
Indien wird sich bis zum Jahr 2030 voraussichtlich zum bevölkerungsreichsten Land der Welt entwickeln. Wenn es nach den führenden indischen Fussballvertretern geht, soll es zu diesem Zeitpunkt auch eine globale Fussballmacht sein.
Dieses ehrgeizige Ziel bekam durch den Besuch einer FIFA-Delegation unter der Leitung von FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke und Thierry Regenass, dem FIFA-Direktor für Mitgliedsverbände, im vergangenen Monat enormen Auftrieb.
"Wir sind bestrebt, in Indien einen zehnjährigen Entwicklungsplan umzusetzen, der – sofern er vom Exekutivkomitee der FIFA bestätigt wird – auch die Veranstaltung der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2017 beinhalten würde", so Valcke. "Es gibt keinen Fussball ohne eine starke Basis. In Indien mangelt es außerdem an Infrastruktur, was sich ebenfalls negativ auf die Fussballentwicklung auswirkt. Wir werden auch in diesem Bereich tätig werden."
Es dauerte nicht lange, bis die FIFA den Ball ins Rollen brachte. Der Weltfussballverband startete in dieser Woche in Mizoram gemeinsam mit dem indischen Fussballverband (All India Football Federation – AIFF) sein allererstes Grassroots-Programm. Der Ministerpräsident Mizorams, Lalthanhawla, der für Fussballangelegenheiten zuständig ist und vor drei Jahrzehnten den Fussballverband des Bundesstaates Mizoram (MFA) gegründet hatte, sagte: "Wer hätte gedacht, dass die FIFA hier bei uns zu Gast sein würde, um unsere Kinder auszubilden?"
28 Trainer werden das für drei Monate geplante Programm leiten und Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren betreuen. Einige von ihnen sollen schließlich in Fussballakademien aufgenommen werden.
Scott O'Donell, der technische Direktor der FIFA für regionale Akademien in Indien, lobte Mizoram für seinen "nachhaltigen Basisplan" und nannte dies als Grund dafür, dass dieser Bundesstaat als Ausgangspunkt für das Programm ausgewählt wurde. Ausschlaggebend sei auch die Tatsache gewesen, dass Mizoram über mindestens drei Kunstrasenplätze verfüge – eine Anforderung der FIFA, die in Indien kaum erfüllt wird.
"Die FIFA möchte eine Basis schaffen, an der Talente entdeckt und gefördert werden können", so O'Donell. Lalthanhawla fügte nach dem Start am Montag hinzu: "Die FIFA und die AIFF engagieren sich sehr für den indischen Fussball – das hat man heute deutlich gesehen."
Talentsuche sorgt für Begeisterung unter Bewerbern aus Maharashtra
Auch in Maharashtra ist der Entwicklungsprozess im Gange. Im Rahmen einer Partnerschaft zwischen dem westindischen Fussballverband (WIFA) und Sporting Ace Private Limited (SAPL) wurde festgelegt, dass in den kommenden zehn Jahren USD 19 Millionen in den Fussball dieses Bundesstaates investiert werden sollen.
Diese Investitionen beinhalten Programme zur Ausbildung von Trainern und Schiedsrichtern, die Wiedereinführung des Rovers Cup – eines Turniers, das 1891 ins Leben gerufen, vor elf Jahren jedoch wieder eingestellt wurde – sowie die Suche nach dem indischen Superstar der Zukunft. Über 50.000 Youngsters der Altersklassen U-14 bis U-18 – sowohl Jungs als auch Mädchen – werden zwischen Dezember 2012 und Februar 2013 an diesem kostenlosen Projekt teilnehmen.
Der ehrenamtliche Sekretär des WIFA, Souter Vaz, erklärte: "Hinter uns liegt beinahe ein Jahr der Suche und des Aufbaus, einschließlich zahlreicher Reisen durch die unterschiedlichen Regionen. Informationen aus erster Hand verdeutlichen, dass der Fussballsport in allen Regionen von Maharashtra sehr beliebt ist und in der jüngeren Generation sehr viele Anhänger hat. Dieses Interesse muss nun in die richtige Richtung gelenkt werden – mit den besten Einrichtungen und Auszeichnungen für die erfolgreichsten Projekte."
Der Geschäftsführer der WIFA, Henry Menezes, sagte: "Die WIFA und SAPL sind bestrebt, der Fussballgemeinde in Maharashtra durch neue und spannende Formate, wie etwa Futsal, Beach-Soccer, Freestyle-Fussball usw., neues Leben einzuhauchen. Es wird auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, eine Profiliga im Bundesstaat einzuführen, um angesichts des Fussball-Booms mehr professionelle Möglichkeiten zu bieten."
