler sind sogar in die Nationalmannschaft gekommen. Aus diesem Grund sind wir der FIFA sehr dankbar und wollen in diese Richtung weitergehen."
Denn mit Akademien ist das Projekt noch nicht beendet. "Ausgehend von dieser Entwicklung des Jugendfussballs wollen wir regionale Ligen einführen, die es früher nicht gegeben hat. Momentan findet der Fussball vor allem in den Städten statt, wir wollen ihn in jede Ecke des Landes bringen. Am Ende wollen wir eine größere Anzahl von Spielern haben, und dass sich unsere Nationalmannschaften weiterentwickeln", erläuterte Ntagungira seine Zukunftsvision.
Zum Abschluss seiner Ausführungen erinnerte der ruandische Verbandspräsident an den Anteil der FIFA am Erfolg eines solchen Projekts. "Die FIFA hilft uns durch finanzielle Mittel, doch das Wesentliche ist in Wahrheit die technische Hilfe und die Ausbildung von Führungskräften, die sie uns anbietet. Denn auf diese Weise können wir uns langfristig weiterentwickeln."



