Das Konzept der Durchführung von öffentlichen Übertragungen (Public Viewing) unter "einem vereinenden Dach" in allen 12 FIFA WM-Städten während der gesamten Dauer der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 TM wurde von der FIFA gemeinsam mit den FIFA WM-Städten und mit Unterstützung des Lokalen Organisationskomitees (LOK) entwickelt. Die Entwicklung des Programms nahm mehr als zwei Jahre in Anspruch. Einer der Hauptgründe für die Schaffung des Konzepts "Fan Fest FIFA Fussball-Weltmeisterschaft TM" war die Suche nach einer Lösung für das größte Problem, mit dem man sich bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 TM konfrontiert sah: der Mangel an Eintrittskarten. Die FIFA entwickelte zu diesem Zweck ein Gesamtkonzept für die Veranstaltungen, in dessen Rahmen die einzelnen Fan Feste von den Städten selbst organisiert werden konnten. Die FIFA war verantwortlich für die Gesamtkoordination des gesamten Fan-Fest-Betriebs, einschließlich der Bereitstellung und des Betriebs der Basisinfrastruktur für alle 12 Städte (Videowände, Bühnen, Ton, Beleuchtung und Dekoration/Branding).

Diese Basisinfrastruktur wurde von der FIFA über die Ernennung von vier Top Partnern für das Fan Fest finanziert (Coca-Cola, Hyundai, MasterCard und Toshiba). Diese Partner erhielten umfassende und exklusive Vermarktungsrechte in Bezug auf das Fan Fest. Infront Sports & Media, der Inhaber der Fernsehrechte, erteilte den FIFA WM-Städten eine kostenlose Lizenz zur öffentlichen Übertragung aller Spiele.

Unterhaltungskonzept
In den 12 FIFA WM-Städten wurden die für die Veranstaltung der Fan Feste am besten geeigneten Örtlichkeiten ausgewählt. Da die Fan Feste im offiziellen WM-Design gestaltet waren, konnten sich die Fans als Teil des Wettbewerbs fühlen, und man sprach gemeinhin vom "zweiten Stadion" des Spielortes. Der Eintritt zu den Fan Festen war frei. Die Fans hatten hier die Möglichkeit, die Live-Übertragungen aller Spiele auf hypermodernen Videowänden zu verfolgen. Außerdem wurde von den FIFA WM-Städten täglich ein Unterhaltungsprogramm organisiert, das von Stadt zu Stadt verschieden war.

Wirtschaftliche Ergebnisse
Das Fan Fest war auch vom geschäftlichen Standpunkt aus eine attraktive Veranstaltung. Astronomische Mengen an Speisen und Getränken wurden konsumiert: 3,5 Millionen Liter Bier und noch einmal dieselbe Menge alkoholfreier Getränke sowie 3,5 Millionen Bratwürste. KarstadtQuelle hatte an praktisch allen Fan Fest-Standorten Offizielle FIFA WM 2006 Shops eingerichtet und erzielte mit dem Verkauf der offiziellen Lizenzprodukte Umsätze im Millionenbereich. Die vier Top Partner unterhielten die Fans an ihren kommerziellen Ständen und auf der Bühne und registrierten aufgrund der riesigen Menschenmengen insgesamt eine hohe Anzahl von Werbekontakten. Außerdem haben Anheuser-Busch und Coca-Cola die Möglichkeit genutzt, ihre Produkte an den erstklassigen Standorten der Fan Feste auszuschenken. Selbst einige kleine lokale Unternehmen profitierten von den Fan Festen, indem sie sich als lokale Sponsoren des Fan Festes der jeweiligen FIFA WM-Stadt (Host City Sponsoren) betätigten.

Logistik und Organisation
Eine aufwändige Logistik bildete die Grundlage für den Erfolg. Etwa 17.000 Mitarbeiter sorgten für einen reibungslosen Ablauf vor Ort sowie auf den 14 Bühnen und an den insgesamt 39 Videowänden. Die FIFA arbeitete dabei auf permanenter Basis mit einem äußerst engagierten Account-Management-Team für die Fan Feste zusammen. Im Laufe des Turniers wurde die Installation und Deinstallation der Infrastruktur sowie die Umsetzung vor Ort von drei Gebietsleitern der FIFA und 12 Verantwortlichen für die einzelnen Städte koordiniert und überwacht.

