
Die FIFA Task Force Football 2014 traf am Mittwoch, 22. Februar 2012, in Zürich zu ihrem dritten Meeting zusammen, erstmals im alten FIFA-Haus am Hitzigweg, dem ehemaligen Hauptsitz des Weltfussballverbandes. Unter der Leitung des Vorsitzenden Franz Beckenbauer wurden verschiedene Themen des Fussballs diskutiert.
FIFA-Präsident Joseph S. Blatter begrüßte die Anwesenden und erinnerte in seiner Eröffnungsrede an seine eigene Zeit am Hitzigweg: "Für mich kommen heute noch einmal sehr viele positive Erinnerungen beim Betreten dieses Hauses hoch, das 1978 eingeweiht wurde, als ich noch Entwicklungs-Direktor hier war."
Blatter rief noch einmal die tragischen Ereignisse vor wenigen Wochen im ägyptischen Port Said in Erinnerung, als zahlreiche Fussball-Fans im Stadion ihr Leben lassen mussten. Man müsse alles daran setzen, solche Tragödien zu verhindern. Solches Leid könne und dürfe man nicht hinnehmen, ein schwarzer Tag für den Fussball.
Die positive Nachricht der letzten Wochen: Der überraschende Titelgewinn Sambias. Der FIFA-Präsident gratulierte dem anwesenden Verbandspräsidenten von Sambia, Kalusha Bwalya, stellvertretend für dessen Nationalteam zum Gewinn des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals 2012 Anfang Februar. "In den 120 Minuten des Endspiels haben wir alle Gefühle gesehen, die der Fussball hervorrufen kann: Unterhaltung, Spannung, Drama, Glückseligkeit."
Mit dem ghanaischen Ex-Nationalspieler Abedi Pele und Rumäniens früherem Star Gheorghe Hagi feierten zwei neue Mitglieder ihr Task-Force-Debüt. Überflüssig zu sagen, dass beide absolute Fachleute sind und das hochkarätige Team der Task Force weiter verstärken. "Ich bin sehr glücklich, Mitglied dieser Task Force zu sein", freute sich Hagi und legte auch gleich seine Ambitionen für die Mitarbeit dar: "Fussball ist ein Spektakel für die Fans. Je einfacher die Regeln, desto besser."
Neue Fair-Play-Kampagne
Zu Beginn entschied das Gremium, eine neue Fair-Play-Kampagne zu lancieren. "Wir möchten die Macht des Fussballs in Verbindung mit einer Fair-Play-Kampagne dazu nutzen, einen aktiven Beitrag zur Schule des Lebens zu leisten, basierend auf den Prinzipien der Disziplin", erläuterte Franz Beckenbauer, der die zehn goldenen Regeln zusammen mit den Vereinen verstärken will, um den Fair-Play-Code sicherzustellen. "Der Ehrenkodex muss gelebt werden. Wir sollten versuchen, verstärkt an den Fair-Play-Kodex zu appellieren und eine weltweite Kampagne unter der Federführung der FIFA zu initiieren."
Eine angeregte Diskussion fand anschließend zum Thema Abseits statt. Ziel sei es, den Schiedsrichtern die Arbeit und die Entscheidungen einfacher zu machen. Die Task Force stimmte deshalb einer entsprechenden Abänderung der Regel 11 zu.
Erneut auf der Tagesordnung stand die Dreifachbestrafung. Hier solle es nach Meinung der FIFA Task Force Football 2014 eine Vereinfachung der Regeln geben. Grundsätzlich ist die Meinung, dass bei einem Foul im Strafraum ein Elfmeter und eine Gelbe Karte als Sanktionen genügen, auf die Rote Karte könne verzichtet werden.
Das Gremium ist der Meinung, dass Rote Karten im Strafraum lediglich bei brutalen Fouls verhängt werden sollen - so wie überall auf dem Spielfeld. Hierzu wurden entsprechende Anpassungen im Regelwerk vorgeschlagen, die am Samstag, 3. März 2012, auf der Agenda der 126. Jahreshauptversammlung des International Football Association Board (IFAB) stehen und dort verabschiedet werden sollen. Ebenfalls auf der Agenda der IFAB steht die Torlinientechnologie, über deren letzten Stand FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke informierte.
Die Task Force stimmte zudem dafür, dass Trainer, die des Feldes verwiesen wurden, die Tribüne in der Halbzeitpause nicht verlassen und keinen Zutritt zur Umkleidekabine haben dürfen.
Außerdem wurde beschlossen, bei der Wiederaufnahme abgebrochener Spiele der zurzeit gängigen UEFA-Praxis zu folgen und bei diesen Partien nur noch die fehlende Spielzeit mit dem aktuellen (und letzten) Spielstand zu absolvieren, nicht jedoch die gesamte Partie zu wiederholen.
Ferner sollen künftig bei allen Spielen ähnlich wie bei Weltmeisterschafts-Endrunden zwölf Spieler auf der Reservebank Platz nehmen dürfen, und nicht wie bisher maximal sieben. Dies soll ebenfalls nächste Woche am IFAB-Meeting entschieden werden.
Abgerundet wurde das dritte Treffen der FIFA Task Force Football 2014 durch Informationen über die Entwicklung des Frauenfussballs und Vorschläge zu Regeländerungen beim Beach Soccer, die von der Arbeitsgruppe Beach Soccer erarbeitet wurden.
Die FIFA Task Force Football 2014 bildete den Abschluss der vier verschieden FIFA Task Forces, die diese Woche in Zürich getagt haben und nun an die unabhängige Kommission für Governance berichten.



