Integritäts-Workshop in Afrika sehr gut angenommen
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Fussballfunktionäre aus dem Süden Afrikas bezeichneten den FIFA-Workshop zur Integrität im Sport, der in Zusammenarbeit mit INTERPOL am vergangenen Wochenende in Johannesburg abgehalten wurde, als "großartige Gelegenheit zum Lernen".

Zwei Tage lang diskutieren Vertreter von acht Fussballverbänden aus der Region über Methoden, um Spielabsprachen und Korruption im Fussball Einhalt zu bieten. Am Ende beschlossen sie, ihre Präventivmaßnahmen zu verstärken und Regierungen in die Pflicht zu nehmen, um mit besseren Gesetzen solchen Fällen einen Riegel vorzuschieben.

"Es war für uns eine großartige Gelegenheit, etwas über diese Thematik zu lernen, die große Auswirkungen auf unsere Verbände haben kann und über die wir in der Vergangenheit nicht allzu viel wussten", so Kirsten Nematandani, Präsident des südafrikanischen Fussballverbandes.

Die FIFA-Delegation, die vom neuen Sicherheitsdirektor Ralf Mutschke angeführt wurde und zu der sowohl Rechts- wie auch Sportwettenexperten zählten, bot Einblick in eine Thematik, die die Grundfesten des Fussballs bedroht. Mutschke zufolge seien Spielabsprachen ein viel größeres Problem als zuvor vermutet und zudem auf der gesamten Welt verbreitet.

INTERPOL hat im vergangenen Jahr eine langfristige Kooperations-Vereinbarung mit der FIFA abgeschlossen, um dabei zu helfen, Mitgliedsverbände über die Gefahren von Spielabsprachen und anderen korrupten Praktiken im Sport aufzuklären. Auch die Experten dieser Organisation sprachen über die Gefahren für den Sport und über geeignete Gegenmaßnahmen.

Angeführt wurde ihre Delegation von der Vize-Direktorin Miachaela Ragg, die die kürzlich eingeführte Abteilung zur Integrität im Sport leitet. Im Workshop wurden Wege aufgezeigt, um Funktionäre fortzubilden und über die Gefahren aufzuklären. Zudem wurden Möglichkeiten aufgezeigt, um Verbandsführung und Praktiken zu verbessern.

Sämtliche hohen Funktionäre aus Botsuana, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Swasiland, Sambia und Simbabwe beschlossen, ihre jeweiligen Strukturen in der Heimat zu überprüfen und mit ihren nationalen Behörden in Kontakt zu treten. So soll sichergestellt werden, dass Kriminellen in den jeweiligen Ländern ihre Tätigkeiten erschwert werden.

Den Teilnehmern wurden die Vorgehensweise der Täter sowie die Ausmaße der Sportwettenindustrie vor Augen geführt. "Wir hatten gar keine Ahnung von dem enormen Gefahrenpotenzial und wie wachsam wir sein müssen", fügte Adam Mthethwa, Präsident des Fussballverbandes von Swasiland, hinzu.

Die Bedeutung von Informationen
Mutschke beteuerte gegenüber den Delegierten, dass es das Ziel der FIFA sei, bei der Bekämpfung der Korruption soviel Hilfe und Partner wie nur möglich zu bekommen. Er sagte: "Wir wollen in all unseren 209 Mitgliedsverbänden informieren und sensibilisieren, und wir wollen mit ihnen über das Problem von Spielabsprachen und Korruption sprechen."

Der FIFA-Sicherheitsdirektor zeigte sich erfreut über das hohe Interesse seitens der Teilnehmer und die lebhafte Debatte. "Dieser Workshop wurde sehr gut angenommen", bemerkte er. Neben Fussballfunktionären war auch jedes Land mit hohen Polizeibeamten vertreten, die an den Diskussionen teilnahmen.

"Eines der Ziele dieses Workshops ist es, die wichtigsten Beteiligten an einen Tisch zu bringen und ihnen die Gelegenheit zu bieten, über die Problematik zu sprechen. So können wir auch gute Vorgehensweisen definieren. Es ist wichtig, soviel Information wie möglich zu teilen", sagte Ragg.

Die FIFA hat vor kurzem bereits ähnliche Workshops in Finnland und Guatemala abgehalten und plant für die nächsten Monate noch weitere.

"Es war für unsere Region äußerst interessant, von den Ausmaßen der Gefahren von Spielabsprachen zu erfahren", gab Feizal Sidat, Präsident des Fussballverbands von Mosambik, an. "Wir haben beschlossen, in unserer Region zusammenzustehen und so eng wie möglich zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass wir soviel Information wie möglich teilen und gemeinsam eine mögliche Korruption bekämpfen können."