INTERPOL-Expertengruppe berät über den Schutz des Sports vor dem organisierten Verbrechen
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Das Erkennen, Bekämpfen und Verhindern der Infiltration des Fussballs durch das organisierte Verbrechen war der Schwerpunkt einer von der INTERPOL-Einheit "Integrity in Sport" organisierten Podiumsveranstaltung. Die Sitzung fand im Rahmen der 15. International Anti-Corruption Conference (IACC) vom 7. bis 10. November in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia statt.

Mit besonderem Blick auf Spielmanipulationen und illegalem Wettspiel berieten die Teilnehmer über die Frage, wie das Eindringen von illegalen Netzwerken in den Fussball auf allen Ebenen – von lokalen Amateurspielen bis zu großen internationalen Wettbewerben – verhindert werden kann.

Die Veranstaltung, als Teil der Initiative für Schulung, Fortbildung und Prävention bei der Bekämpfung von Manipulationen im Fussball von INTERPOL und FIFA, wurde vom erfahrenen BBC-Sportjournalisten Rob Bonnet moderiert. Zudem nahmen Vertreter des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), der FIFA Sicherheitsabteilung sowie des Independent Joint Anti-Corruption Monitoring and Evaluation Committee (MEC) aus Afghanistan an der Diskussion teil.

"Die Gelegenheit zum Austausch mit Anti-Korruptionsexperten hat uns in dem Glauben bestärkt, dass Manipulationen und illegales Wettspiel ein wachsendes Problem darstellen, welches durch umfassende Schulung, Fortbildung, durch Präventionsprogramme sowie einer verstärkten Zusammenarbeit aller wichtigen Akteure angegangen werden muss", sagte John Abbott, Leiter des INTERPOL-Lenkungsausschusses "Integrity in Sport."

Während der viertägigen Konferenz hob Abbott die Aspekte Zusammenarbeit, Informationsaustausch, Koordination, Präventionsstrategien und proaktive Ansätze als die fünf Schlüsselelemente bei der Entwicklung einer Strategie zur Bekämpfung von Korruption im Sport hervor. "Wir müssen diese Bedrohung erkennen und zusammenhalten, um den Fussball als sauberen Sport zu beschützen. Doch das können wir nicht alleine", sagte FIFA-Sicherheitsdirektor Ralf Mutschke.

Indem es ein erhöhtes Bewusstsein für das Problem weckte, verfolgte der Workshop das Ziel, die an der Lösung beteiligten Handelnden – von den Fans bis zu den internationalen Kontrollorganen – dazu zu befähigen, die Bandbreite und das Ausmaß des Eindringens der organisierten Kriminalität in den Sport zu erkennen und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. "Die Medaille hat zwei Seiten: Es ist ein Problem für den Sport, das verwaltungstechnisch angegangen werden muss, aber es ist auch ein Verbrechen, und das muss mit Strafverfolgung angegangen werden", sagte der Leiter der Abteilung Korruption und Wirtschaftsverbrechen der UNODC, Dimitri Vlassis.

"Spielmanipulationen kann man nicht mit Block und Stift bekämpfen. Da die Kriminellen immer weiter gehen, müssen wir ebenfalls weiter gehen", resümierte Drago Kos vom afghanischen Independent Joint Anti-Corruption Monitoring and Evaluation Committee.