"Kazi" möchte Bangladesch zum Träumen bringen
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Kazi Mohammed Salahuddin ist seit drei Jahren Präsident des Fussballverbandes von Bangladesch. Sobald er über den Fussball in seinem Land spricht, wirkt der frühere Profi trotz seines hohen Amtes wie ein begeisterter Youngster. Während seines Aufenthalts in Zürich traf er auch mit FIFA-Präsident Joseph S. Blatter zusammen. "Wir haben über die weitere Entwicklung des Fussballs in Bangladesch gesprochen. Herr Blatter ist im Hinblick auf die Unterstützung seitens der FIFA für mein Land sehr zuversichtlich", so der Gast aus Bangladesch nach dem Gespräch mit dem FIFA-Präsidenten gegenüber FIFA.com.

In seiner Heimat gilt Kazi Mohammed Salahuddin längst als Topstar. Der Ex-Kapitän (1975 bis 1979) der Nationalmannschaft von Bangladesch ist einer der wenigen, wenn nicht der einzige Fussballer seines Landes, der in einer ausländischen Profiliga aktiv war. In der Saison 1975/76 spielte er für den FC Caroline Hill in Hongkong.

Seit dem Ende seiner aktiven Karriere im Jahre 1984 besteht sein sehnlichster Wunsch darin, seine Sportart in Bangladesch wieder beliebter zu machen. Denn dort stehen die anderen Sportarten in der Regel im Schatten von Kricket. Doch diese Herausforderung nimmt der ehemalige Profi gerne an. "Als ich in Bangladesch gespielt habe, liefen wir noch vor rund 50.000 Zuschauern auf. Danach gewann wieder Kricket die Oberhand. Doch seit ich vor drei Jahren das Amt des Verbandspräsidenten übernommen habe, strömen die Leute auch wieder in die Fussballstadien", versichert uns Salahuddin.

Um sein erklärtes Ziel zu erreichen, nennt er die Dinge ohne Umschweife beim Namen, zumal er weiß, dass der Knackpunkt wirtschaftlicher Natur ist. "Für die Weiterentwicklung unserer Sportart brauchen wir ganz einfach finanzielle Mittel. Allerdings müssen wir unseren Sport auch bekannter machen, damit mehr Jugendliche Fussball spielen und wir mehr Sponsoren gewinnen können", ist sich der Verbandspräsident sicher.

Danach gilt es, entsprechende Strukturen für den Fussballnachwuchs zu schaffen und ihm eine angemessene fussballerische Ausbildung zu ermöglichen. "In den kommenden Monaten werden wir eine Fussballakademie einweihen. Das ist eine Einrichtung für junge Fussballer mit einer Kapazität von 200 Ausbildungsplätzen", so die Ankündigung des BFF-Präsidenten.

"Und gerade dabei kann uns die FIFA behilflich sein, indem sie der Fussballakademie technische Unterstützung gewährt: Trainer oder einen Technischen Direktor zum Beispiel", so der 58-Jährige weiter. Bangladesch konnte bereits von zwei Goal-Projekten profitieren, die den Neubau des nationalen Verbandsgebäudes (2005 eingeweiht), den Bau eines Kunstrasenplatzes am Sitz des Verbandes und die Errichtung eines Technischen Zentrums in Dhaka (derzeit noch in Arbeit) ermöglicht haben.

All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Nationalmannschaft von Bangladesch umfassend zu fördern und zu versuchen, sie in der asiatischen Spitze zu etablieren. "Mein Ziel ist es, Bangladesch wieder unter die besten 15 Nationalteams der FIFA/Coca-Cola-Rangliste für die Asien-Zone zu bringen. Dann werden wir sehen, ob wir Schritt für Schritt noch weiter nach oben klettern können. Diese Zielstellung ist durchaus realistisch", meint Salahuddin.

Er ist schon Realist, hat allerdings gleichzeitig auch eine Vorliebe für etwas verrückte Träume. So auch die Idee, Lionel Messi nach Bangladesch kommen zu lassen. "Das Ganze begann mit einem Traum. Als ich gesagt habe, dass ich Lionel Messi für ein Spiel nach Dhaka holen wolle, haben mich die Leute in Bangladesch für einen Träumer oder gar einen Spinner gehalten. Dann habe ich es geschafft, die komplette argentinische Nationalmannschaft zu einem Freundschaftsspiel am 6. September dieses Jahres gegen Nigeria in unser Land einzuladen. Das war ein riesiges Event, das der Popularität des Fussballs in Bangladesch einen enormen Schub gegeben hat. Ich sage Ihnen, am Anfang steht immer ein Traum..."