Sicherheitsmaßnahmen
Bei den Fan Festen konnten die in- und ausländischen Fans die Spiele nicht nur in einer fröhlichen und ausgelassenen, sondern vor allem auch in einer friedlichen Atmosphäre erleben. Die lokalen Behörden entwickelten umfassende Pläne für Sicherheitsmaßnahmen (z B. Einlasskontrollen, Umzäunungen, Verbot von Flaschen, Videoüberwachung), die ohne größere Zwischenfälle umgesetzt wurden. Die Fanbotschaften des Lokalen Organisationskomitees boten eine erste Anlaufstation für die Fans. Umfragen ergaben, dass 87 Prozent der Besucher die Sicherheitsvorkehrungen bei den Fan Festen für sehr gut befanden. Das einzige "Problem", mit dem die FIFA WM-Städte zu kämpfen hatten, war ein zu großer Andrang, weshalb die Tore bei einigen Spielen bereits am frühen Nachmittag geschlossen werden mussten. Bei der Mehrheit der FIFA WM-Städte entschloss man sich sogar, die Standorte der Fan Feste zu erweitern und nach der ersten Runde weitere Videowände zu installieren, um genügend Raum für die feiernden Fans zu bieten.

Medien
Die Fan Feste erwiesen sich als außerordentlich attraktive Kommunikationsplattform. Etwa 15.000 Medienvertreter waren anwesend. Die von den FIFA WM-Städten ausgewiesenen Medien-Lounges zum Fan Fest wurden vor allem von Medienvertretern aus Übersee stark frequentiert. Bilder von den Fan Festen, die auf historischen Plätzen im Herzen der Städte stattfanden, kursierten um die ganze Welt. Die offiziellen deutschen Sender ARD, ZDF und RTL, die den FIFA WM-Städten die Gratisnutzung ihres Signals gestatteten, berichteten oftmals live von den Plätzen.

Erfolg
Das Fan Fest war eine der größten Erfolgsstories der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 TM. Mehr als 18 Millionen Fans feierten im Laufe des Turniers an den Veranstaltungsorten des offiziellen Fan Festes in den 12 FIFA WM-Städten. Die Feste liefen in einer friedlichen, ausgelassenen und farbenfrohen Atmosphäre ab, durch die das Image des gastgebenden Landes auf der gesamten Welt beträchtlich verbessert werden konnte. Die Beliebtheit der Fan Feste übertraf die Erwartungen der FIFA und der 12 WM-Städte bei weitem. Umfragen ergaben, dass unglaubliche 89 Prozent der Fan Fest-Besucher die Feste als "als zweitbesten Aufenthaltsort gleich nach dem Stadion" einstuften. Das Fan Fest hat sich für die FIFA und ihre Geschäftspartner außerdem als neue und erfolgreiche Marketing- und Promotion-Plattform erwiesen. Obwohl 81 % der Fans hier ihre ersten Erfahrungen mit Public Viewing machten, gaben 84 % an, sie würden ähnliche Veranstaltungen nun häufiger besuchen. Fan Feste werden in Zukunft sicherlich zu einem unverzichtbaren Bestandteil der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft TM werden.

Fan Fest FIFA WM 2006TM in Zahlen:

  • 12 FIFA WM-Städte
  • 15 Veranstaltungsorte
  • 31 Tage in Folge
  • 18 Millionen Besucher (sechs Mal so viele wie in den Stadien)
  • 39 Videowände
  • 14 Bühnen
  • 19.000 Mitarbeiter
  • 350 Lkw für Bühnen, Videowände, Gerüste, Soundanlagen und Beleuchtung
  • 3,5 Millionen Liter Bier ausgeschenkt
  • 3,5 Millionen Bratwürste abgesetzt
  • 15.000 Medienvertreter